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Wasserwehr Baabe: Seit 20 Jahren Deich und Ostsee im Blick

Baabe Wasserwehr Baabe: Seit 20 Jahren Deich und Ostsee im Blick

Der Baaber Fischerstrand — für viele Urlauber und auch Einheimische ein beliebtes Fotomotiv. Doch vor 20 Jahren sah es hier alles andere als idyllisch aus, als am 3.

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Bürgermeister Hartwig Diwisch (2.v.l.), Wasserwehrführer Roberto Brandt, Wasserwehrmann Mario Birk und Gerd-Jürgen von Below (2. Stellvertreter) beim Anbringen der Höhenmarke am Fischerstrand.

Quelle: Gerit Herold

Baabe. Der Baaber Fischerstrand — für viele Urlauber und auch Einheimische ein beliebtes Fotomotiv. Doch vor 20 Jahren sah es hier alles andere als idyllisch aus, als am 3. und 4. November 1995 eine Sturmflut wütete, die zu den schwersten des Jahrhunderts zählt. Sie hatte Rügen und vor allem die Halbinsel Mönchgut schwer getroffen, Schäden in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro mussten behoben werden.

Ein Restrisiko bleibt.“Bürgermeister Hartwig Diwisch

An das Sturmhochwasser kann sich Roberto Brandt noch genau erinnern. „Damals wurde hier viel Düne abgetragen, der Strand lag voller Holz und Äste von Bäumen von Sellin und der Stubbenkammer. Unsere Aalreuse war kurz und klein, die Netze wurden weggerissen und landeten in Göhren“, erzählt der Baaber Fischer. Trostlos auch seinerzeit das Bild in Alt Baabe, wo etliche Grundstücke unter Wasser standen. Das weiß auch noch Gerd-Jürgen von Below, seinerzeit Kurdirektor von Baabe. „Die Straße zum Bollwerk war nicht mehr zu sehen, die Laternen standen nicht mehr parallel zur Straße und die MS Lamara im Hafen hatte sich aufgehängt.“

An die Hochstände von damals verweisen jetzt Tafeln, die an vier Standorten in Baabe angebracht wurden. „Die aktuelle Einmessung und Anbringung dieser Höhenmarken nach NHN (Normalhohennull) erfolgte am Fischerstrand, am Strandrondell, am Deich in Richtung Bollwerk und am Gasthaus ‘Zum Fischer“, so Roberto Brandt. Er ist steht seit 20 Jahren an der Spitze der Wasserwehr Baabe, deren Geburtstunde 1996 — ein halbes Jahr nach den Ereignissen — schlug. „Es haben sich damals sofort 50 Leute gemeldet“, so Brandt. Küstenschutz sei zwar eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern, entbinde aber die Leute vor Ort nicht von ihrer organisatorischen Selbsthilfe, hieß es damals in dem Aufruf zur Wehrgründung. Das gilt noch heute. Denn auch wenn vor zehn Jahren der knapp 1,7 Kilometer lange Deich gebaut und damit der Hochwasserschutz verbessert wurde — Baabe ist und bleibt von vier Gewässern umgeben: Ostsee, Bek, Having und Selliner See.

Kritisch sei vor allem die „Mauerlücke“ am Hauptstrand. Dort werde nach einer Lösung gesucht, so Bürgermeister Hartwig Diwisch. Die Idee: ein wassergefüllter Mobildeich. „Von Boddenseite sind wir gut geschützt, jetzt stellt die Ostsee das Hauptproblem dar“, erklärt Diwisch und damit auch die Unterstützung der Gemeinde für den Fortbestand der Wasserwehr. Nach dem Gründungs-Boom Mitte der 90er Jahre seien die Mönchguter inzwischen die einzige eigenständige Truppe geblieben. In anderen Orten wurden die Wasserwehren wieder aufgelöst oder sind der freiwilligen Feuerwehr zugeordnet. Zur Baaber Wasserwehr gehören heute 44 Mitglieder, davon vier Frauen. Sie ist strukturiert in Bereiche wie Kontrolle und Wache, Hochwasserabwehr, Organisation und materielle Sicherstellung, Evakuierung, medizinische Versorgung. Ihr Sitz ist mit im Gerätehaus der Feuerwehr in der Waldstraße. Neben laufenden Aktionen bei hochwasserverdächtigen Wetterlagen, wie die Beobachtung des Pegels und die Kontrolle des Deiches und der Siele, trifft sich die Wasserwehr ein Mal im Jahr im Herbst zur Übung. Dann wird der Deich begangen, der Sandsackverbau, die Einweisung und Ausgabe der Funkgeräte trainiert, die Ausrüstung überprüft. Diese sei vom Gummistiefel über Rettungsweste bis hin zu hunderten gefüllten Sandsäcken bestens.

Der einzige große Einsatz der Wasserwehr blieb bisher aber ein ganz anderer: Im Winter 2010 hatte sie mit angepackt, Baabe von den Schneemassen zu befreien.

Von Gerit Herold

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