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Erleichterung nach Prora-Votum

Erleichterung nach Prora-Votum

Deutliches Nein der Binzer zum Hochhaus-Projekt war für viele Leser „die schönste Nachricht“ des Tages

Prora „Bin ich froh!“ So wie Astrid Arndt reagierten viele Leser auf unserer Facebook-Seite auf die Nachricht, dass die Binzer und Proraner das in Prora geplante Hochhaus so deutlich abgelehnt haben. 2398 Einwohner stimmten bei einem Bürgerentscheid am Sonntag gegen den Verkauf des kommunalen Grundstücks an einen Privatunternehmer, nur 486 waren dafür (die OZ berichtete).

 

OZ-Bild

So ähnlich sollte das Hochhaus auf dem Gelände der Proraer Schule aussehen.

Quelle: Drebing/Ehmke

Rügen ist dem Kollaps nahe. Wir müssen was dagegen tun.“Sabine Funke auf der

Facebook-Seite der OZ

„Das ist die schönste und wichtigste Nachricht des Tages!!!“, freute sich ein Leser namens Karl Pfenning . „Danke an die Bürger von Binz für dieses weise und verantwortungsvolle Votum.“ Angelika Schneider stieß ins gleiche Horn: „Die beste Nachricht des Tages !! Wunderbar! Weiter so!“, heißt es in ihrem Beitrag auf der Rügener Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG. „Ein Sieg der Vernunft und nicht der Gier“, jubelte auch Ralle Steini , der die Rüganer zu dieser Entscheidung beglückwünschte. „Endlich hat die Vernunft gesiegt“, scheint auch Marion Streck erleichtert aufzuatmen. Dem schloss sich auch Nicole Wollenweber an: „Danke, liebe Binzer Bürger! Weiter so! Rügen muss Rügen bleiben!“ Christiane Schoof findet es „super“ und Paul Müller schreibt: „Gut so, ich finde es super, reicht schon was mit Prora passiert.“ An diesem Punkt haben die Binzer und Proraner unmittelbar in die Entwicklung ihres Ortsteils eingreifen können. Frank Fischer findet das beispielgebend: „So muss das überall sein . . . die Bürger entscheiden lassen !“, schreibt er. Den Willen der Einwohner könne die Kommune in diesem Fall gar nicht ignorieren, ergänzt Helge Colmsee : „Die Gemeinde muss das Votum akzeptieren! Ein Bürgerentscheid ist bindend, sh. Paragraph 20 Kommunalverfassung M-V“, erklärt er. Dass sie das Ergebnis für bindend erachten werde, hatte die Kommune auch vor der Abstimmung am

Sonntag immer wieder betont.

Dass ein Ja zu dem Bauwerk weiteren Hochhäusern an der Rügener Küste den Weg geebnet hätte, befürchtet Sabine Funke : „Der Turm sollte ja nach Prora! Bloß gut, dass die Binzer Einwohner gut nachgedacht haben. Weil: wenn einer, dann ein zweiter usw. Denn wie wollte man die Ablehnung dann begründen? Der Architekt . . . ein Visionär. Der soll woanders seine Objekte hinzaubern. Rügen ist dem Kollaps nahe. Wir müssen was dagegen tun. Dies ist der erste Schritt. Nun noch bitte Lohme vom Tisch holen.“ Dort wird seit geraumer Zeit um ein touristisches Großprojekt gestritten, für das der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit votiert hat, gegen dessen Verwirklichung sich viele Einwohner aber auf verschiedene Art und Weise zur Wehr setzen. Im Zusammenhang mit der Ablehnung des Prora-Projekts durch einen Bürgerentscheid schreibt Denise Moltmann auf Facebook: „Dasselbe würde ich über Lohme auch gern hören.“ Dort hatte die Gemeinde einen Bürgerentscheid zum Betreiben eines Kurparks, der mit dem Betten-Projekt entstehen soll, abgelehnt.

Dass die Binzer und Proraner sich so deutlich gegen das Hochhaus ausgesprochen haben, hat sicher viele Gründe. „Wir sitzen hier wie in einer Mausefalle“, sagt die langjährige Proraer Ortsbeiratsvorsitzende Ursel Steinberg . Sie hat einst an der Schule, auf deren Areal das Hochhaus gebaut werden sollte, unterrichtet. „Gegen eine gute Architektur an der Stelle, auch gegen einen Bau, der die Vertikale betont, habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden“, sagt sie. Dennoch habe sie gegen das Projekt gestimmt. Zum einen habe sie die Gestaltung nicht angesprochen. Da sehe man deutlich besseres, wenn man sich auf Reisen in der Welt umsehe. Zum anderen fürchte sie durch noch mehr Betten noch mehr Verkehr. „Als die Anlage geplant wurde, ging man davon aus, dass die Gäste mit der Bahn und dem Schiff anreisen. Heute fahren alle mit dem Auto.“ Schon jetzt kommen die Proraner kaum durch eine der zwei Ausfahrten, die durch die Bahnübergänge markiert werden, auf die Hauptstraße. „Wenn jetzt noch mehr Betten kommen, steht Prora vor dem Verkehrskollaps.“

Maik Trettin

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