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Ein Denkmal wird vermarktet

Prora Ein Denkmal wird vermarktet

Die ersten 50 Ferienwohnungen von Block II in Prora werden vermietet — die Geschichte bleibt draußen

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Das Interesse an diesem Standort geht über die Landesgrenzen weit hinaus.“Projektentwickler Ulrich Busch

Prora. In Prora gehen 50 neue Ferienwohnungen an den Start. Die Apartments und Suiten befinden sich in Block II der 4,5 Kilometer langen Anlage von Prora. Die unter der Marke Prora Solitaire angebotenen 1- bis 4-Zimmer-Apartments mit einer Größe von 30 bis 120 Quadratmetern haben eine Ausstattung im 5-Sterne-Bereich der Novasol-Klassifizierung, teilt die Prora Solitaire Immobilien GmbH mit. Der Ferienhausanbieter Novasol übernimmt die Vermarktung der neuen Urlaubsunterkünfte.

Diese verfügen über Fußbodenheizung und großzügige Balkone beziehungsweise Terrassen sowie eine exklusive Inneneinrichtung und sind zudem individuell zugeschnitten: Es stehen Maisonette-Suiten, Lofts und Apartments über eine Ebene zur Verfügung. Einige Apartments sind barrierefrei.

Vom Verkauf der ersten Ferienwohnungen im nun fertig gestellten Haus Alando im Block II bis zur Eröffnung habe es rund zwei Jahre gedauert. Die reine Bauzeit lag bei eineinhalb Jahren. Das Engagement der privaten Apartment- und Suite-Eigentümer beläuft sich nach eigenen Angaben auf rund 11 Millionen Euro. Bei der Sanierung des Gebäudes blieb der Baukörper unverändert. Die Grundrisse der Wohnungen wurden aber komplett neu konzipiert.

Urlauber werden ab Mai ein Serviceangebot ähnlich wie in Hotels mit einer großzügigen Lobby und einem Check-In vorfinden, heißt es weiter. Die Lobby wird mit einer Bar und einem Restaurant ausgestattet. Gäste können dann zum Beispiel das tägliche Frühstück dazu buchen. Bis September werde auch der SPA-Bereich mit Innenschwimmbad, Saunen und verschiedenen Wellness-Angeboten für alle Feriengäste bereitstehen. Ebenso werden den Gäste zur Sommersaison meerseitige Außenpools nutzen können. Zu jedem Apartment gehört ein überdachter und gesicherter Pkw-Stellplatz. Die Novasol-Urlaubspreise beginnen in der Nebensaison bei 435 Euro die Woche, in der Hauptsaison liegen sie bei 895 Euro pro Woche.

Im Laufe dieses Jahres sollen 50 weitere Ferienwohnungen im Block II fertiggestellt werden.

„Mit Prora fördern wir eine versteckte Perle zu Tage. Das Interesse an diesem Standort geht über die Landesgrenzen weit hinaus — wegen seines einzigartigen Sandstrandes und seiner Geschichte. Mit unserem Vertriebspartner Novasol werden wir hier schon bald Touristen aus ganz Deutschland und Europa sehen“, sagt Ulrich Busch, Projektentwickler der Prora Solitaire Immobilien GmbH. „Wir setzen einen Startpunkt für ein neues Seebad in Prora, in dem Menschen künftig wohnen, leben und sich erholen werden“, so Busch.

Die Prora Solitaire Immobilien GmbH ist eine Projektentwicklungsgesellschaft. Sie verantwortet die Sanierung von sechs der zehn Häuser des Blockes II. Ulrich Busch hatte im Jahr 2006 die beiden Blöcke I und II gekauft. Inzwischen hat er sich nach und nach von allen Anteilen getrennt und ist für die Prora Solitaire Immobilien GmbH als Projektentwickler tätig (die OZ berichtete).

„Prora Solitaire — das Denkmal“ soll als Marke nach Fertigstellung des kompletten Block II im Frühjahr 2017 mit insgesamt 370 Wohnungen — davon rund 150 Ferienwohnungen — für das Konzept individueller Wohnungen mit unterschiedlichen Ansprüchen stehen.

Was es dabei mit dem Denkmal von Prora und dessen Geschichte auf sich hat — bei der Vermarktung der Superlative klingt das so: „Prora auf Rügen ist ein Paradebeispiel für die Renaissance einer Urlaubsdestination“, sagt Bernd Muckenschnabel, Aufsichtsratsvorsitzender des Ferienhaus-Anbieters Novasol. Und im Werbevideo auf der eigenen Internetseite, auf der die neuen Quartiere gebucht werden können, heißt es: „In der Nähe des mondänen Seebades Binz liegt ein Denkmal deutscher Ferien- und Urlaubsgeschichte: das Baudenkmal Prora — ausgezeichnet mit einem Grand Prix auf der Weltausstellung 1937 in Paris. Solide gebaut für Erholungssuchende, fristete der Komplex nach dem Krieg ein trauriges Dasein. An einem der schönsten, fast karabisch anmutenden Strände Rügens wurde nun dieses Denkmal seinem ursprünglichen Zweck zugeführt.“

Keine Informationen darüber, dass die Nazis die Anlage als größtes Seebad der Welt und als Massenquartier der Organisation „Kraft durch Freude“ für 20000 Arbeiter bauen wollten, aber nie vollendeten, und Prora für die perfide Sozialpolitik steht, mit der das NS-Regime das Volk gleichschalten wollte. Und auch nicht zur eigentlichen Nutzungsgeschichte des Gebäudekomplexes nach dem Krieg, als Prora 40 Jahre lang abgeschirmte NVA-Kaserne war.

 



Gerit Herold

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