Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Bergener Zeitgeist? – Jetzt geht auch Händler Lebahn weg

Bergen Bergener Zeitgeist? – Jetzt geht auch Händler Lebahn weg

Stadt möchte weiteren Schließungen mit neuem Marketing und Kooperationen begegnen / B-Plan zur Erweiterung von Verkaufsflächen soll gestoppt werden

Voriger Artikel
Feinkosthändler gibt Standort am Markt auf
Nächster Artikel
Entscheidung zu Bürgerbegehren auf Jasmund erneut vertagt

Ein Bild aus der Marktstraße mit Symbolkraft: Spiegeln leere Geschäftsräume den Bergener „Zeitgeist“ wider. Fotos (3): Uwe Driest

Bergen. Neue Hiobsbotschaft: Feinkosthändler Frank Lebahn will mit seinem Geschäft das Haus in der Marktstraße verlassen und in die Industriestraße ziehen.

„Wirtschaftliche Zwänge“, sagt er. Zu den bekannten Einbußen durch Zentralisierungen von Kreisverwaltung, Amtsgericht und Sparkasse käme noch die Ausweitung der Verkaufsflächen am Stadtrand hinzu.

„Für die 19000 Einwohner, die wir zu DDR-Zeiten hatten, reichten drei Kaufhallen. Heute gibt es für rund 13000 Menschen ein gutes Dutzend Supermärkte“, rechnet Frank Lebahn vor. Das in der Branche übliche Verhältnis von Verkaufsfläche je Einwohner sei bereits 1996 mit der Eröffnung des Real-Marktes erreicht gewesen. „Danach kamen Zehntausende Quadratmeter hinzu und seit das neue Kundencenter in der Bahnhofstraße eröffnete, fehlen mir jeden Tag 70 Kunden“, beklagt er. Auch die Schließung des Ratskellers mache sich schmerzhaft bemerkbar. „So etwa 60 Reisebusse kamen in einer Saison und brachten Hotelgäste, die dann bei mir und den Kollegen einkauften.“

Erst im September hatte das Modehaus Rohloff geschlossen (die OZ berichtete). Schon länger stehen „Kaufhaus Bergen“ und „Passage am Brinken“ leer. „Zu vermieten“, „Zu verkaufen“ oder „Räumungsverkauf“ heißt es auch an mehreren Läden in der Marktstraße und schon erwägen weitere Einzelhändler, dem wirtschaftlichen Druck nachzugeben.

Trotz unangenehmer Nachrichten will sich Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) der Herausforderung stellen, die Bergener Innenstadt wieder attraktiver zu machen. Dafür möchte sie jetzt neue Strukturen schaffen. „Im ersten Schritt richteten wir die Stelle einer Kultur-Beauftragten ein, die gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung und dem neuen Stadtmarketing im Benedix-Haus angesiedelt sein soll“, so Ratzke. „Dann wollen wir gezielt Probleme gemeinsam mit den jeweiligen Akteuren aus Sport, Handel oder Handwerk angehen“. Auch eine gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern zu erstellende Image-Broschüre soll helfen. Die Entscheidung über den Zuschlag für die Stadt-Info trifft die Stadtvertretung ebenso wie jene über eine neue Richtlinie zur Förderung von Institutionen und Vereinen auf ihrer nächsten Sitzung am 5. Dezember. Dann steht auf der Tagesordnung zudem der Antrag, den B-Plan 28 zu schließen, der eine Erweiterung der Gewerbeflächen auf dem Gebiet von Famila vorsieht. Denn, so Ratzke, „wenn die Politik ständige Erweiterungen der Gewerbeflächen am Stadtrand beschließt, dann schadet das dem Einzelhandel in der Innenstadt“.

Bauamtsleiter Rainer Starke beklagt, dass die Diskussion um die Gestaltung des Marktes in der Stadtvertretung versandet sei. „Die Stadtvertreter hatten sich eine Denkpause über den Sommer verordnet, dann den Faden aber nicht wieder aufgenommen“, kritisiert Starke. „Es fehlt der Mut zu einer strategischen Entscheidung.“ Die Verwaltung könne nur die Rahmenbedingungen schaffen und wolle im kommenden Jahr mit kleinen Schritten beginnen. Sitzgelegenheiten, Spielgeräte und eine weitere Querung vor der Commerzbank stehen auf der Tagesordnung, „damit die Menschen den Markt barrierefrei umrunden können, ohne über das Prügel-Pflaster balancieren zu müssen“, so Starke. Anja Ratzke verweist ebenfalls auf die Resultate der Kreisgebietsreform, die ihrer Stadt geschadet und dem Landkreis nicht genutzt hätte. „Der Landrat sollte jetzt Lehren daraus ziehen und keine weiteren Strukturen zerschlagen“, mahnt die Bürgermeisterin.

Uwe Driest

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.