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Rügen Wirkte mit Gelassenheit und Beharrlichkeit
Vorpommern Rügen Wirkte mit Gelassenheit und Beharrlichkeit
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08:26 14.07.2018
Ruth Meyer eingerahmt von ihren Nachfolgerinnen Ina Pellehn (li.) und Hanka Schmidt am Freitag vor dem Parkhotel Rügen. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

In Anwesenheit zahlreicher – ganz überwiegend weiblicher – Vertreterinnen von Institutionen und Vereinen sowie Kooperationspartnern und Weggefährten beging Ruth Meyer am gestrigen Freitag das letzte Kapitel ihres Abschieds auf Raten. So richtig loslassen konnte die 1948 im westfälischen Mettingen geborene Gründerin der „MISS-Beratungsstelle für für Betroffene sexualisierter Gewalt“bisher noch nicht.

Unter den Gratulanten im Parkhotel Rügen waren auch Beatrix Wilke, Bürgermeisterin von Putbus, wo Meyer mit ihrer Frau lebt und Jörg Heusler, Leiter des Gesundheitamts des Landkreises. Kathrin Meyer, Mitarbeiterin von Angela Merkel, verlas ein Grußwort der Bundeskanzlerin. „Ihnen war es immer eine Herzensangelegenheit, Frauen und Mädchen eine Stimme zu geben“, so die Kanzlerin.

Vortrag statt Lobhudelei

Auch die Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner (Linke) und Sonja Steffen (SPD) ließen es sich nicht nehmen, Meyer Respekt zu zollen. „Ein Glück, dass wir Dich für die Insel dazu gewonnen haben“, so Kassner. Rügens ehemalige Landrätin attestierte Ruth Meyer Gelassenheit und Beharrlichkeit und fand: „Eigentlich solltest Du ja heute im Mittelpunkt stehen.“

Statt ausufernder Lobhudeleien hatte sich Ruth Meyer nämlich einen Fachvortrag zu einem Thema gewünscht, das auch innerhalb der Psychologen-Szene als Tabu gilt. So referierte Prof Harald Freyberger von der Uni Greifswald unter dem Titel „Narzisstischer und sexueller Missbrauch in der Psychotherapie“, über das Verhältnis von Macht und Sexualität. Dieser Problematik widme sich auch der Verein „Ethik in der Psychotherapie“, so Freyberger.

„Wir schaffen das!“

Weil Lobhudeleien sich aber zu einem solchen Anlass nie ganz vermeiden lassen, erinnerte die langjährige Weggefährtin Ilona Wulff daran, „dass wir uns alle mit der Aufgabe überfordert fühlten“, bis Ruth Meyer auf den Plan trat. Martin Stemmler vom Weißen Ring lobte: „Sie sind eine Stabilität ausstrahlende Frau mit Humor und Deutlichkeit.“ Für Regina Bindernagel, Leiterin des CJD, ist Meyer „eine toughe Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht“. Gemeinsame Stationen seien der Verein „Rügen tut gut“, das Bündnis für Familie oder die Errichtung einer Wohngemeinschaft für Essgestörte gewesen. Dass die Arbeit der Beratungsstelle nach dem Abschied ihrer Gründerin weitergeht, betonten Meyers Nachfolgerinnen. „Sie lebt lustig, sie lebt heiter, sie geht in Rente, wir machen weiter!“, hatten die Sozialpädagoginnen Ina Pellehn und Hanka Schmidt zum Abschied gereimt. „Du hast mich wie eine Mutter das Laufen gelehrt, aber nun ist die Elternzeit vorbei“, meinte Pellehn. Das Bonmot „Wir schaffen das!“ habe Meyer lange vor Merkel gesagt. Nun sei es Zeit, dass andere die Arbeit fortsetzen. Dafür wurde der Verein „Fair, gewaltfrei und selbstbestimmt“ gegründet, der seit Anfang Juli Träger der MISS. Beratungsstelle ist. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass Ihr die Arbeit gut fortführen werdet“, verabschiedete sich Ruth Meyer.

MISS. Beratungsstelle für Opfer sexualisierter Gewalt

149 Fälle bearbeiteten die Beraterinnen der Einrichtung; darunter 119 Frauen und 30 Männer.

Beraten werden neben Betroffenen auch Angehörige und Bezugspersonen der Opfer sexueller Gewalt.

Die Beratungsstelle ist in der Ringstraße 114 in Bergen, Tel. 03838 / 254545, www.miss-beratungsstelle.de.

Driest Uwe

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