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Gutshaus-Ruine auf Wittow soll Wellnesshotel weichen

Gutshaus-Ruine auf Wittow soll Wellnesshotel weichen

Im kommenden Jahr könnte das Vorhaben in Varnkevitz gestartet werden / Bestandteil des Projektes sind auch Ferienhäuser, so dass etwa 360 Betten entstehen werden

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Das Gutshaus in Varnkevitz ist verfallen und überwuchert.

Quelle: Anne Ziebarth

Varnkevitz Der kleine Ort Varnkevitz auf Wittow könnte im nächsten Jahr ein völlig neues Gesicht bekommen. Die dort befindlichen Reste eines Gutshauses und ein verwilderter Park sollen zu einem Wellnesshotel mit rund 200 Betten werden. Zusätzlich sieht der von der Gemeinde Putgarten per Satzungsbeschluss verabschiedete Bebauungsplan eine Ferienhausbebauung mit etwa 120 Betten vor. Ein kleiner Campingplatz mit etwa 12 Stellplätzen und Parkmöglichkeiten für 70 bis 80 Autos gehören ebenfalls zum Konzept. Insgesamt sollen in dem Ort, der weniger als 50 Einwohner hat, 360 Betten entstehen.

OZ-Bild

Im kommenden Jahr könnte das Vorhaben in Varnkevitz gestartet werden / Bestandteil des Projektes sind auch Ferienhäuser, so dass etwa 360 Betten entstehen werden

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Noch ist auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes allerdings nichts von der späteren Nutzung zu erahnen. Das ursprünglich um 1800 errichtete Gutshaus ist als solches nicht mehr zu erkennen. Bei einem Umbau in den 1960er Jahren zu einem Hotel mit Veranstaltungssälen und Restaurant wurde die Absicht des Gebäudes dermaßen verändert, dass nur noch der hohe Feldsteinsockel an die Geschichte des Gutes erinnert. In den 1990er Jahren wurde erneut mit einem Umbau begonnen, doch die Pläne blieben unvollendet. Seitdem steht das Gebäude leer und verfällt zusehends.

Der Binzer Immobilienentwickler Kurt Dreher betreut das rund sieben Hektar große Objekt aus Gutshaus, Anbauten und einem Teil des Parks bereits seit Mitte der 1990er Jahre. Er vertritt vier Grundstückseigentümer, ein Teil der Flächen hat Drehers Unternehmen BDI selbst gekauft.

„Dadurch, dass sich das Planungsgebiet in unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet befindet und das ehemalige Wohngebiet erst zu einem Sondergebiet Feriengebiet umgewandelt werden musste, hat das Planungsverfahren sehr lange gedauert.“ Alleine der Abwägungsprozess habe sich fast zwei Jahre hingezogen. Auch das Amt für Raumordnung hatte angesichts der Kapazität von 360 Betten Bedenken. In einem Schreiben von Oktober wurde dann aber der touristischen Nutzung in geplantem Umfang zugestimmt. „Wir sind sehr froh, dass jetzt Baurecht geschaffen wurde“, so Dreher. „Die Gespräche mit Investoren laufen. Wenn alles gut geht und die Bauanträge genehmigt werden, könnte im nächsten Jahr mit dem Bau der Anlage begonnen werden. Die Reste des Gutshauses werden abgerissen.“ Das Gebiet sei für Investoren hochinteressant, schließlich sei es „das letzte verfügbare Gelände dieser Größenordnung auf Wittow mit Baurecht“, wie Dreher sagt.

Die ausgewiesenen Bauflächen sind im B-Plan festgelegt, wie genau das Hotel einmal aussehen wird, muss der Investor entscheiden. Bisher ist ein Bio-Hotel mit Wellnessbereich im Bebauungsplan aufgeführt. „Ideen und Konzepte gibt es viele, es war auch mal eine Reha-Klinik für Burnoutpatienten im Gespräch“, so Dreher.

Frühere Investoren waren wegen der lange dauernden Genehmigungsphase wieder abgesprungen. Der einzige Vorteil der langen Planungsdauer sei, dass die Gemeinde bereits frühzeitig die Planungen unterstützt habe und das Gebiet jetzt bereits vollständig erschlossen sei.

Auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Putgarten ist sehr froh, dass es in Varnkevitz jetzt voran gehen kann. „Das verfallene Gutshaus ist nun mal das Erste, was man sieht, wenn man in den Ort fährt. Es wirkt, als wäre die Zeit stehengeblieben“, beschreibt Iris Möbius. „Es ist schön, dass Varnkevitz jetzt die Chance bekommt, sich weiterzuentwickeln.“

Mit zum beplanten Gebiet gehören Teile des Gutsparks, der nach denkmalpflegerischen Kriterien wiederhergestellt und so zu einer öffentlichen Parkanlage umgestaltet werden soll. „Die alten Bäume müssen sowieso stehenbleiben“, ist sich Entwickler Kurt Dreher sicher. Ohne Baumfällungen wird die Umgestaltung laut B-Plan aber nicht vonstatten gehen können. Allein im Plangebiet, das nicht den ganzen Park umfasst, sollen rund 100 Bäume fallen. Ein Teil davon wird im Gutachten als morsch oder massiv geschädigt geführt. Als Ausgleichmaßnahmen sind unter anderem Baumpflanzungen in der Ortslage und die Anlage einer Obstbaumwiese geplant. Auch Fledermäuse und Schwalben wurden in dem betreffenden Gebiet kartiert. Für die müssen jetzt alternative Möglichkeiten für Nistplätze, Sommer- und Winterquartiere geschaffen werden, etwa durch Fledermauskästen und künstliche Nisthilfen. Auch der Umbau eines Nebengebäudes oder des Wasserwerkes zu einem Fledermausquartier seien denkbar.

Die Gutsanlage in Varnkevitz

Das Gutshaus wurde vermutlich um 1800 gebaut. Ab 1802 gehörte das Gut in den Besitz der Familie von der Lancken, ab 1857 der Familie Spalding, 1928 Friedrich Karl von Esmarch und vor 1945 der Familie Hertling. In den 1960er Jahren erfolgte ein Umbau zu einem Hotel mit Restaurant und Veranstaltungssälen. Es entstanden ein Anbau sowie einige kleine Gebäude hinter dem Gutshaus. 1990 wurde mit einem weiteren Umbau begonnen und ein weiterer Anbau angefügt, die Arbeiten wurden aber eingestellt.

Das geplante Hotel mit Wellnessbereich könnte über 200 Betten verfügen. Auch eine Ferienhaussiedlung, ein Campingplatz mit zwölf Stellflächen und ein Parkplatz mit rund 80 Stellplätzen sollen entstehen. Insgesamt sind 360 Betten eingeplant. Der Gutspark wird wieder zugänglich gemacht und umgestaltet.

Von Anne Ziebarth

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