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Ralswiek Hochgeschwindigkeit jetzt auch für Störti

Die Gemeinde Ralswiek wurde an das Glasfasernetz angeschlossen / Weitere Gemeinden auf Rügen sollen folgen

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Die Datenautobahn ist freigeschaltet: Rolf Hofmann (Kabel + Sat Bergen), Landes-Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), Axel Rödiger (Geschäftsführer ZWAR), Peter Hick (Störtebeker Festspiele) und Ralswieks Bürgermeister Herbert Knüppel (CDU).

Quelle: Anne Ziebarth

Ralswiek. Die Zeiten des lahmen Internets sind für die Einwohner Ralswieks vorbei. Mit einem symbolischen Knopfdruck wurde der Ort in dieser Woche an das superschnelle Glasfasernetz angeschlossen, mit der ein nahezu unbegrenzter Datentransfer bei höchster Geschwindigkeit möglich ist. Ab jetzt kann hier der Datenverkehr mit rund 500 Megabit pro Sekunde fließen. Umgerechnet bedeutet das, dass man rund 62,5 Megabyte in der Sekunde herunterladen kann, das entspricht in etwa der Größe eines mehrstündigen Hörbuchs oder 200 hochqualitativen Fotos.

„Für uns ist dieser Schritt sehr wichtig“, erzählt Peter Hick von den Störtebeker Festspielen. „Mittlerweile verkaufen wir nur noch rund 20 Prozent der Tickets an der Abendkasse, der Rest unserer Besucher nutzt die Online-Buchung.“ Gerade die Information über den Kartenbestand in Echtzeit ist für Kunden und Verkäufer entscheidend – eine langsame Internetverbindung würde hier zu nicht mehr sekundenaktuellen Angaben im Störtebeker-Buchungssystem führen.

Auch die Hotels und Pensionen im Ort dürfen sich freuen. „Ein Internetanschluss gehört für die Urlauber mittlerweile zum Standard“, so Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD), der in Ralswiek zur Eröffnung der „Datenautobahn“ kam. „Hoteliers berichten mir, dass Klagen über fehlendes oder zu langsames Internet zu den häufigsten Beschwerden zählen.“

Die technische Durchführung des Anschlusses lag in den Händen des Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR), betrieben werden die Leitungen von der Firma Kabel Sat Bergen. Der Verband hat sich – einmalig im Landkreis – des Themas Breitbandausbau angenommen und setzt auf der Insel die sogenannte Breitbandoffensive der Bundes- und Landesregierung um. „Die Gemeinden auf der Insel haben über den Ausbau durch den ZWAR abgestimmt. Und wie es aussieht, machen alle mit“, freut sich Mandy Gutt, Breitbandbeauftragte des ZWAR. „Wir planen die ersten vier Aufrufe, die förderfähig sind, bis Ende 2018 fertigzustellen. Bis spätestens 2025 sollen alle Gemeinden und ihre Ortsteile Anschluss an schnelles Internet haben.“

Ein Vorhaben, das mit Spannung erwartet wird, denn derzeit ist die Internet-Situation im Kreis eher düster. Nach aktuellen Untersuchungen sollen nur rund 15 Prozent der Anschlüsse im Kreis über einen schnellen Anschluss mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde verfügen. Doch langsames Internet soll auf Rügen die Ausnahme werden.

„In einem ersten Schritt sind zum Beispiel die Orte Altefähr, Ummanz, Rambin, Gnies sowie Ortsteile von Sagard und Lohme dran“, informiert Mandy Gutt. „In einem zweiten Aufruf planen wir mit dem Gesamtort Lohme, Altenkirchen, Putgarten, Neuenkirchen, Schaprode und Rappin. Etwas später kommen dann Hiddensee, Middelhagen, Thiessow und Lobbe an die Reihe. Ein vierter Aufruf ist in Vorbereitung.“

Möglich wird dieses Vorhaben nur durch eine Förderung von Bund und Land. Im Rahmen der Breitbandoffensive stellt die Bundesregierung 2,7 Milliarden Euro an Fördermitteln für Bewerber aus ganz Deutschland bereit.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern greift ebenfalls tief in die Tasche. Mit einem Nachtragshaushalt sollen 265 Millionen Euro (statt ursprünglich im Haushalt vorgesehenen 62,7 Millionen Euro) für den Breitbandausbau bereitgestellt werden.

Für die einzelnen Projekte ergibt sich so ein Förderschlüssel von 70 Prozent Bundesmitteln, 20 Prozent Landesmitteln und 10 Prozent Eigenanteil der Kommunen, wobei hier seitens der Landesregierung eine großzügige Ko-Finanzierung zugesagt wurde. Auf Rügen trägt der ZWAR diese 10 Prozent, ist dafür aber auch im Besitz der sogenannten passiven Infrastruktur und kann sie nach europaweiter Ausschreibung an Betreiber vermieten. Bedingung ist, dass die Leitungen auch von großen Telekommunikationsanbietern wie Vodafone oder der Telekom genutzt werden können. Beworben hat sich auch das Rügener Unternehmen Kabel Sat Bergen, mit dem der ZWAR bereits gute Erfahrungen gemacht hat. Kabel Sat Bergen betreibt auch in Ralswiek die Datenanbindung und ist seit 2010 für das Glasfasernetz von Putbus verantwortlich ist.

Glasfasernetz

Eine Glasfaser ist eine Faser, die aus geschmolzenem Glas hergestellt wird. Im Gegensatz zu Kupferkabeln, die mit elektrischen Impusen arbeiten, werden bei Glasfaserkabeln optische Signale (Licht) übertragen. Das ermöglicht nicht nur schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu mehren Gigabit pro Sekunde, sondern macht die Übertragung auch unempfindlicher gegenüber elektrischen oder magnetischen Störfeldern.

Da die Leitungen extra verlegt werden müssen, ist eine Neuanbindung teuer. Die Anbindung der Haushalte erfolgt auf Rügen per FTTH (Fiber To The Home), bei der die Glasfasern bis in die Gebäude verlegt werden.

Anne Ziebarth

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