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Rügen Wenn die Löhne steigen, bleibt die Jugend
Vorpommern Rügen Wenn die Löhne steigen, bleibt die Jugend
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04:55 02.03.2013
Blick aus der Vogelperspektive auf die Altstadt mit dem Kütertor. Dort entsteht ein Komplex für generationsübergreifendes Wohnen, auch eine Reaktion auf die demografische Entwicklung. Quelle: Klaus Schneider

Doch was erwartet die 62-Jährige dann? „Ich habe da schon Bedenken, dann zu Hause plötzlich zu versauern“, meint die Stralsunderin. Auch wenn der Kontakt zu den Kollegen sicher nicht abreißen wird, so würde sie sich dann doch mehr Begegnungsmöglichkeiten wünschen. Ob Seniorentanz, spezielle Volkshochschulkurse oder organisierte Reisen, die die ältere Bevölkerung zusammenbringen — Stralsund sollte noch ‘ne Schippe drauflegen, um auch für die Senioren attraktiv zu bleiben, meint sie.

Viele Stralsunder hat die Prognose des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung nachdenklich gestimmt. Wie die OZ zum Auftakt der Serie über den Demografie-Schock am 18. Februar berichtet hatte, sollen Stralsund danach bis 2030 fast 10 000 Einwohner verloren.

„Hinter diese Prognosen würde ich erstmal ein großes Fragezeichen setzen“, wiegelt Wolfgang Suchy ab. „Auch wenn es weniger Kinder gibt — dafür werden wir doch immer älter, bleiben also länger erhalten“, meint der 66-Jährige. Damit würde sich zwar trotzdem zwangsweise der Altersdurchschnitt erhöhen, aber die Tendenz sei nun schon seit langer Zeit zu beobachten.

Die Bündnisgrünen wollen die prognostizierte demografische Entwicklung zum Thema auf der nächsten Bürgerschaftssitzung am 14. März machen, sagt Stadtvertreter Jürgen Suhr (53), gleichzeitig Fraktionschef der Grünen im Landtag. „Die von der OZ publizierte Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahren muss uns alle wachrütteln, das sind bedrohliche Prognosen mit weitreichenden Folgen für die Stadtentwicklung.“

Suhr kündigte kommunalpolitische Initiativen seiner Fraktion Forum Kommunalpolitik an: „Wir werden zunächst im Rahmen einer kleinen Anfrage nachhaken, wie die Hansestadt diese Prognose beurteilt und welche Vorhaben und Maßnahmen geplant sind, um diesem Trend wirkungsvoll zu begegnen.“ Auf der Grundlage der Antworten sollen dann eigene Vorschläge erarbeitet werden. „Wer nicht nur zusehen will, muss zum Beispiel auf familienfreundliche Strukturen und gute Bildung setzen sowie Anreize für Jugendliche schaffen, hier zu bleiben. Die Jugendlichen von heute sind die Familien von morgen“, meint Suhr.

„Die Entwicklung scheint uns auf den ersten Blick nicht persönlich zu betreffen. Ein Problem bekommen wir dann erst, wenn zu kleine Klassenstärken zu Schulschließungen führen würden“, bedenkt Silke Standfuß, die mit ihrem Sohn wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrte. Allerdings habe man den Eindruck, dass sich die Geburtenrate zu erholen scheint, lassen sich in Kindergärten und Schulen doch immer öfter auch Familien mit drei Kindern finden.

„Der Jugend muss nur eine Perspektive gegeben werden, damit sie hier bleiben. Dann haben wir auch kein Demografie-Problem“, bestätigt Jürgen Esling den Eindruck. Schlechte Jobchancen würden den jungen Leuten einfach keine andere Wahl lassen, als ihr Glück in der Ferne zu suchen.

„Was wollen die Jungen hier auch? Denen wird doch nichts geboten“, stimmt Kathrin Gutsch zu. Das Problem liegt für die 41-Jährige vor allem in den fehlenden attraktiven Freizeitangeboten für die Generation über 30. Viele gehen dann mit dem Vorsatz, später irgendwann in die Heimat zurückzukehren. Doch für die wenigsten erfüllt sich der Wunsch, der nur mit Gehaltseinbußen zu erfüllen wäre.

„Ich habe zwei Kinder und wollte nicht, dass sie in Berlin groß werden“, begründet hingegen Stephan Höft die Rückkehr in unsere Hansestadt. „Stralsund ist als Ort zum Aufwachsen besser geeignet als eine Großstadt“, bereut der 35-jährige den Schritt nicht. Ein Problem führen die Stralsunder immer wieder an: „Die Löhne müssten steigen, dann bleiben die Jungen auch hier“, bringt es der Servicetechniker auf den Punkt.

Wenke Büssow-Krämer und Andreas Lindenberg

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