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Die Ummanzer haben ihren Deich gekrönt

Waase/Wusse Die Ummanzer haben ihren Deich gekrönt

Der Radweg von Waase nach Wusse ist fertig. Weitere Projekte für Radler hat die Gemeinde in Planung.

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Minister Harry Glawe stoppt am Rastplatz des neuen Radweges. Der wurde von der Ummanzerin Regina Kather (r.) angefertigt. In Augenschein genommen wird er von Bürgermeister Holger Kliewe (2.v.r.) und Steffen Schulze, Chef des Bauamtes des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Quelle: Foto: Susan Schmorell

Waase/Wusse. Ummanz soll zu einem Paradies für Radfahrer werden – einen wichtigen Pflock auf dem Weg dahin, haben die Insulaner jetzt eingeschlagen. Sie haben gestern zusammen mit Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) den straßenbegleitenden Radweg zwischen Waase und Wusse offiziell freigegeben. „Das ist auf Ummanz der erste Radweg nach allen Regeln der Baukunst“, machte Ummanz’ Bürgermeister Holger Kliewe (CDU) deutlich.

Denn bislang standen auf der Insel nur mehr oder weniger entspannt zu befahrende landwirtschaftliche Wege für die Radler zur Verfügung. „Die Radfahrer sind bei uns im Moment entweder direkt auf den Straßenfahrbahnen oder auf mehr oder minder gut befahrbaren Landwegen unterwegs“, so Kliewe.

Den Radweg haben sich die Insulaner etwa 304000 Euro kosten lassen. Und hatten Unterstützer an ihrer Seite. So hat das Wirtschaftsministerium den Radwegebau aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in einer Höhe von rund 246.000 Euro unterstützt.

Minister Glawe hält das Geld für gut angelegt: „Urlauber und Anwohner können nun den Blick über die flachen Boddengewässer, weiten Wiesen und Felder noch besser genießen. Und die Insel Ummanz lässt sich nun besser mit dem Rad entdecken.“

Für die Summe ist ein Radweg entstanden, der etwa 1,4 Kilometer lang ist. Die etwa zweieinhalb Meter breite Trasse führt hinter Waase auf der Deichkrone etwa bis zum Seglerhafen nach Wusse und von dort neben der Straße bis zum Ortsende. Komplettiert wurde die Trasse mit einem kleinen Rastplatz, den Regina Kather angefertigt hat. Die Ummanzer Holzgestalterin hat sich bereits einen Namen auf der Insel gemacht. Tisch, Bank, Papierkorb und Fahrradständer sind bereits an Ort und Stelle. Der Unterstand kommt noch.

Mit diesem Projekt haben die Ummanzer ein im Oktober 2015 abgeschlossenes Millionenvorhaben vollendet – den Deichbau zwischen Waase und Wusse. In diesem Zusammenhang und im Auftrag des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt ist zwischen den beiden Orten für etwa 1,2 Millionen Euro ein neuer Deich angelegt und gleichzeitig die Straße zwischen Waase und Wusse angehoben und erneuert worden. Neben der verläuft nunmehr die neue Trasse für Radfahrer. Auf die setzen die Ummanzer, „weil wir eben im Unterschied zu unserer großen Schwesterinsel Rügen alles andere als eine Badeinsel sind“, sagte Holger Kliewe in diesem Zusammenhang. Die Insel hat keinen Strand. Und das Boddenwasser sei größtenteils einfach zu flach. Kliewe: „Da muss man schon zwei Kilometer ins Wasser rein, damit die Badehose mal nass wird.“

Weitere Radwegeprojekte haben die Ummanzer auf ihrer Liste. So sollen in Haide die Wegebauer anrücken. „Dort im hohen Norden sollen zwei Zuwegungen zu einem bereits auf dem Deich verlaufenden Weg angelegt werden“, sagte Kliewe gestern und auch: „So hätten wir mit relativ wenig Aufwand einen schönen, etwa drei Kilometer langen Rundweg komplett – mit schöner Aussicht nach Hiddensee und Schaprode.“ Ein weiteres Vorhaben ist für Lieschow vorgesehen. „Vielleicht können wir beide Projekte im nächsten Jahr umsetzen“, blickte Holger Kliewe voraus.

Da weiß er Harry Glawe an seiner Seite. „Ich habe mit Infrastrukturminister Christian Pegel vereinbart, dass alle Förderanträge für Radwege im Westen Rügens, die bislang in meinem Haus eingegangen sind, auch von meinem Ministerium noch abgearbeitet werden“, sagte der Minister. Radtourismus sei von großer Bedeutung für diese Region, weil sie keine des Badetourismus ist.

Teil des Radfernweges

9 Radfernwege mit etwa 2300 Kilometern Länge sowie 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometern Länge gibt es derzeit in MV. Radfahrer können derzeit etwa 5100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1900 Kilometer straßenbegleitende Radwege nutzen.

Der Radweg Waase – Wusse ist Bestandteil des 7980 Kilometer langen Ostseeküstenfernradweges und führt rund um die Ostsee

herum .

Chris-Marco Herold

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