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Rügen Am ehemaligen KdF-Bad wüten die Bagger
Vorpommern Rügen Am ehemaligen KdF-Bad wüten die Bagger
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06:33 08.07.2015
Für die Errichtung von Ferienwohnungen und eines Hotels werden im Gebäudekomplex Block I in Prora zwei sogenannte Liegehallen abgerissen und neu gebaut. Quelle: Anne Ziebarth
Prora

Seit dieser Woche werden im einstigen „Kraft durch Freude“-Komplex Block I in Prora auf der Insel Rügen zwei sogenannte Liegehallen geschliffen. Diese unter Denkmalschutz stehenden Gebäude-Elemente sollten in dem von den Nazis erbauten Erholungsheim Urlaubern im Dritten Reich beim Entspannen einen erhöhten Blick auf die Ostsee gewähren.Der einmalige Monumentalbau bekommt jetzt Risse: Block I versinkt im Staub. Wegen maroder Stahlbetonträger müssen die Liegehallen weg.

In Block I entstehen derzeit 166 Eigentumswohnunen und 114 Hotelappartements. Investor ist die Firma IrisGerd aus Berlin. Geschäftsführerin Iris Hegerich versichert, die Liegehäuser würden eins zu eins wieder so aufgebaut, wie sie früher gewesen seien. „Das war eine Bedingung des Denkmalschutzes, um die Baugenehmigung zu bekommen“, sagt Hegerich.

Ursprünglich sollte die Originalsubstanz erhalten bleiben. „Wir wollten die Gebäude sanieren, hatten die Angebote der Baufirmen bereits auf dem Tisch“, berichtet die Unternehmerin aus Berlin. „Als wir das Gebäude sandgestrahlt haben, sind aber völlig marode Stahlträger zum Vorschein gekommen. Wir hatten keine andere Wahl.“

Warum der Zahn der Zeit ausgerechnet hier am schlimmsten gewütet haben soll, ist derzeit unklar. In den anderen Blöcken des insgesamt 4,5 Kilometer langen Gebäudegiganten reichen bisher Sanierungsmaßnahmen für eine weitere Nutzung aus. „Aus anderen Bereichen liegen keine Abrissanträge vor“, sagt der Binzer Bürgermeister, Karsten Schneider (parteilos). „Die Genehmigung für die Maßnahme war sicher eine große Überwindung für den Denkmalschutz. Eine Sanierung soll aber nicht möglich gewesen sein.“

Susanna Misgajski, Leiterin des Prora Zentrums, hat durchaus Verständnis für den Abriss. „Damals wurden nicht die besten Materialien verwendet“, weiß die Historikerin, die sich intesiv mit der Geschichte des KdF-Bads beschäftigt hat. Sie befürchtet jedoch, dass durch den Neubau nun noch weiter der Charaker des Gesamtensembles verlorengehen könnte. „Es ist schade, dass eigentlich nur noch Block V authentisch erhalten ist“, so Misgajski. Besonders die Genehmigung der Außenbalkons auf der Seeseite könne sie nicht nachvollziehen. „Da hätte ich mir strengere Denkmalschutzauflagen gewünscht .“



Anne Friederike Ziebarth

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