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Ein zweites Leben für „Lütt Matten“

Baabe Ein zweites Leben für „Lütt Matten“

Endspurt im Werftzelt: Am 1. Mai soll der ehemalige Fischkutter als Imbiss am Bollwerk stehen

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Der Entwurf zeigt die Lage des Imbisskutters zwischen Hotel Solthus und Fähranleger Bollwerk. Entwurf: Malte Wanitschke

Baabe. Dass er sich als gelernter Garten- und Landschaftsbauer nicht nur mit dem Schneiden von Gehölzen und dem Anlegen von Blumenbeeten auskennt, sondern auch mit Holz- und Metallarbeiten, kommt Werner Wanitschke jetzt ziemlich gelegen. Denn der Umbau des einstigen Fischkutters „Lütt Matten“ zum modernen Fischimbiss mit maritimen Flair verlangt dem 34-Jährigen jeden Tag aufs Neue besonderes handwerkliches Geschick ab. Schweißen, hämmern, schleifen und Kabel verlegen: Seit drei Monaten verbringt Wanitschke bis zu 14 Stunden täglich im acht mal zwölf Meter großen Zelt, das als provisorische Werkstatt dient und dem eifrigen Eigner und seinen Helfern Schutz vor Wind und Kälte bietet. „Die Plane um das Schiff herumzubauen war machbar“, erzählt Werner Wanitschke. „Bei vier Tagen Windstärke zehn habe ich mir allerdings große Sorgen um die Plane gemacht.“

Doch der Mönchguter liebt Herausforderungen. Allein der Transport des ehemaligen Fischkutters aus Gager, der vor 20 Jahren nach Freest zog und nun wieder heimgeholt werden sollte, war ein Abenteuer. Der erste Versuch am 28. Dezember vergangenen Jahres scheiterte. Die Lenzpumpen reichten nicht aus um das eindringende Wasser aus dem Schiff zu pumpen: Notstopp in Kröslin. Am 1. Januar 2016 startete dann Versuch Nummer zwei. Im Schlepptau des Segelbootes „Zion“ erreichte „Lütt Matten“ nach sechs Stunden Wasser unterm Kiel an einem nebligen Neujahrstag den Hafen von Baabe. Das Bollwerk soll ab 1. Mai die neue Heimat des ausrangierten Kutters werden. Dann nämlich möchten Werner Wanitschke und seine Freundin Katja Reichhardt Eis, Fischbrötchen, Fischtapas und einige warme Gerichte an Freizeitkapitäne, Ruderbootfährennutzer, Radler und Wanderer ausgeben und diese mit gezapftem Bier und anderen Getränken erfrischen. „Ich kenne noch den alten Imbiss hier im Hafen, die Asgard. Nachdem das Bollwerk nun so schön saniert ist und ja auch viele neue Liegeplätze entstanden, fehlt es an einer Möglichkeit hier einen schnellen Imbiss zu nehmen“, sagt Wanitschke. „Unser Ziel war ein authentischer Verkauf, nicht so ein geleckter viereckiger Anhänger, der überall stehen könnte. In diese wunderbare Kulisse an der Having passt ein Kutter doch einfach am besten.“ Und wenn alles glatt geht, steht Lütt Matten mit Rohrdach und verglaster Sitzecke an Deck auch am 1. Mai am Bollwerk. Gestützt wird er von einer Strahlkonstruktion, die einen halben Meter tief ins Erdreich eingesetzt ist. Doch bis dahin wird Werner Wanitschke, der viel Unterstützung aus Freundeskreis und Dorf erfährt, noch einige Nachtschichten einlegen. In denen will er dann auch noch überlegen, welche Farbe der Rumpf zukünftig bekommen soll.

Aus Moby Dick wurde Lütt Matten

Viele Geschichten hat Eigner Werner Wanitschke schon über seinen Kutter zu hören bekommen und unterschiedliche Informationen erhalten. Angeblich wurde das neun Meter lange Schiff 1982 in Greifswald gebaut, gelangte dann nach Gager auf der Halbinsel Mönchgut und wurde auf der dortigen Bootswerft umgebaut. „Moby Dick“ suchte sich im Fischerdorf Freest einen neuen Heimathafen.

Das war vor 20 Jahren. Von hier aus fuhr er als Ausflugsdampfer in den Greifswalder Bodden. Doch die letzten Jahren lag der Kutter im Dämmerschlaf. Noch vor vier Jahren hatte die Hotelierfamilie Kammradt der Freester Gaststätte „Leuchtfeuer“, wo der inzwischen auf „Lütt Matten“ umbenannte Kutter sein Dasein fristete, die Idee, das Schiff zur Sauna für Hotelgäste umzubauen und im Ruderhaus eine Bar einzurichten. Doch die Pläne wurden verworfen - zu kostspielig.

Von Steffi Besch

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