Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Westernfrühstück: Stundenlang wird ohne Pause der Scheunenboden gestampft
Vorpommern Rügen Westernfrühstück: Stundenlang wird ohne Pause der Scheunenboden gestampft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 16.04.2013
In der Scheune von Bauer Lange in Lieschow wurde stundenlang ohne Pause getanzt. Fotos (2): Jens-Uwe Berndt Quelle: Jens-Uwe Berndt
Lieschow

Sie nennen sich „Brennende Stiefel“, „Inseladler“ oder „Inselstampfer“. Und wenn man Rügens Line Dancer beim Westernfrühstück in der Lieschower Scheune von Bauer Lange in Aktion erlebt, wird schnell klar, dass die forschen Namen gar nicht so weit hergeholt sind.

„Vier Stunden wird durchgetanzt“, sagt Brigitte Mahlstedt (66) von den „Burning Boots“. „Halb durchgeschwitzt bringt nichts. Hinterher müssen wir uns sowieso duschen.“ Die aus Bremen stammende Frau, die seit gut 20 Jahren auf der Insel lebt, gehörte am Wochenende zu den rund 200 Western- und Line-Dance-Anhängern, die sich in dem Erlebnishof von Thomas Lange jedes Jahr zweimal treffen, um im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Sohle aufs Parkett zu legen. Denn Verschnaufpausen gibt es nicht. Von den ersten Klängen bis zum Kehraus ist die Tanzfläche der Halle gerammelt voll. Nach einer strengen Choreografie werden zu allem, was aus den Boxen schallt, die einstudierten Schrittfolgen absolviert. Ob Country, Rock‘n‘Roll oder Pop — Line-Dance scheint zu jeder Art von Musik zu passen.

Modifiziert wird lediglich das Tempo.

Das Westernfrühstück fand bei Bauer Lange nunmehr am vergangenen Wochenende zum fünften Mal statt. Die Veranstaltungsreihe hatte ihren Anfang genommen, als die „Burning Boots“ im Jahre 2011 in Lieschow ihr zehnjähriges Bestehen feierten. „Ich war überrascht“, erinnert sich Thomas Lange an die Buchung der Truppe. „Eigentlich wollen Vereine, die tanzen, Geld vom Veranstalter. Hier waren plötzlich Tanzgruppen, die mir sogar Geld dafür geben wollten, dass sie in die Scheune konnten.“ Aber nicht nur dieser Umstand sei neu für ihn gewesen. Line Dance hatte vielmehr bis zu der Geburtstagsparty in Langes leben überhaupt keine Rolle gespielt. Umso mehr begeisterte ihn die Atmosphäre, die sich in seinem Haus verbreitete. Und so trägt Thomas Lange seine an einen Cowboyhut erinnernde Kopfbedeckung mit Stolz.

Zu den halbjährigen Treffen reisen mittlerweile nicht nur Rüganer an. Am Sonnabend waren Tänzer aus Stralsund, Grimmen oder Berlin dabei. Und auch wenn die „Burning Boots“ immer noch eine wichtige Rolle bei dem Westernfest spielen, hat die Ausrichtung der Veranstaltung längst Thomas Lange übernommen. „Lediglich zum Dekorieren der Scheune bringen sich die Jasmunder noch bei den Vorbereitungen ein“, sagt Lange. Und er ist dankbar ob dieser Hilfe, denn das richtige Gespür für das Aussehen einer echten Westernscheune haben doch vor allem die Country-Fans. Die sind froh über das Ambiente. „Es ist hier so schön rustikal“, sagt Brigitte Mahlstedt. „Das passt wunderbar zur Musik und zum Tanz.“

Mahlstedts Truppe ist eine reine Frauengemeinschaft. 14 Damen üben regelmäßig die richtigen Schritte zur Musik. Allerdings drohen die „brennenden Stiefel“ ein Rentnerverein zu werden. „Wir können jüngere Leute unter 50 Jahren gut gebrauchen“, sagt die Sassnitzerin, die mit ihren Mitstreiterinnen jeden Freitagabend von 19 bis 21.30 Uhr im Kreidewerk von Klementelvitz den Boden des Frühstücksraums stampft. „Männer sind uns auch willkommen“, sagt Mahlstedt weiter. Und nicht nur über Mittänzer freuten sich die Frauen, auch Zuschauer können kommen.

Jens-Uwe Berndt

Die Premieren-Aufführung des Perform(d)ance-Stückes „Kümmert euch!“ in der alten Eisengießerei in Stralsund wurde mit viel Beifall belohnt.

16.04.2013
Sport Rügen Fußball-Kreisklasse: 1. FC Binz II ? SG Gustow 5:0 (3:0) - Binzer Kicker mit Sieges-Serie

Einen klaren und verdienten Sieg konnte die zweite Mannschaft des 1. FC Binz am Wochenende gegen Gustow verbuchen.

06.05.2015
Rügen In kuerze - IN KÜRZE

Ingrid Schmidt stellt Buch über Rügener Steine vor Trent — Spannende Geschichten, zum Beispiel über das Wiederauffinden vergessener Taufsteine auf Friedhöfen oder in Gutsparks der Insel, werden morgen im Pfarrhaus Trent zu Gehör gebracht.

16.04.2013