Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Windturbine soll sich ab Oktober freischwimmen

Stralsund Windturbine soll sich ab Oktober freischwimmen

Bei der Edelstahl Stralsund GmbH entsteht Deutschlands erste schwimmende Windkraftplattform

Voriger Artikel
„Lippi“ kauft Haus auf Rügen
Nächster Artikel
Ausgleichsflächen werden knapp

Karsten Köpke und Bodo Voigt (r.) vorm Modell der schwimmenden Windkraftplattform die von der Edelstahl und Umwelttechnik Stralsund GmbH (ESG) in einer angemieteten Halle auf der Volkswerft gebaut wird.

Quelle: Jörg Mattern

Stralsund. In Halle 270 auf der Volkswerft fliegen Schweißfunken. Hier wird daran gearbeitet, einen weltweit einzigartigen Prototypen fertigzustellen. Die zur Dresdener Gicon-Gruppe gehörende Edelstahl und Umwelttechnik Stralsund GmbH (ESG) baut in der angemieteten Halle ein schwimmendes Offshore Fundament (SOF) für Windkraftanlagen.

Eigentlich sollte der Rotor der Windkraftturbine sich schon seit dem letzten Herbst im Windpark „Baltic I“ vor dem Darß drehen. Das Pilotprojekt erfordert jedoch immer wieder neue Ideen, die auch in den Augen der Behörden Bestand haben müssen. Verzögerungen bleiben da nicht aus. Jetzt soll es im Oktober so weit sein.

Die Ursachen dafür kennt Bodo Voigt: „Wir haben uns erfolgreich an einem Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur zur Zuteilung von Netzkapazitäten beteiligt, damit wir künftig unseren Strom auch einspeisen können“, sagt der ESG-Betriebsleiter. Dazu kam, dass die Ingenieure für die Plattform einen Schwerkraftanker entwickelten. „Damit benötigen wir keine Rammpfähle mehr, um die Plattform zu verankern“, erläutert Karsten Köpke, Projektleiter SOF.

Der Vorteil: Der Schwerlastanker wird zum Standort der Anlage geschleppt, abgesenkt und hält die vier luftgefüllten Schwimmkörper straff im Wasser. Es entstehen keine Rammgeräusche, was Meeressäuger schont“, erläutert Köpke. Das Verfahren wurde inzwischen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gebilligt. Bis die entsprechenden Genehmigungen erteilt waren, wurden auch keine Verträge ausgelöst, etwa für die 1,3 Megawatt-Turbine. „Das führte insgesamt zu Verzögerungen, hat uns aber den Zeitplan nicht wesentlich durcheinandergebracht“, betont Voigt. In der Zwischenzeit wurden die Segmente der Plattform vorgefertigt. Und auch sonst hat die Belegschaft der ESG gut zu tun.

„Als wir 2012 Mitglied der Gicon-Gruppe wurden, waren hier gerade noch vier Leute beschäftigt“, sagt der Betriebsleiter. „Heute arbeiten 100 Fachleute, Schlosser, Schweißer, Ingenieure für die ESG.“ 90 Prozent der Belegschaft haben einst auf der Volkswerft gearbeitet. Zum Portfolio des Unternehmens gehören vier Sparten: Offshore/Schiffbau, Maschinen- und Anlagenbau, Metall- und Hallenbau sowie ingenieurtechnische Dienstleistungen. Damit ist man für verschiedenste Aufgaben breit aufgestellt, ob das Kabeltanks für den Windpark „Baltic I“ sind oder die Montage von Industriekühlschränken oder Förderanlagen aus Edelstahl.

Fähigkeiten, die jetzt in den Bau der schwimmenden Offshore Plattform fließen. „Mitte Oktober wollen wir diese jetzt zu Wasser lassen und an ihren Standort nahe des Windparks „Baltic I“ schleppen und verankern“, blickt Projektleiter Karsten Köpke voraus. Dann beginnt die Erprobung. Damit den Ingenieuren nichts entgeht, werden 1000 Messstellen in der gesamten Anlage eingebaut. „Wir haben mit der ESG 1 die einzige Pilotanlage weltweit, die in der Nähe eines Offshore-Windparks unter realen Bedingungen getestet wird“, betont der Projektleiter. Mit den Ergebnissen der Tests, soll das SOF dann in Serie gehen. Dann allerdings mit modernen 5 bis 6 Megawatt-Windturbinen.

Prototyp ESG 1

Prototypen für schwimmende Windkraftanlagen gibt es derzeit unter anderem vor Japan, Norwegen und Portugal. Das besondere an der ESG 1 ist jedoch, dass diese genau so stabil verankert werden kann, wie eine stationär gebaute Anlage. So soll der projektierte Spielraum nur eine Bewegung von drei bis 12 Millimetern zulassen. Die Kosten für den Prototyp betragen rund 18 Millionen Euro.

Von Jörg Mattern

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Vorland
Paul Marquardt, Bereichleiter in der Vorländer Agrargesellschaft, plant die Frühjahrarbeiten neu , weil einige Flächen erneut bestellt werden müssen.

Während Kälte die Pflanzen auf dem Festland im Winter schädigte, war es auf Rügen zu nass und zu warm

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.