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Bürgerprotest gegen Villen-Siedlung im Bäderstil

Lancken Bürgerprotest gegen Villen-Siedlung im Bäderstil

Gegen die Verdoppelung der Bettenzahl des geplanten Golf-Village in Lancken auf Rügen formiert sich Widerstand von Hausbesitzern

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BI gegen ein „Golf-Village“ in Lanken bei Dranske

Quelle: Uwe Driest

Lancken. Gegen die Pläne des Berliner Investors Harald Huth, das im Dransker Ortsteil Lancken geplante „Golf-Village“ von bisher 340 auf 700 Betten zu vergrößern, regt sich Widerstand unter den Anwohnern des betroffenen Areals. Auslöser war eine Einwohnerversammlung, zu der Bürgermeister Uwe Ahlers (FDP) am Dienstag dieser Woche in die ehemalige Schule der Gemeinde auf Drängen seines Stellvertreters Lothar Kuhn (Wählergemeinschaft Pro Dranske) eingeladen hatte und der etwa hundert Bürger gefolgt waren.

Auf der Tagesordnung standen dabei neben dem Golf-Dorf drei weitere private sowie drei Bauvorhaben der Gemeinde. So berichtete Ahlers über Fortschritte bei der Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes, den Ausbau von Straßen und Plätzen im Bereich zwischen Schule und Rosa-Luxemburg-Straße sowie den B-Plan 23. „Für das 20 000 Quadratmeter große Areal suchen wir noch einen Erschließungspartner“, so Ahlers. Die Sparkassen-Tochter „Vorpommersche Erschließungsgesellschaft“ wird 50 Bungalows im Bereich der Bunker von Lancken bauen. „Die darin lebenden Fledermäuse bekommen dann wahrscheinlich ein Kündigung wegen Eigenbedarfs“, merkt Anwohner Rainer Rudolph an. Am Bakenberg sind mit dem Feriendorf „Rugana“ weitere Bettenkapazitäten geplant und am „Buger Hals“ entstehen neben einer Werfthalle und einem Servicegebäude mit Café auch eine Marina mit hundert Liegeplätzen sowie rund zwei Dutzend schwimmende Ferienhäuser. Die Entscheidung für den Auslegungsbeschluss trifft der Gemeinderat auf seiner kommenden Sitzung am 27. Juni.

Dreigeschossige Villen im Stil der Bäderarchitektur

Und jetzt noch das um den 60 Hektar großen 18-Loch-Platz geplante Golf-Village, das zwar eine Mehrheit im Gemeinderat befürwortet, Lothar Kuhn zufolge aber eine deutliche Mehrheit der Bürger kritisch sieht. Investor Huth, der im Kerngeschäft luxuriöse Einkaufszentren wie zuletzt die „Mall of Berlin“ baut, möchte die im B-Plan vorgesehene Kapazität mehr als verdoppeln und dreigeschossige Villen im Stil der Bäderarchitektur errichten. Das stört neben Kuhn nicht nur Ferienhausbesitzer Andreas Ritter und Rainer Rudolph, die umgehend eine Interessengemeinschaft organisierten und Anfang August eine Bürgerinitiative konstituieren möchten. „Über das Mitgliedsformular unserer Webseite bekommen wir täglich neue Mitglieder. Derzeit besteht die Bürgerinitiative schon aus etwa 20 Mitgliedern“, sagt Ritter.Zu den Kritikern sollen auch prominente Hausbesitzer im Künstlerdorf wie die Schauspielerin Claudia Mehnert, Regisseur Friedemann Fromm und Musikproduzent Thomas Stein zählen. Jan Josef Liefers und Anna Loos hätten ihr Haus bereits wieder verkauft. „Wahrscheinlich war ihnen das hier zu viel Trubel“, vermutet Ritter, der mehrere Jahre Vorsitzender des Bauausschusses von Schöneiche bei Berlin war. Tatsächlich wuchs der Bestand von einstmals 14 auf heute bereits 60 Häuser an. Das neue Golf-Village soll im Bereich zwischen den vorhandenen Häusern und der Ostsee entstehen. Dass auch die Tourismusbranche der Insel den Zuwachs an Betten-Kapazitäten kritisch sieht, ficht Ahlers und seinen Gemeinderat nicht an: „Durch die desolate finanzielle Lage, in die sich die Gemeinde Dranske gebracht hat, sind wir sehr ins Hintertreffen geraten. Wir müssen jetzt einen maritim ausgerichteten Tourismus für den Ort entwickeln.“

Bürger wollen Ruhe ein intakter Natur

Dass Gemeinderat und Investor die Bäderarchitektur nach Wittow bringen möchten, findet Beate Eckert befremdlich. Die Vorsitzende des Rügener Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verweist auf die „Baustilfibel“der Insel, die allen mit baulichen Fragen befassten Personen als Grundlage dienen solle. „Der Fibel ist detailliert zu entnehmen, welcher der für die Insel typischen Baustile in welcher Siedlungsform wo auf Rügen vorkommt und die Bäderarchitektur gehört an die Bäderküste.“ Das sehen die Lanckener auch so, die sich gegen „unnötigen und nicht ortstypischen Bauwahn“ wenden. Rainer Rudolph: „Ich zog vor sechs Jahren aus Berlin hierher, weil ich in Ruhe und Natur leben wollte. Das soll mir nun wieder genommen werden.“

Uwe Driest

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