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Idyllisch wohnen, wo einst ausgelassen gefeiert wurde

Bergen Idyllisch wohnen, wo einst ausgelassen gefeiert wurde

Auf dem Mehrzweckplatz in Bergen soll ein neues Wohngebiet entstehen / Den Beschluss über den Bebauungsplan wollen Montag die Stadtvertreter fassen

Bergen. An der Bergener Königsstraße soll in den nächsten Jahren ein neues Wohngebiet entstehen. Die Weichen dafür wollen die Stadtvertreter auf ihrer öffentlichen Sitzung am Montag stellen, wenn sie über den Entwurf des Bebauungsplanes mit dem Titel „Wohnpark Mehrzweckplatz“ beraten.

Das etwa einen Hektar große Areal hinter dem Telekom-Gelände wurde früher vielfältig genutzt. Hier loderten die Bergener Osterfeuer, standen die Zirkus-Zelte und -Wagen, fanden Großveranstaltungen wie das Bergen-Treffen statt oder betätigten sich Kinder sportlich. Dennoch stand es schon vor Jahren ganz oben auf der Liste der zu verkaufenden Grundstücke und wird künftig vorwiegend einem Zweck dienen: Wohnen. „Sowohl Ein- als auch Zweifamilienhäuser könnten laut B-Plan an dieser Stelle entstehen“, sagt Bergens Bauamtsleiter Rainer Starke.

Der zuständige Planer Thomas Niessen präzisiert die Aussage: Bei maximaler Ausnutzung der Baufelder könnten auf dem Gelände ein Dreigeschosser, sechs zweigeschossige Bauten mit einer oder mehreren Wohnungen und 14 Einfamilienhäuser entstehen. Dazu kommt noch ein Gebäude mit Wohnungen für ältere Menschen. Letzteres wird hinter der Allee liegen, die das künftige Wohngebiet von der Königsstraße trennt. „Diesen einmaligen Baumbestand wollten wir unbedingt erhalten“, gibt Niessen die Intention des Eigentümers Dirk Heinemann und seinen Wunsch als Landschaftsplaner wieder. Deshalb habe man auf eine Zufahrt zu dem Areal von der Königsstraße aus verzichtet. Das, so Niessen, wäre nicht ohne einen Eingriff in die Allee zu realisieren gewesen, deren Lücken im Zuge der Entwicklung des Wohngebiets durch Pflanzung von 20 Winterlinden geschlossen werden sollen. Künftige Bewohner und Besucher sollen stattdessen mit dem Auto über den Teteler Landweg in die Siedlung fahren können.

Dort, wo von diesem die Straße Am Tannengrund abzweigt, soll auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Zufahrt zum Wohnpark entstehen.

Bei der Bebauung will man sich an der Topografie des Geländes orientieren. Das bedeutet, dass das höchste Gebäude hinter dem Telekom-Gelände am Teteler Landweg stehen wird. Von dort aus sollen die Häuser in Richtung Stadtgrenze immer flacher und die Bebauungsdichte geringer werden. Um das Erscheinungsbild des Viertels wenigstens an den den Straßen zugewandten Seiten einigermaßen einheitlich zu gestalten, sind Zäune fast ausnahmslos nur dann zulässig, wenn sie durch Laubhecken begrünt werden. Auf glänzende und farbige Dacheindeckungen müssen die künftigen Hausbesitzer verzichten. Ansonsten dürfen sie ihrer Kreativität beim Hausbau freien Lauf lassen. „Wir wollten den Bauherren möglichst viele Freiheiten lassen und auf zu viele Vorschriften, etwa zum Putz oder zur Ausführung der Fenster, verzichten“, sagt Niessen.

Dass sich interessierte Bauherren finden, daran zweifeln in der Stadt nur wenige. Während die Ideen zur Entwicklung eines Wohngebietes an der Graskammer offenbar nicht weiter verfolgt werden und auch ein ausgewiesenes Wohngebiet an der Raddasstraße seit geraumer Zeit weitgehend brach liegt, traut man der Fläche an der Königsstraße eine bessere Zukunft zu. Nach unbestätigten Informationen soll es bereits erste Vorverträge mit Interessenten geben. Und auch für das altersgerechte Wohnhaus hat es offenbar erste Vorgespräche mit einem möglichen Betreiber gegeben, der den künftigen Bewohnern eine Betreuung anbieten möchte.

Wann die Baufahrzeuge auf dem ehemaligen Mehrzweckplatz anrücken, kann derzeit noch niemand sagen. Sollte das Bauleitplanverfahren zügig und reibungslos über die Bühne gehen, könnten die ersten Bauherren im kommenden Jahr den ersten Spatenstich feiern, prognostiziert Thomas Niessen.

Oliver Cornelius vom Grünen Bündnis Bergen (GBB) sieht die Pläne nicht unkritisch. „Allein, wenn ich an die leerstehenden Wohnungen unserer Wohnungsgesellschaft denke, muss ich diesen großangelegten Bau von neuen Wohnungen hinterfragen“, sagt er.

Maik Trettin

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