Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Wenn Bello auf Durchgang schaltet
Vorpommern Rügen Wenn Bello auf Durchgang schaltet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 01.06.2016
Bei den geselligen Gassi-Touren können sich Mensch und Hund einmal unter zwanglosen Bedingungen begegnen. Fotos (4): Uwe Driest

„Mein Spike war heute zum ersten Mal im Wasser“, freut sich Max Schröder und vermutet: „Wahrscheinlich, weil er das bei den älteren Hunden gesehen hat.“ Spike ist die viereinhalb Monate alte englische Bulldogge des jungen Zimmermanns und damit der jüngste tierische Teilnehmer der Gassi-Tour, die Stephanie Seidler einmal monatlich organisiert. „In der Regel gehen wir am letzten Sonntag im Monat unsere Runde an wechselnden Orten“, sagt die Inhaberin der Rügener Hundeschule. Diesmal zieht der Pulk aus zwei Dutzend Menschen und fast ebenso vielen Hunden aller Größen, Rassen und Altersgruppen am Strand von Prora entlang. Auch den Kreidebruch von Berglase sowie den Rugard und die Granitz erkundete die vielfüßige Gruppe bereits. „Unsere Gassitouren sind entgeltlos und dienen allein dem Zwecke, einmal ohne Arbeitsatmosphäre in geselliger Runde unterwegs zu sein“, sagt Seidler. Hunde mit Jagdverhalten sollten an einer Schleppleine geführt werden, ansonsten sind „nur Leckerlies und gute Laune mitzubringen“.

Anders als in den Kursen, sind die Gassi-Runden ungezwungen und man lernt neue Leute und Hunde kennen.“Miriam Blumberg aus Prora
Weil er das bei den erwachsenen Hunden gesehen hat, war mein Spike heute zum ersten Mal im Wasser.“Max Schröder aus Prora
Ich möchte meiner Luna gern so einen Spaziergang im Rudel bieten, weil ich denke, dass sie das glücklich macht.“Karolina Miething aus Baabe
Anders als in den Kursen, sind die Gassi-Runden ungezwungen und man lernt neue Leute und Hunde kennen.“Miriam Blumberg aus Prora
Ich möchte meiner Luna gern so einen Spaziergang im Rudel bieten, weil ich denke, dass sie das glücklich macht.“Karolina Miething aus Baabe
Weil er das bei den erwachsenen Hunden gesehen hat, war mein Spike heute zum ersten Mal im Wasser.“Max Schröder aus Prora

Max Schröder mit seinem Spike erfuhr von der Gassi-Runde durch seine Schwester Paula, die mit Lisa unterwegs ist, einer Mischlingshündin aus Border-Collie und Husky. Von dem Angebot macht auch Karolina Miething aus Baabe gern Gebrauch, die bei Facebook auf den Termin stieß. „Ich wollte das meiner Luna gern bieten, weil ich denke, dass es sie glücklich macht, einmal mit vielen Hunden unterwegs zu sein“, sagt die Halterin der Golden-Retriever-Hündin.

Miriam Blumberg aus Prora ist dabei, „weil es so ungezwungen ist und man neue Leute kennenlernt“. Mit ihrem braunen Labrador Carlo besucht sie aber auch regelmäßig die Jung-Hundegruppe in der Schule von Stephanie Seidler. Carlo ist knapp ein Jahr alt und in der schwierigen Phase, die sich Pubertät nennt. Dann werden auch bei jungen Hunden die Karten neu gemischt und auf einmal weiß er nicht mehr, was Frauchen mit „Sitz“, „Platz“, „Fuß“ oder „Halt“ meinen könnte und schaltet auf Durchzug.

„Die Hormone im Körper des Hundes fahren Achterbahn, das Gehirn ist eine reine Baustelle“, erklärt die Fachfrau. Trotzdem sollte gerade in dieser Phase der zunehmenden Selbstständigkeit trainiert werden. Erziehungsspiele und Erkundungen an immer wechselnden Orten würden bewirken, dass sich das Gelernte festige. Gruppen-Kurse finden im Winter in der Reithalle des Tegelhofs in Sehlen statt.

Mit von der Partie ist auch eine waschechte Tierärztin. Julia Dobrewohl übernahm die Praxis von Hendrikje Bischoff in Bergen, nimmt aber an der Gassi-Tour nicht dienstlich teil. Sie ist mit „Socke“

unterwegs, den jedermann sofort für einen Schäferhund-Mix hält, in dessen Adern aber überdies Blut von – Achtung – Beauceron, Irish Glen of Imaal Terrier, Bouffier, Briard und Mops pulsiert. Woher sie das so genau weiß? „Ich ließ einen Gentest machen, nachdem ich ihn zu mir holte“, erklärt sie. Seit einiger Zeit bieten die Hundetrainerin und ihre Unterstützerinnen neben den klassischen Erziehungskursen auch einmal monatlich Training für Zughunde an. „Der Zughundesport ist ganz groß im Kommen auch auf Rügen. Wir versuchen, nach und nach alle Geräte zu beschaffen“, sagt Seidler. Der Sport würde sich für solche Hunde gut eignen, „die mehr körperliche Auslastung benötigen, starken Jagdtrieb haben, nicht abgeleint werden können oder einfach eine Aufgabe brauchen“.

Angst und Zuwendung

Welpe ist ein Hund, bis er drei Monate alt ist. Von der 3. bis zur 7. Lebenswoche dauert die Prägephase. Was er jetzt lernt, vergisst er nicht wieder.

Die 7. und 8. Lebenswoche gelten als „Angstphase“. Jetzt ist der Hund leicht zu verunsichern und benötigt viel Ruhe und Zuwendung.

Die Sozialisierungsphase setzt in der 9. Woche ein. Was der Welpe an Eindrücken hat, wird ihn später nicht mehr aus der Ruhe bringen. Jetzt sollte er mit einem Familienmitglied zur Schule gehen.

Uwe Driest

Göhren bekommt Titel „Gute Gesunde Schule in MV“

01.06.2016

583 Kinder brauchten im ersten Quartal Hilfe des Jugendamtes / Oft werden besonders die Kleinen vernachlässigt, aber auch körperliche und psychische Misshandlungen

01.06.2016

Der Schiffsanleger Devin steht nicht mehr im Fahrplan der Weißen Flotte

01.06.2016
Anzeige