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Rügen Wegen Sicherheit: 2500 Bäume fallen an der B 96
Vorpommern Rügen Wegen Sicherheit: 2500 Bäume fallen an der B 96
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19:13 12.02.2019
Cornell Kuithan, Revierleiter im Forstamt Rügen, steht dort, wo sich die Haselmaus ansiedeln soll. Quelle: Mathias Otto
Bergen

 Die Arbeiten an der Bundesstraße 96 zwischen Samtens und Bergen kommen zügig voran. In der nächsten Woche soll der Verkehr über den neuen Asphalt rollen. Damit die Straße aber freigegeben werden kann, müssen auf einer Strecke von 1,6 Kilometern Bäume gefällt werden. Umgerechnet sind dies für eine Fläche von 50 000 Quadratmetern knapp 2500 Bäume. Hier soll sich bald die Haselmaus heimisch fühlen. Für diese Art werden in diesem Gebiet 17 000 Bäume und Sträucher neu gepflanzt. „Das Besondere dieser Aktion: Wir werten die Waldgebiete auf und schaffen ein neues Habitat“, sagt Cornell Kuithan, Revierleiter im Forstamt Rügen.

Rindenbrand, Sturmschäden und Borkenkäfer-Befall

Hochbetrieb auf und neben der neuen Bundesstraße zwischen Zirkow Hof und Teschenhagen: Arbeiter verlegen Drainagen und ziehen die Markierungen auf dem Asphalt. Im Hintergrund kreisen an vielen Stellen Kettensägen in den beiden Kubbelkower und Burkvitzer Wäldern. Von der Bankett-Kante bis zu den 35 Meter entfernten roten Markierungen werden die Bäume gefällt. Zum größten Teil Fichten, Eschen, Weichlaubholz und Buchen. Besonders Letztgenannte haben durchweg einen Rindenbrand, sagt Cornell Kuithan. Dieser „Sonnenbrand“ entsteht vor allem bei dünnrindigen Baumarten durch übermäßige Erhitzung durch Sonneneinstrahlung. An anderen Stellen stehen viele Fichten nebeneinander, ein Großteil davon ist abgestorben. Hauptverdächtiger ist hier der Borkenkäfer. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge in die Rinde. Die Larven ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes. Der Befall des Borkenkäfers führt meist zum Absterben der Bäume. „Wenn man einen dichten Fichtenreinbestand wie hier hat, kann sich der Käfer exorbitant vermehren“, so der Fachmann. Dritter Grund für die Baumfällarbeiten sind die Resultate der vergangenen Stürme. Hierbei handelt es sich um Windwurf, also Bäume, die nach heftigen Winden entwurzelt wurden oder abgeknickt sind.

Pferderücker im Einsatz

„Diese Arbeiten waren deshalb von vornherein geplant. Die Verkehrssicherheit muss gegeben sein. Mit diesen Maßnahmen verringern wir die Gefahr von fallenden Ästen und Bäumen“, sagt Cornell Kuithan. Die Baumfällungen haben gestern begonnen und sollen die nächsten 25 Tage andauern. Ein Holzvollernter, ein sogenannter Harvester, fällt die Bäume und schneidet sie anschließend in gleichlange Stücke. Im Anschluss kommt Hartmut Bischoff mit seinen Kaltblut-Pferden zum Einsatz. Er wird immer dann gerufen, wenn die Bodenverhältnisse einen Einsatz mit schweren Maschinen nicht mehr zulassen. Er übte lange Zeit den Beruf als Pferderücker in der Forst aus, befindet sich seit 2012 in Rente. „Ich komme aber von meinem Beruf nicht los und lasse mich für einige Einsätze im Jahr buchen“, sagt der Mann aus Franzburg.

Er muss warten, bis die Harvester mit ihren Arbeiten begonnen haben. Von beiden Seiten fällen die Maschinen die Bäume und legen die Stämme in der Mitte ab. „Hier würden große Maschinen nicht durchkommen und den Wald damit empfindlich beschädigen. Meine Pferde haben deshalb einen großen Vorteil. Ihre Arbeit ist bodenschonend. Und der Untergrund wird auch nicht so verdichtet“, sagt er. Mit zwei zehn- und elfjährigen Kaltblütern arbeitet Hartmut Bischoff. „Jeder bekommt einen Tag Pause, dann geht die Arbeit weiter“, sagt er. Alle Baumstämme, die das 1,8 Meter lange Seil umfassen kann, ziehen die Vierbeiner mit einem Zug aus dem Wald.

Haselmaus wird nur 40 Gramm schwer

Wenn diese Arbeiten erledigt sind, beginnt die Aufforstung, erklärt Cornell Kuithan. „Wir werden das Waldgebiet amöbenartig strukturieren. Das heißt: Der Jungwuchs bleibt stehen. Hinzu kommen 17 000 Bäume und Sträucher. Damit bereiten wir für die Haselmaus kleine Habitate vor“, so der Fachmann. Auf der Insel Rügen sollen diese bis 15 Zentimeter langen und 40 Gramm schweren Tiere nur noch in Dreschvitz, Kasnevitz und Prora vorkommen. Dieses Tier wird in der weltweiten Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als nicht bedroht aufgeführt. Durch die Zerstörung und Zerstückelung der Lebensräume ist sie im nördlichen Europa jedoch seltener geworden. In den beiden Kubbelkower und Burkvitzer Wäldern konnte ihr Vorkommen schon nachgewiesen werden. Die geplante Maßnahme soll dazu führen, dass sich diese Population auch weiterhin dort heimisch fühlt. „Wir forsten auf, was der Haselmaus zugute kommt, also Blaubeere, Himbeere, Weidenkätzchen, Eibe, Vogel-Kirsche und natürlich der Haselnuss-Strauch“, so Cornell Kuithan.

Mathias Otto

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