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Baugewerbe im Kreis boomt

Bergen/Stralsund Baugewerbe im Kreis boomt

Kreishandwerkerschaft sieht insgesamt stabile Entwicklung – Bäcker müssen jedoch kämpfen

Bergen/Stralsund. Daniel Kempcke wollte eigentlich erst im Oktober mit seiner eigenen Malerfirma starten. „Doch es gibt bereits so viel Arbeit, da werde ich schon Anfang September durchstarten“, sagt der 41-jährige Stralsunder. Noch steckt er mitten in der Meisterschule, doch er ist optimistisch, dass alles passt. Schließlich fängt Kempcke junior nicht bei Null an, hat jahrelang als Vorarbeiter im Handwerksbetrieb seines Vaters gemalert. Seine einzige Sorge ist derzeit: „Gute Facharbeiter sind ebenso rar wie gute Lehrlinge.“

 

OZ-Bild

Silvio Glaß hat sich auf Rügen mit eigener Elektrofirma selbstständig gemacht.

Quelle: Steffi Besch

Daniel Kempcke ist einer von den Fachleuten, deren Engagement dazu beiträgt, dass das Handwerk im Landkreis Vorpommern-Rügen kaum an Boden verliert. Uwe Ambrosat, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern, hat extra in der Handwerksrolle nachschauen lassen. Diese erfasst die An- und Abmeldungen von Handwerksbetrieben statistisch. „Im Landkreis hatten wir Ende 2015 im Vollhandwerk 1761 Betriebe und zusammen mit handwerksähnlichen Firmen 2815“, sagt Ambrosat. 2014 waren noch 1793 Vollhandwerker erfasst, mit handwerksähnlichen Betrieben insgesamt 2829.

Die Unterscheidung macht der Geschäftsführer, weil die Handwerksordnung 2002 novelliert worden war. Seither gibt es so genannte zulassungsfreie Handwerksberufe ohne Meisterzwang, wie Fliesenleger oder Goldschmied, und eben meisterpflichtige Gewerke, wie Dachdecker, Elektriker, Friseure.

Der leichte Rückgang bei der Zahl der Meisterbetriebe im Kreis wird aus Ambrosats Sicht durch die zulassungsfreien Gewerke beinahe wieder aufgefangen.

Hat das Handwerk also doch goldenen Boden? Uwe Ambrosat ist überzeugt, dass es ein Wirtschaftszweig mit guten Aussichten ist. Man könne in kleinen Handwerksbetrieben flexibler arbeiten und schneller Verantwortung übernehmen. „Jedoch muss man etwas differenzierter hinschauen“, betont er. Firmen im Bauhandwerk erlebten derzeit wegen des Zinstiefs und des vielen privaten Geldes auf dem Markt so etwas wie ein Konjunkturprogramm. Dagegen gehe es dem Backhandwerk im Kreis nicht so gut.

Für den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft ist es daher wichtig, wie jeder einzelne es schafft, mit speziellen Angeboten auf sein Handwerk aufmerksam zu machen. Tobias Klugmann etwa hat es geschafft, seine Nische zu finden. Der Elektrotechnik-Ingenieur aus Ribnitz-Damgarten ist seit Januar dieses Jahres mit eigener Firma im Gewerbegebiet Beim Handweiser zu finden. „Ich konzentriere mich auf die Wartung von elektrischen Maschinen“, sagt der 30-Jährige. Für ihn eine Chance, aus der Arbeitslosigkeit zu starten. Dabei hilft dem Existenzgründer auch die Kooperation mit dem eingeführten Werkzeuggroßhändler Stuht GmbH, dessen Kunden bei Klugmann reparieren lassen. „Elektriker sind viele am Start, da reicht es nicht, nur eine Idee für den Weg zur eigenen Existenz zu haben. Es ist gut, genau zu wissen, wie man das anpacken will“, rät Klugmann.

Zu den Elektrikern, die mit ihrem Beruf zufrieden sind, gehört Silvio Glaß aus Groß Zicker. Im Mai hat er seinen Betrieb gegründet. Seine Nische ist das Mönchgut auf Rügen. „Hier gibt es von Reparaturen bis Neuanlagen richtig viel zu tun“, hat der 33-Jährige schnell gemerkt. Für den Meisterbrief hat er sich noch einmal richtig reingekniet, hatte das wichtige Papier im Januar in der Tasche. Und er sagt: „Bei der Kreishandwerkerschaft habe ich für mein Vorhaben viel Unterstützung gefunden.“

Land hilft mit Meister-Extra und Meister-Prämie

1761 Betriebe im so genannten Vollhandwerk hatte die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern zum Jahresende 2015 für den Landkreis registriert. Einschließlich der Betriebe, die nicht unter den Meisterzwang fallen, kommt das Handwerk im Kreis so auf 2815 Firmen.

„Besser ein Meister“ heißt die Initiative in MV, mit der Wirtschaftsministerium und Handwerkskammern seit Januar 2008 für die Karriereperspektive im Handwerk werben.

7500 Euro so genannte Meister-Prämie bekommt, wer einen etablierten Meisterbetrieb übernimmt und weiterführt als Unterstützung vom Land MV. Das Programm wurde von der Landesregierung bis Ende 2016 verlängert.

Seit 2016 gilt im Land auch: Wer seine Meisterausbildung erfolgreich abschließt, kann auf Antrag eine Unterstützung von 1000 Euro bekommen, das so genannte Meister-Extra.

• www.hwk-omv.de.

Jörg Mattern

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