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Rügen Wettlauf für das Leben gewinnen
Vorpommern Rügen Wettlauf für das Leben gewinnen
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03:42 16.07.2013
Kathrin Prettin (38) ruft zur Spendenaktion auf. Quelle: Marlies Walther

Das Schicksal von Menschen, die an Krebs erkrankt sind und deren letzte Überlebenschance eine Stammzellenspende ist, bewegt Kathrin Prettin. Intensiv beschäftigt sich die Mutter von zwei Kindern im Alter von sechs und elf Jahren schon geraume Zeit mit dem Thema. Zusätzlich wurde sie jetzt ermutigt, sich noch mehr in die Sache zu knien, als sie von einem Stralsunder Polizisten erfuhr, der dringend einen passenden Spender sucht.

Sie selbst und auch ihr Mann ließen sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Doch das reicht der 38-Jährigen nicht. Sie möchte viele Menschen auf das Thema aufmerksam machen und eine Registrierungsaktion in Stralsund starten.

„Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose Leukämie, darunter auch sehr viele Kinder. Für viele Blutkrebspatienten besteht die einzige Heilungschance in einer Stammzellenspende“, sagt Kathrin Prettin. Die Wahrscheinlichkeit, einen so genannten genetischen Zwilling zu finden, sei gering, könne zwischen 1:20 000 bis 1:mehrere Millionen betragen. „Genau deshalb zählt jeder einzelne, denn jeder hat die Möglichkeit, Leben zu retten. Nur gemeinsam können wir den Wettlauf für das Leben gewinnen“, sagt die Chefin eines Kosmetikstudios in der Hainholzstraße.

Was viele nicht wüssten: Die Registrierung eines Stammzellenspenders kostet 50 Euro. Das sei recht unkompliziert und eine Sache von wenigen Minuten. Per Anforderung bekomme man im Internet ein Wattestäbchen für eine Speichelprobe zugeschickt. Diesen Wangenabstrich müsse man zurücksenden. Die anschließende Laboruntersuchung allerdings ist aufwändig, erläutert Sascha Bernot von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Die Kosten für die Neuaufnahme eines Lebensspenders würden weder von Krankenkassen übernommen noch staatlich bezuschusst, sondern allein durch Spendengelder finanziert.

„Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale bestimmt und die Befunde anschließend anonymisiert an das Zentrale Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen“, sagt Sascha Bernot. Kathrin Prettin hat Kontakt aufgenommen und wollte natürlich auch wissen, was überhaupt in dem Fall, dass ein passender Spender gefunden wird, passiert.

Sie erfuhr, dass es zwei verschiedene Verfahren gibt. Seltener durchgeführt würde inzwischen die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender ein Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm — nicht aus dem Rückenmark — entnommen wird. Die wesentlich häufigere Methode (80 Prozent) sei inzwischen die periphere Stammzellenentnahme. „Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt“, erläutert Bernot. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt. Nur bei der Knochenmarkentnahme sei ein Krankenhausaufenthalt nötig, der etwa zwei bis drei Tage dauere. Die periphere Stammzellspende werde ambulant durchgeführt, daure in der Regel vier Stunden. Während der Einnahme des Medikaments könnten grippeähnlich Symptome auftreten, so Bernot.

Mit all diesem Wissen ruft Kathrin Prettin jetzt zu einer Spendenaktion auf, für die sie schon zahlreiche Partner gewonnen hat wie die Sparkasse oder die Stadtwerke. Und so sieht ihr Plan aus:

Zunächst möchte sie Spendentöpfe in Stralsunder Geschäften aufstellen, so wie sie es bereits in ihrem eigenen Kosmetikstudio getan hat, damit die Bevölkerung spenden kann. Außerdem ist ein Spendenkonto eingerichtet.

Schließlich hofft Kathrin Prettin, dass in der Hansestadt mit Hilfe der DKMS eine große Registrierungsaktion gestartet werden kann, bei der die gesammelten Gelder an die Organisation übergeben werden können.

Spendenkonto ist eingerichtet
Partner der Spendenaktion der

Stralsunderin Kathrin Prettin für

weitere Registrierungen in der

Knochenmarkspenderdatei sind unter anderem Sparkasse Vorpommern,

Internationaler Bund, Frisur und

Kosmetik GmbH, Stadtwerke, Autohaus „Boris Becker“, Pflegedienst

Dagmar Prettin, Sonnen-Apotheke, SHBB Steuerberatungsgesellschaft Christiane Borowitz, Wäscheboutique Vera Lüpke, Cosmetic Atelier Ina

Bernstein, Fahrrad Wollmann.

Ab sofort können Bürger und Firmen Spenden einzahlen. Bitte die komplette Adresse beim Überweisen angeben, dann werden nach der Aktion automatisch Spendenbescheinigungen

zugeschickt.

Spendenkonto: DKMS Deutsche

Knochenmarkspenderdatei

gemeinnützige Gesellschaft mbH, Sparkasse Vorpommern,

Konto-Nummer: 4 02 40,

Bankleitzahl: 15 05 05 00.

Marlies Walther

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