Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Binzer CDU-Chef: Der Prora-Turm würde alles verändern

Binzer CDU-Chef: Der Prora-Turm würde alles verändern

Ulf Dohrmann will wegen der Bedeutung der Pläne einen Volksentscheid über das Projekt von Investor Breuer herbeiführen / Er selbst sieht große Chancen, aber auch Risiken

Voriger Artikel
Prora-Turm: CDU-Chef beantragt Volksentscheid
Nächster Artikel
Rüganer kämpfen um Tierpark: 2000 Unterschriften für Ausbau

Ulf Dohrmann (41), CDU Binz

Binz Der Binzer CDU-Chef Ulf Dohrmann hat gestern einen Volksentscheid über den von Investor Jürgen Breuer geplanten 104 Meter hohen Wohnturm für Prora beantragt. Das Plebiszit soll nach seinem Wunsch am 4. September stattfinden. Die OZ sprach mit dem Unternehmer über seinen Vorstoß.

OZ-Bild

Ulf Dohrmann will wegen der Bedeutung der Pläne einen Volksentscheid über das Projekt von Investor Breuer herbeiführen / Er selbst sieht große Chancen, aber auch Risiken

Zur Bildergalerie

OZ: Binz hatte noch keinen kommunalen Volksentscheid. Warum nun möglicherweise die Premiere für das Projekt Wohnturm?

Ulf Dohrmann: Weil dieser 104 Meter hohe Bau hier alles verändern würde. Die Wirkung des aufstrebenden Ortes Prora, aber auch die von Binz. Er würde eine neue Touristen-Klientel bringen, neuen Lifestyle und starke Wechselwirkungen auf andere Vorhaben.

Wie stehen Sie selbst zum Turm?

Dohrmann: Ich finde es wichtig, offen zu sein für Neues, wir sind zu oft ein Volk der Verhinderer: Olympia nein, jenes nein. In MV wurde die A20 kritisch gesehen, in der Region die Rügenbrücke.

Ist beides gut geworden. Man darf nicht immer gleich nein schreien.

Heißt konkret?

Dohrmann: Dass wir jetzt eine offene Debatte über das Projekt brauchen. Dafür ist es wichtig, nun über das Vorhaben intensiv zu reden und unsere Bürger dazu zu hören.

Welche Vorteile sehen Sie denn, wenn der Wohnturm käme?

Dohrmann: Er würde Prora eine Einzigartigkeit verleihen. Wer hat schon ein solches Gebäude, das auch architektonisch ein Highlight à la Hundertwasser werden könnte. Der Turm könnte auch eine Landmarke für eine mögliche Marina sein, die — ohne der Machbarkeitsstudie vorgreifen zu wollen — ja auch in Prora Wirklichkeit werden könnte. Und ein hipper Wohnturm würde natürlich auch Menschen als Eigentumer oder Mieter locken — auch aus dem Ausland —, die Rügen mit ihrer Anwesenheit ganz sicher bereichern.

Der Turm würde der Gemeinde Binz auch viel Geld bringen. Investor Breuer soll bereit sein, für das Areal 3,5 Millionen Euro statt der 750 000 Euro Verkehrswert hinzulegen.

Dohrmann: Was uns sehr helfen würde. Die Gemeinde benötigt ja Geld für andere wichtige Projekte. Zum Beispiel für den Bau einer Sporthalle auf dem Binzer MZO-Gelände, für die wir trotz möglicher Förderung noch einen Eigenanteil von mehreren hunderttausend Euro brauchen.

Auch in die Infrastruktur Proras muss investiert werden. . .

Dohrmann: Auf jeden Fall. Der Ort erlebt derzeit eine unglaubliche Veränderung — nach Jahrzehnten des Stillstands. Überall wird gebaut. Die ersten Wohnungen in den Blöcken sind bewohnt, immer weitere werden fertig, gebaut von einheimischen Firmen. Da braucht man Straßen, Läden, Rettungstürme, Toiletten am Strand und, und, und ...

Trotz aller Chancen: Was spricht gegen den Turm?

Dohrmann: So absurd das klingt, eben auch die Dimension. Man sieht das Haus von überall. Es wird große Bautätigkeit auslösen, es braucht Umfeld. Deshalb geht es hier, wie gesagt, um einen absolut offenen Diskurs. Auch wenn ich Vorteile sehe, habe ich keine vorgefertigte Meinung, nach dem Motto: Wir müssen das machen. Ich sage das ebenfalls ganz offen: Auch in meiner CDU ist das Projekt umstritten. Wichtige Mitglieder wie Bernhard Franke aus meiner Fraktion oder Oliver Wächter sind große Kritiker des Turms.

Erstmal muss nach Ihrem Antrag nun die Binzer Gemeindevertretung entscheiden, ob sie einen Bürgerentscheid zulassen will. Die Debatte darüber gibt es am 7. April, die Abgeordneten können Ihren Vorstoß auch ablehnen.

Dohrmann: Genau, aber welchen Sinn sollte es haben, die Bürger hier nicht zu hören und als Parlament allein entscheiden zu wollen? Ich sehe keinen.

Damit ein Volksentscheid bindend ist, müssten 25 Prozent der Binzer Wahlberechtigten abstimmen.

Dohrmann: Exakt. Aber bei einem so emotionalen Thema sollte das Quorum zu schaffen sein und selbst wenn wir es nicht erreichen, ist das Meinungsbild dann ein guter Anhaltspunkt für das Parlament, um zu entscheiden, ob wir den Turm genehmigen wollen.

Unternehmer als CDU-Chef bestätigt

Ulf Dohrmann ist am Dienstagabend einstimmig für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden des Binzer CDU-Ortsverbandes gewählt worden. Der 41-Jährige Unternehmer, der fünf Firmen hat — darunter zwei Modegeschäfte im Seebad, bekleidet das Amt seit 2011. Als Dohrmanns Stellvertreterinnen wurden Gundela Knäbe und Cornelia Rodrigo bestätigt. Die Binzer CDU hat 42 Mitglieder und ist damit nach Bergen der zweitgrößte Unions-Ortsverband auf Rügen. In der Binzer Gemeindevertretung (17 Mitglieder) hat die CDU drei Sitze wie die Bürger für Binz und die Linke. Stärker ist nur Pro Binz (4 Sitze).

Von Interview von Alexander Loew

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Vorland
Paul Marquardt, Bereichleiter in der Vorländer Agrargesellschaft, plant die Frühjahrarbeiten neu , weil einige Flächen erneut bestellt werden müssen.

Während Kälte die Pflanzen auf dem Festland im Winter schädigte, war es auf Rügen zu nass und zu warm

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.