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Handwerker fühlen sich vom Zweckverband übergangen

Bergen Handwerker fühlen sich vom Zweckverband übergangen

Rügener Betriebe befürchten Nachteile bei Ausschreibungen durch den ZWAR

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Vorarbeiter Olaf Westphal (li.) und Alexander Conradi von der Firma Estra bei Arbeiten für den Zweckverband in Gagern.

Quelle: Foto: Uwe Driest

Bergen. Rügener Handwerksbetriebe befürchten Nachteile bei Ausschreibungen durch den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR). Anlass ist eine Ausschreibung vom November vergangenen Jahres für die Herstellung von Wasseranschlüssen im Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro, welche ein Baukonzern mit bundesweit 1800 Mitarbeitern an über 40 Standorten für sich entschied. Slogan „Wir sind schon da, während andere noch unterwegs sind.“

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Rügener Betriebe befürchten Nachteile bei Ausschreibungen durch den ZWAR

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Das trifft nicht zu, findet Uwe Ambrosat. Seine Mitgliedsunternehmen hätten ihren Sitz in Vorpommern-Rügen und würden hier auch Steuern zahlen. „Das sind in der Regel kleine Unternehmen, die flexibel und ortsnah die anstehenden Aufträge abarbeiten und im Havariefall unverzüglich reagieren können“, so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. In den vergangenen Jahren hätten stets die vom Kompetenznetzwerk der Gas- und Wasserwirtschaft (DVGW) zertifizierten einheimischen Betriebe die Möglichkeit erhalten, sich um Teile des Auftrags zu bewerben. Diesmal aber habe der Zweckverband ein Gesamtpaket in vier Regional-Losen für Hiddensee, Wittow, Jasmund und Mönchgut ausgeschrieben. „Damit wurden diesen kleinen, regionalen Unternehmen sehr große Hürden auferlegt, die von ihnen nicht erbracht werden konnten“, kritisiert Ambrosat. Zudem sei die Frist bis zum 6. Dezember sehr kurz bemessen gewesen, um alle geforderten Unterlagen tatsächlich zusammenzutragen. Von den sieben DVGW-zertifizierten Unternehmen der Insel hätten sich lediglich drei an der Ausschreibung beteiligen können und der ZWAR habe ausschließlich den Preis bewertet. „Aspekte wie Zuverlässigkeit, regionale Verfügbarkeit von Kundendienst und technische Hilfe fanden aus unserer Sicht keine Beachtung“, so Ambrosat.

„Wenn ein Unternehmen in allen vier Losen das preisgünstigste ist, dann ist das so“, verteidigt ZWAR-Geschäftsführer Axel Rödiger seine Entscheidung. Zudem halte er es für kundenfreundlicher, wenn Anträge aus einer Hand bearbeitet würden, als wenn Hausbesitzer sich an verschiedene Stellen wenden müssten.

„Regionale Unternehmen, die in den Gemeinden Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen, kommen bei solcher Betrachtung nicht zum Zuge“, hält Ambrosat dagegen und nimmt die Bürgermeister der den ZWAR tragenden Gemeinden in die Pflicht: „Durch diese einseitige Bevorzugung eines von außerhalb kommenden Unternehmens werden Dutzende Arbeitsplätze vernichtet werden.“ Rügener Betriebe könnten nur dann als Arbeitgeber in der Gemeinde fungieren, wenn sie auch von der Wertschöpfung vor Ort partizipieren könnten. „Zudem hat die Gemeinde keine Einnahmen, wenn die Unternehmen hier keine Steuern zahlen“, so Ambrosat, der weitere Unterstützung erhält: „Die Politik diskutiert dauernd über die Stärkung der regionalen Wirtschaft“, meint Karsten Liefländer von der Stralsunder IHK-Geschäftsstelle.

„Mir tut es immer leid, wenn Steuern nicht in die Kommune fließen und es müsste auch im Interesse der Bürgermeister sein, Geld im regionalen Wirtschaftskreislauf zu halten.“ Es werde allerdings zunehmend schwieriger, andere Kriterien als den Preis gelten zu lassen, weil staatliche Zuwendungen für Kommunen an harte Bedingungen der Kostensenkung geknüpft würden. „Wir müssten die Regularien so ändern, dass regionale Betriebe wettbewerbsfähig bleiben“, wünscht sich Liefländer.

Dazu würde Thomas Neuland gern seinen Beitrag leisten. „Wir haben uns erst kürzlich in Hinblick auf die laufenden Aufträge und Leistungsanforderungen des ZWAR für knapp 5000 Euro der Erneuerung der geforderten Zertifizierung unterzogen“, so der Inhaber der Heizung- und Sanitärtechnik GmbH aus Dranske. „Hätten wir eine entsprechende Vorinformation über das neue Vergabeverfahren gehabt, hätten wir uns auch unser Zertifikat erweitern lassen, um entsprechend der jetzigen Ausschreibung Arbeiten an Guss- und Asbestzementrohren durchführen zu dürfen.“ Diese Möglichkeit sei ihm durch die Modalitäten der strittigen Ausschreibung genommen worden. Ambrosat erwägt nun, sich direkt an die Gemeindevorstände zu wenden.

Uwe Driest

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