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Wertvolle Felder sollen Wiesen werden

Bergen Wertvolle Felder sollen Wiesen werden

Nordstream 2 plant auf Rügen Ausgleichsmaßnahmen für Pipeline-Bau

Bergen. Die geplante Gasleitung Nordstream 2 ist zum politischen Spielball in Europa geworden. Vor allem osteuropäische Staaten torpedieren den zweiten Strang, der vom russischen Wyborg nach Lubmin verlegt werden soll. Jetzt zieht sich das Konsortium auch den Unmut einiger Landwirte auf der Insel zu. Um einen naturschutzfachlichen Ausgleich für den Eingriff in den Meeresboden zu gewährleisten, sollen auf der Insel landwirtschaftlich genutzte Flächen stillgelegt werden. Das hat die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern den betreffenden Bauern jetzt mitgeteilt.

 

OZ-Bild

Johann Tophoff-Kaup

„Es handelt sich um rund 3000 Hektar, die derzeit vorwiegend als Ackerfläche genutzt werden“, sagt Johann Tophoff-Kaup. Der Rügener Landwirt informierte seine Kollegen auf dem gestrigen Bauerntag über die Absichten, über die die Insulaner erst vor wenigen Wochen informiert wurden. „Ohne, dass wir zuvor in die Planungen mit einbezogen wurden“, schimpft er. Nach den derzeitigen Überlegungen sollen die Landwirte die Felder für 25 Jahre brach liegen lassen. Sie dürften die entstehenden Wildwiesen nur einmal pro Jahr abmähen. Der Grünschnitt selbst müsste aber auf den Wiesen verbleiben.

Für die Landwirte ist das ein Unding. „Rügen ist eine der ertragreichsten Regionen im Land“, sagt Tophoff-Kaup, der die Rügener Bauern im Fachausschuss des Landes-Bauernverbandes für Regenerative Energien vertritt. Die Insel sei mit den besten Böden ausgestattet. „Aber die werden uns Stück für Stück genommen“, sagt er und verweist auch auf andere Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz auf ehemaligen Ackerflächen und auf die üppig dimensionierte B 96. Ohne eine richtige Bewirtschaftung würden sich Pflanzen wie Disteln oder das für Nutztiere gefährliche Jakobskreuzkraut nahezu ungestört ausbreiten können. Außerdem drohe die Verbuschung der Flächen.

„Das kann nicht sein!“, sagt auch Holger Kliewe kopfschüttelnd. Er ist Rügener Landwirt und Landespolitiker in einer Person und sieht das Verschwinden landwirtschaftlicher Flächen auf Rügen ebenfalls mit großer Sorge. Als „unvernünftig“ bezeichnete auch Holger Brandt von der Landgesellschaft MV die derzeitige Ausgleichsregelung.

Johann Topphoff-Kaup warb dafür, die Natureingriffe prinzipiell eher durch die „Entsiegelung“ von Altlasten, also den Abriss alter Anlagen und Ruinen, zu kompensieren. „Das wäre eine gute Maßnahme für eine Tourismusregion wie Rügen“, deren Antlitz dann weiterhin landwirtschaftlich geprägt bliebe.

Maik Trettin

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