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Wird das „Suploch“ zur Falle?

Vitte Wird das „Suploch“ zur Falle?

Der Autor Kay Zeisberg, Jahrgang 1965, nimmt in seinem neuen Roman „Suploch“, erschienen im Verlag „tredition“, die Leser mit auf die Insel Hiddensee und in das Leben des Opernregisseurs Zilkmann.

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Das neue Buch von Kay Zeisberg kostet 13,90 Euro. ISBN:978-3- 8424-9588-3. Repro: hv

Vitte. Der soll in Berlin die „Salome“ auf die Bühne bringen, zieht sich ausgebrannt und nach dem Verlust seiner Frau in tiefer Trauer und Hoffnungslosigkeit auf das Eiland zurück. Auf eine Insel, die früher sein Herz erwärmt hat, sich in diesem Winter aber besonders eisig zeigt. Er beißt sich fest am Thema „Salome“, reflektiert sein Leben, erinnert sich an seine Liebe, ertränkt seinen Frust in Whisky und Absinth und kommt auf dem Heimweg an dem Tümpel vorbei, der von den Einheimischen nur das „Suploch“, das Saufloch, genannt wird. In diesem einst als Viehtränke genutzten Loch in der Heide war vor Jahren ein Mann tatsächlich im Eis eingebrochen und erfroren. Ereilt Uwe Zilkmann das gleiche Schicksal?

Eindrucksvoll beschreibt Zeisberg die zerrissene Seele des gefeierten Regisseurs. Er beleuchtet die Bretter, die die Welt bedeuten, und die Kulissen, auch die hinter der Inselfassade. Der Autor: ein Theatermensch, Hiddensee-Kenner und guter Beobachter. Seine Sprache ist voller Bilder, seine Erzählweise sehr ansprechend. Nur ganz selten wird der Lesefluss jedoch durch Fremdwörter verlangsamt, die sich entweder aus dem Zusammenhang oder erst durch Nachschlagen erschließen wie „rabulistische Begründung“, „euphemistische Einlassungen“ oder das überaus selten im allgemeinen Sprachgebrauch genutzte Wort „ostrakisieren“, was so viel bedeutet, wie einen unliebsamen Bürger durch ein ganz bestimmtes Verfahren, das Scherbengericht, aus dem politischen Leben der Stadt zu entfernen. Kein Grund, jetzt den Autor zu ostrakisieren, denn er ist mehr als nur ein guter Erzähler. Er beherrscht die Dramaturgie, den Aufbau von Spannung, den roten Faden. Und so ist sein Buch gleichsam eine gelungene Inszenierung, für die so manches Kapitel Szenenapplaus verdient.

Holger Vonberg

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