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Rügen Wetterkapriolen mitten im Wanderfrühling
Vorpommern Rügen Wetterkapriolen mitten im Wanderfrühling
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00:00 28.04.2016
Beim Picknick auf dem Schafberg bei Mariendorf genossen die Teilnehmer der Wanderung „Von Berg zu Berg mit Ausblicken“ die Sonne und die Sicht auf Gager. Quelle: Petra Blank / Kurverwaltung Middelhagen

Schnee, Wind und Hagel — der diesjährige Rügener Wanderfrühling schien zu seinem Ende am vergangenen Sonntag nahtlos in den Winter übergehen zu wollen. Die Urlauber der Abschlusstour von Binz nach Lietzow störte das nicht im geringsten: „Selbst dieses ungemütliche Wetter hat kaum jemanden vom Wandern abgehalten“, sagt Ralf Goede. Der Mitarbeiter der Binzer Kurverwaltung hatte den Trupp auf der etwa 20 Kilometer langen Strecke entlang des Boddens und der Feuersteinfelder angeführt. Sein Fazit: Wandern wird bei den Insel-Gästen immer beliebter.

Hunderte gingen bei Sonne, Hagel und Schnee auf Tour über die Insel.

Selbst dieses ungemütliche Wetter hat kaum jemanden vom Wandern abgehalten.“Ralf Goede, Kurverwaltung Binz

Hunderte hatten in den zurückliegenden Tagen an den Touren teilgenommen. 80 waren es allein zur Auftaktveranstaltung, die zur Insel Vilm führte. „Die Gelegenheit, die kleine Insel zu erkunden, nutzten nicht nur Gäste, sondern auch einige Insulaner“, erinnert sich die Middelhagener Kurdirektorin Petra Blank. Sie hatte mit ihren Kollegen die Tour „Von Berg zu Berg mit Aussichten“ durch den Südosten der Insel organisiert und unterwegs ein Picknick mit regionalen Häppchen angeboten. Die Resonanz sei diesmal aber nicht so groß wie gewünscht gewesen: Nahmen im vergangenen Jahr noch 20 Besucher an einer ähnlichen Wanderung teil, waren es diesmal nur fünf. Am Wetter kann es nicht gelegen haben — es herrschte strahlender Sonnenschein.

„Man kann das nicht erklären und kaum vorhersagen, welche Touren besser oder schlechter angenommen werden“, sagt Erika Rinow vom Tourist-Service Sassnitz. Nachdem im vergangenen Jahr an der Abschlusstour auf Jasmund zahlreiche Wanderer teilgenommen und den Wunsch nach weiteren anspruchsvollen Strecken geäußert hatten, boten die Hafenstädter diesmal unter anderem eine siebenstündige Wanderung der Kategorie „schwer“ entlang der Kreidebrüche an — und erreichten damit gerade mal zwei Wanderfreunde. Zehnmal so viele waren es bei einem Rundgang durch die Stadt.

Durchwachsen sieht die Bilanz auch im benachbarten Lohme aus. „Unsere Tour zum Kiekberg beispielsweise war richtig gut besucht“, zeigt sich Torsten Rollin, Geschäftsführer der kommunalen Touristik Lohme GmbH, zufrieden. Anderntags ließen sich kaum Wanderer am verabredeten Treffpunkt blicken. Rollin erklärt sich das mit der schlechten Erreichbarkeit: Die Straße in Richtung Lohme war an diesem Tag gesperrt.

Wetterkapriolen bestimmten auch in Baabe, wie gut das Wanderangebot angenommen wurde. Beliebt war hier wie auch andernorts das „Wandern und Skizzieren“. Auf der mehrstündigen Tour machen die Teilnehmer an verschiedenen Punkten Halt und zeichnen die Landschaft oder Details aus der Natur. Auch die Themenwanderung zum Wirken Caspar David Friedrichs auf Mönchgut zog viele Wanderfreunde an, sagt die Baaber Kurdirektorin Uta Donner. Im Schnitt seien es fünf Teilnehmer pro Tour gewesen.

Größere Wandergruppen sind auch diesmal traditionsgemäß wieder von Binz aus gestartet. Bis zu 35 Teilnehmer habe man pro Wanderung gezählt, sagt Kerstin Götze, Marketingverantwortliche in der Kurverwaltung des größten Rügener Ostseebades. Zu den beliebtesten gehörten die Touren „Giganten der Steinzeit“, „Natur in Hoch-Form auf dem Baumwipfelpfad“ und die „Mondscheinwanderung zum Jagdschloss Granitz“. Gewandert wurde bei jedem erdenklichen Wetter. Am wärmsten war es mit 14, am kältesten mit zwei Grad. Aufgegeben hat kaum jemand, ganz im Gegenteil: „Auf unserer Tour zur Halbinsel Buhlitz waren die Gäste gerade erst so richtig in Fahrt gekommen“, erinnert sich Goede lachend. Sie fragten, ob sie die Strecke nicht einfach verlängern könnten. „Von 17 Teilnehmern sind dann zwölf noch weiter durch die Feuersteinfelder bis nach Lietzow gelaufen.“

Mittlerweile legen einige Wanderer ihren Urlaub so, dass sie die Aktion auf der Insel auskosten können. Ralf Goede nennt als Beispiel die 71-jährige Münchnerin, die zum Wanderfrühling und Wanderherbst nach Rügen kommt. „Sie ist in diesem Jahr wirklich bei fast allen Touren mitgelaufen, die wir von Binz aus angeboten haben“, sagt der Mann aus der Kurverwaltung voller Respekt. Lediglich die Abschlusswanderung musste sie sich entgehen lassen, weil sie wieder nach Hause reisen musste.

„Das Angebot ist unglaublich abwechslungsreich und sehr gut“, sagt Erika Rinow aus Sassnitz. Auch wenn die eine oder andere Tour diesmal nicht so viele Gäste angelockt habe: „Das müssen wir vielleicht auch einfach mal durchstehen und weiter beobachten. Es kann im nächsten Jahr schon ganz anders sein.“

Ralf Goede unterstreicht das. Als 2014 zum ersten Mal die Tour „Von Turm zu Turm“ auf dem Programm stand, wurde der einzige Teilnehmer von drei Wanderführern betreut. „Im Jahr darauf waren es schon 17 Besucher und in diesem 26.“

Von Maik Trettin

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