Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Windland-Schüler werden zu Meeresmüll-Experten

Altenkirchen Windland-Schüler werden zu Meeresmüll-Experten

Bei einer Tagung diskutierten Experten über Verschmutzung des Meeres

Voriger Artikel
Windland-Schüler werden zu Meeresmüll-Experten
Nächster Artikel
Geschichte(n) aus ganz Vorpommern

Machen sich stark für den Schutz der Meere: Andrea Stolte vom WWF Ostsee-Büro in Stralsund (li.) mit Rosanna Schöneich-Argent von der Universität Oldenburg.

Quelle: Fotos: Anne Ziebarth

Altenkirchen. Die Regionale Schule Windland in Altenkirchen ist für ihr Engagement in Sachen Naturschutz bekannt. Jetzt trafen sich Experten aus ganz Deutschland auf Wittow, um mit den Schülern über Meeresmüll und die Ursachen der Verschmutzung zu diskutieren. „Die Schüler haben sich für Themen wie ,Geisternetze', ,Mikroplastik' oder ,Klimawandel' eintragen können. Fachleute haben ihnen dann einen tieferen Einblick in den Stand ihrer Forschung gegeben und ihnen Einblicke in ihre Arbeit vermittelt“, erklärt Rolf Schernus, stellvertretender Schulleiter der Windlandschule. „Die Jugendlichen können so zu Multiplikatoren werden und andere Menschen und Schüler für das Thema Umweltverschmutzung sensibilisieren.“

OZ-Bild

Bei einer Tagung diskutierten Experten über Verschmutzung des Meeres

Zur Bildergalerie

Mirco Haseler vom Insitut für Ostseeforschung Warnemünde zum Beispiel berichtete über die verschiedenen Methoden des Meeresmüllmonitoring und die bisherigen Ergebnisse. „An den von uns beprobten Strandabschnitten haben wir feststellen können, dass der meiste Müll tatsächlich von der Strandnutzung durch Menschen anfällt und nicht aus dem Meer angespült wird. Etwa ein Drittel der einzelnen Müllteile waren Zigarettenkippen, danach folgten Polymere, also Plasikverbindungen.“ Ein Phänomen, das die Schüler der Windlandschule gut kennen. Im Rahmen der Projektgruppe „SEK2“ sind sie in regelmäßigen Zeitabständen an der Küste Wittows unterwegs und sammeln Müll ein. Plastik von Verpackungen, Folien oder auch alte Netze machen einen großen Teil der gefundenen Menge aus.

„Die Fischernetze sind heute alle aus sehr haltbarem Plastik“, erklärt Andrea Stolte vom WWF Ostsee-Büro in Stralsund. „Wenn sie abreißen oder verloren gehen, stellen sie als Geisternetze eine zusätzliche Gefahr für die Tierwelt der Küste dar.“ Seevögel und Fische verenden kläglich in diesen Kunststoffnetzen, der langsame Abrieb des Plastiks führt zur Bildung von Mikroplastik, einer Gefahr für Mensch und Umwelt, die in ihren langfristigen Auswirkungen noch kaum auszumachen ist. Nach Angaben des Umweltbundesamtes gehen wissenschaftliche Schätzungen davon aus, dass etwa sechs bis zehn Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion ihren Weg in die Weltmeere finden. Weitere Quellen für Mikropartikel aus Kunststoff sind unter anderem Chemiefasern, die aus der Kleidung und sonstigen Textilien ausgewaschen werden.

Einen anderen Aspekt zur Erforschung des Meeresmülls verfolgt Rosanna Schöneich-Argent von der Universität Oldenburg. Die 25-Jährige erforscht das Strömungsverhalten von Müll in den Ozeanen. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit sogenannten Driftern, kleinen markierten Holzblöcken, die sie im Meer platziert und die bei Wiederfund Aussagen über den zurückgelegten Weg ermöglichen. Einer dieser Holzblöcke hat es von der Nordsee sogar bis an die Küste Wittows geschafft und wurde von den Eltern eines Schülers gefunden. „In einem Zeitraum von zwei Tagen einmal rund um Dänemark – das schafft kein Drifter“, musste die Doktorantin aber vermelden. „Den hat wohl jemand an der Nordsee mitgenommen und dann an der Ostsee ausgesetzt.“ Aber auch wenn der Drifter von Wittow nicht in die Forschungsergebnisse einfließen kann, passte ihr Vortrag über Meeresmüll perfekt in die Tagung. „Die Aufmerksamkeit der Schüler war top!“, lobt Rosanna Schöneich-Argent. „Ich denke so eine Veranstaltung ist eine gute Idee. Die Idee einer solchen Konferenz werde ich mitnehmen und auch an Schulen bei uns in der Region vorschlagen.“

Plastik im Meer

600 Jahre braucht synthetische Angelschnur, bis sie im Meer zersetzt wird. Sixpack-Ringe bringen es immerhin noch auf 400 Jahre.

7 Millionen Tonnen Plastikmüll landen nach Schätzungen des WWF jedes Jahr im Meer. Der Müll bildet zum Teil große Strudel und Teppiche im Ozean. Der größte Müllstrudel ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik. Er ist mittlerweile so groß wie Zentraleuropa.

Anne Ziebarth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grimmen

Nur wenige Grundschulen im Raum Grimmen haben derzeit eine Fachkraft.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.