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Rügen WM auf Rügen: Deutsche vorne dabei
Vorpommern Rügen WM auf Rügen: Deutsche vorne dabei
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05:00 09.10.2018
Thorsten Folkers (30, l.) und Tobias Reik (42) starten für Deutschland. Quelle: Mathias Otto
Putgarten

Zehn Meter pro Sekunde: Der Wind pfeift ganz gut im Norden der Insel. Gute Bedingungen auch für Freunde des Modellfliegens. Sie stehen derzeit zu Hauf an der Steilküste, um sich mit Hochleistungssegelflugmodellen, die zwischen 80 und 150 Kilometer pro Stunde erreichen, im Hangflug F3F zu messen. Die besten dieser Disziplin treffen sich noch bis Freitag auf Rügen. Sie wollen hier Weltmeister werden. 63 dieser sogenannten Piloten aus 21 Nationen nehmen am Wettbewerb teil.

Treffpunkt am ersten Tag war der Putgartener Ortsteil Goor. Dort fällt die Küste steil zur Ostsee ab. Hier lagen die teuren Modelle auf Zeltplanen oder im hohen Gras. Die Teilnehmer saßen dahinter warm eingepackt, nahmen die letzten Handgriffe an ihren Flugzeugen vor, studierten auf ihren Tablets den Wetterbericht oder verfolgten die Wendemanöver der Konkurrenten. Es ging Schlag auf Schlag. Im Minutentakt gingen sie an den Start. Die Zeit, um den besten und schnellsten Flug zu präsentieren, ist knapp, denn pro Tag hat jeder Einzelne nur vier Versuche.

Der deutsche Teilnehmer Tobias Reik (42) aus der Nähe von Stuttgart beschreibt, worauf es ankommt. Es geht darum, eine Strecke von 1000 Metern in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen. „Es klingt nach einer einfachen Aufgabe. Da es aber um die beste Zeit geht, sind die Details entscheidend“, sagt er. „Wie treffe ich die Wende? Wie gut liegt mein Flugzeug im Wind?“, sind unter anderem Fragen, die er sich bei jedem Start stellt. In der ersten Runde hatte er mit seinem Modell eine Zeit von knapp 50 Sekunden erreicht. Noch liegt er weit entfernt von seiner Bestzeit. Die Deutschen gelten aber als Favoriten. Sein Kollege Thorsten Folkers (30) ist immerhin amtierender Weltmeister. „Vor dem Wettkampf habe ich auch gedacht, dass wir von Anfang an vorne liegen. Aber um die besten Zeiten zu erreichen, liegt noch ein weiter Weg vor uns. Wir müssen uns noch steigern“, sagt er.

Erik Schufmann (32) aus Chemnitz, der zur Organisationsleitung gehört, gibt nach den ersten Rennen eine Prognose ab. Er sieht neben den Deutschen auch die Franzosen, Österreicher und Spanier auf den vorderen Plätzen. Um allen Teilnehmern die besten Bedingungen bieten zu können, steht Erik Schufmann schon weit vor ihnen auf. „Zuerst wird der Wetterbericht studiert. Vor Ort lasse ich mich dann von den Vorhersagen überzeugen und baue dann mit meinem Team auf. Von neun bis 18 Uhr herrscht dann Hochbetrieb“, sagt er. Ausweichmöglichkeiten haben die Veranstalter zudem bei Dranske, Kreptitz und Vitt gefunden. „Die Insel bietet fast das ganze Jahr über beste Bedingungen für Modellflieger. Sollte es also mal an einer Stelle nicht möglich sein, ziehen wir um. Das wird jeden Tag neu entschieden“, so Schufmann. Voraussetzung sind Windgeschwindigkeiten von dreieinhalb Metern pro Sekunde. Und der Wind muss auf die Hangkante treffen.

Gleich neben dem Wettkampfgelände haben Franz Demmler von der Organisationsleitung und Bernd Haufe, der das Ausrichterteam unterstützt, ihren Übertragungswagen aufgebaut. Kameras werden jeden Morgen neben der Strecke aufgestellt. „Die Livebilder stellen wir ins Netz. Immerhin sind Teilnehmer aus Nord- sowie Südamerika, Europa, Asien und Australien dabei. Für Angehörige, Vereinsmitglieder und Interessierte bieten wir deshalb diesen Service“, sagt Bernd Haufe. An den Abenden gibt es zudem Zusammenfassungen des Tages sowie Interviews einiger Teilnehmer.

Internet: wm2018.f3f.de/

Otto Mathias

Die besten Modellflieger der Welt treffen sich im Norden der Insel. 21 Nationen sind angemeldet. Geschwindigkeiten bis 150 Kilometer pro Stunde sind möglich.

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