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Rügen Wenn das Haustier stirbt: Urnenbestattung für Collie Max
Vorpommern Rügen Wenn das Haustier stirbt: Urnenbestattung für Collie Max
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04:13 16.04.2013

Sie sind Tröster in der Not, bester Freund oder langjähriger Gefährte — für viele Menschen ist es ein Schock, wenn das geliebte Haustier stirbt. Und wohin mit Miezi und Co. nachdem sie ihren letzten Atemzug getan haben? Seit einigen Jahren lassen immer mehr Insulaner ihre Tiere verbrennen. Auch Melanie Schulz und ihr ehemaliger Lebenspartner Marcel Schmeling haben sich dafür entschieden, ihren toten Border Collie Max kremieren zu lassen und ihn in einer Urne wieder mit nach Hause zu nehmen.

„Einfach so entsorgen wollte ich ihn nicht“, erzählt die 22-jährige Bergenerin. Der Hund war nach einer Krankheit kurz vor seinem achten Geburtstag gestorben.„Er war ein Teil von uns, jetzt habe ich ihn wieder“, sagt die junge Frau leise und hält die weiße Urne fest in der Hand. „Das war ich ihm einfach schuldig.“

Tierarzt Marco Nieburg aus Sassnitz, der Max betreut hat, weiß, wie schwer der Abschied den Besitzern oft fällt. „Viele Menschen brauchen einen Ort, an dem sie trauern können. Einige stellen die Urne zum Beispiel dorthin, wo der Hund oft gelegen hat“, sagt Nieburg. Einen Tierfriedhof gibt es auf der Insel nicht. Laut Veterinäramt dürfen Tierbesitzer ihre verstorbenen Lieblinge zwar im Garten begraben, „aber wer keinen Garten hat, dem bleibt nur noch die Tierkörperbeseitigungsanlage. Davor schrecken viele zurück“, sagt Nieburg.

Seit zwei Jahren arbeitet er deshalb mit dem Tiertransporteur Thomas Korrmann aus Hohenmocker zusammen, der die Tiere in den rund 500 Kilometer entfernten dänischen Tierkremierungsbetrieb Dansk Dyrekremering nach Hedensted fährt. Dort werden sie verbrannt und danach wieder nach Deutschland überführt. „Am häufigsten sind es Hunde und Katzen. Ich hatte aber auch schon Wellensittiche, Hamster und Zwergkaninchen“, sagt Korrmann. Auch so mancher Pferdebesitzer habe bereits seine Dienste in Anspruch genommen. „Oft wird bei Pferden nur die Asche vom Kopf und Brustbereich genommen, ansonsten sind es rund 15 bis 20 Kilogramm Asche, so groß ist keine Urne“, sagt Korrmann.

Doch diese Art der Bestattung hat ihren Preis: Zwischen 130 Euro für ein Kleintier bis zu 3000 Euro für ein Pferd müssen Tierbesitzer für Abholung, Überführung, Urne und Rücktransport bei Korrmann zahlen. „Und Dänemark ist im Vergleich zu deutschen Krematorien noch vergleichsweise günstig“, betont der Tiertransporteur.

Die Zahl der Tierbesitzer, die ihre Lieblinge verbrennen lassen, hat laut Nieburg in den vergangenen Jahren eindeutig zugenommen. „Das sind aber eher Sammelkremierungen, weil viele sich eine Einzelkremierung nicht leisten können“, sagt der 41-Jährige. In diesem Fall blieben die Tiere in Dänemark und würden dort gesammelt bestattet.

Auch Tierarzt Toralf Siefke aus Serams weiß, wie wichtig es für die Besitzer ist, dass ihr Haustier würdig entsorgt wird. „Wir haben eine Vereinbarung mit dem Rosengarten in Osnabrück. Im angeschlossenen Krematorium werden die Tiere verbrannt und dann im Rosengarten ausgestreut oder an die Besitzer zurückgeschickt“, sagt er.

Dass es auf der Insel künftig sogar einen Tierfriedhof geben könnte, hält Kulturausschuss-Vorsitzender Uwe Hinz nicht für abwegig. „Ich glaube ein Tierfriedhof wäre ein gute Sache, dass könnte durchaus ein Thema für den Kulturausschuss sein.“

Melanie und Marcel haben ihren Ort der Trauer schon gefunden. „Ich würde Max gern im Wasser am Strand von Lauterbach verstreuen. Dort sind wir immer mit ihm spazieren gegangen.“

Stefanie Büssing

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