Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Wenn es nach der Party zum Notfall kommt
Vorpommern Rügen Wenn es nach der Party zum Notfall kommt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 16.11.2016
Gestelltes Quelle: Eine Jugendliche Nach zu Viel Alkoholkonsum. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Wenn 50 Jugendliche in der Hansestadt im Alter zwischen 13 und 15 Jahren wie am vergangenen Wochenende ein Saufgelage veranstalten, dann zeugt das nicht nur von verantwortungslosem Umgang mit Alkohol, sondern auch von fehlendem Wissen. Das könnte übrigens zu einer bösen Stolperfalle werden, wenn bei einigen zu viel Alkohol im Spiel ist und der Körper sich quer stellt...

Deshalb hat Jugendsozialarbeiter Matthias Trenner vom Kreisdiakonischen Werk Stralsund im Stadtteilzentrum Knieper West einen Workshop zum Thema Erste Hilfe bei Partyunfällen organisiert. Gerade für Jüngere ist es wichtig, sich frühzeitig mit diesem Thema zu beschäftigen, denn schließlich sinkt auch das Alter, in dem Jugendliche das erste Mal mit Alkohol in Kontakt kommen.

In vielen Gefahrensituationen wissen Minderjährige einfach noch nicht, wie sie sich richtig verhalten sollen. Viele trauen sich zudem nicht mit Erwachsenen über das Thema Alkohol zu sprechen – aus Angst vor der obligatorischen Standpauke. deshalb sollte der Erste-Hilfe-Kurs vor allem ohne die sprichwörtliche Moralkeule stattfinden.

Notfallsanitäter Jochen Sengbusch vom Arbeiter-Samariter-Bund informierte bei dem Kurs und beantwortete Frage. Der Leitsatz der Veranstaltung war: „Selbst die Kleinsten können schon helfen“.

Schließlich waren zwar von der eigentlich anvisierten Zielgruppe der 14- bis 17-Jährigen nur wenige dabei, dafür jedoch viele etwas Jüngere. Denen erklärte Jochen Sengbusch alles, was man zum richtigen Verhalten bei Notfällen wissen muss. Angefangen beim Erkennen einer brenzligen Situation und der Nummer 112, die „in der Aufregung auch von manchen Erwachsenen schon mal vergessen wird“, wie der Notfallsanitäter berichtet.

Auch wenn sie selbst Alkohol getrunken haben, sollten sich Jugendliche nicht genieren, medizinische Hilfe zu holen, da die Experten am besten die Probleme erkennen und darauf reagieren können. Und das kann Leben retten.

Eine der heimtückischsten Gefahren ist die Unterkühlung. Zwar fühlt man sich nach dem Genuss von Alkohol erwärmt, jedoch tritt das genaue Gegenteil ein. Die Blutgefäße weiten sich, wodurch die Haut stärker durchblutet wird, lebenswichtige Organe jedoch unterversorgt werden und das warme Blut schneller abkühlt. Deshalb sollte man in solchen Fällen schnellstmöglich eine gute Decke und warme Getränke besorgen. Auch die stabile Seitenlage, mit der bei Bewusstlosen ein Ersticken verhindert werden kann, fehlte nicht bei den Demonstrationen.

Das Highlight war die Wiederbelebung mit „Anne“, der Wiederbelebungspuppe. Zwar fühlen sich das 30-mal Drücken und gerade die Mund-zu-Mund-Beatmung bei der Puppe komisch an, doch beim echten Menschen kann man damit im Falle eines Atem- und Kreislaufstillstandes das Leben retten.

Doch all diese Maßnahmen ersetzen keinen Mediziner, weshalb man sein Möglichstes tun sollte, damit der Krankenwagen den Notfallort schnellstens erreicht. Also vorher schon mal klar machen, wo genau sich das Notfallopfer befindet, damit keine Zeit mit der Suche vergeudet wird. Mit diesen vielen neuen Informationen fühlen sich die Jugendlichen für alle Eventualitäten bestens gerüstet. Wie wichtig es ist, dass die Kreisdiakonie sowas organisiert, zeigen die interessierten Fünftklässler Nick Lengenfeld und Erick Beyer. Bis zu dieser Veranstaltung hatten die beiden selbst in der Schule noch nie so viel über Erste Hilfe erfahren.

Richard Weinz (17) besucht das Hansa- Gymnasium.

Jugendschutz im Detail

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine Spirituosen kaufen. Das

bedeutet, dass auch keine branntweinhaltigen Mischgetränke erworben

werden dürfen.

Bier, Wein, Sekt und Mischgetränke

dürfen an Jugendliche unter 16 Jahren nicht verkauft werden.

In Gaststätten und bei öffentlichen

Tanzveranstaltungen gelten Alters-

und zeitliche Aufenthaltsbeschränkungen. Das bedeutet, dass Jugendliche unter 16 Jahren bis spätestens Mitternacht

nach Hause müssen.

Richard Weinz

Mehr zum Thema

Bayerischer Stammzellenspender und Mecklenburger Empfänger begegneten sich in der Uni-Klinik / Zwei Jahre durfte es nur Briefe geben

12.11.2016

In der vergangenen Woche kamen 20 Mädchen und Jungen im Hanseklinikum zur Welt

15.11.2016

Krankenkassen hatten Insolvenz beantragt / Neuer Gesellschafter aus Neustrelitz

15.11.2016

Dafür platzen auf der Insel die Kindertagesstätten aus allen Nähten

16.11.2016

Redaktions-Telefon: 03838 / 2014831, Fax: 2014832 E-Mail: lokalredaktion.ruegen@ostsee-zeitung.de Sie erreichen unsere Redaktion: Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr, Sonntag: 10 bis 16 Uhr.

16.11.2016

Immer mehr Tagesmütter in Bergen geben wegen schlechter Vergütung auf. Berufsvertretung fordert bessere Bedingungen und rechtliche Gleichstellung mit Kitas.

16.11.2016
Anzeige