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Kasnevitz: Straße sackt ab – Gehweg bröckelt

Kasnevitz Kasnevitz: Straße sackt ab – Gehweg bröckelt

Schnelle Lösung für marode Ortsdurchfahrt nicht in Sicht / Bürger auf den Barrikaden

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Vorsicht Stolperfalle: Der Bürgersteig an der Ortsdurchfahrt in Kasnevitz ist total marode. Teilweise liegen Gehwegplatten sogar schon auf der Straße, wie hier vor dem Briefkasten.

Quelle: Udo Burwitz

Kasnevitz. Das Dorf mit dem Auto zu passieren, ist eine Herausforderung. Zu Fuß ist es noch riskanter. Seit Jahren ist die Landesstraße L 29 in der Ortsdurchfahrt Kasnevitz in einem katastrophalen Zustand. Jetzt löst sich der Gehweg an vielen Stellen auf. Das gefährdet die Fußgänger ebenso wie die Autofahrer: „Die Gehwegplatten liegen zum Teil auf der Fahrbahn“, klagt Horst Behrenbruch. Wer nicht aufpasse, fahre sich und anderen das Auto kaputt, sagt der Kasnevitzer. Für Fußgänger ist es zudem ein halsbrecherisches Wagnis, auf dem maroden Bürgersteig durchs Dorf zu spazieren. „Wir sind Erholungsort und Gäste sollen Kurtaxe zahlen“, schimpft Behrenbruch. „Wofür? Die Leute können noch nicht mal sicher vor die Tür treten!“

Im Putbuser Rathaus kennt man die Situation – seit Jahren. Der Gehweg müsste wie die Fahrbahn dringend saniert werden. Um den Bürgersteig muss sich die Stadt Putbus kümmern. Doch die kann ohne das Straßenbauamt so gut wie nichts machen. „Ohne Straßensanierung ist es sinnlos, einen neuen Bürgersteig zu bauen“, erklärt Bürgermeisterin Beatrix Wilke. Denn ein Großteil der Gehwegschäden hat seine Ursache in der Fahrbahn. Die sackt seit Jahren immer tiefer. „Dadurch verlieren die Borde, die den Gehweg begrenzen, ihren Halt.“ Sie beginnen zu wackeln, das Pflaster des Bürgersteigs wird locker und landet irgendwann auf der Straße. Die ist so schmal, dass Lkw und schwere Landmaschinen kaum aneinander vorbeikommen. „Also weichen sie auf den maroden Gehweg aus und zerfahren den noch weiter“, hat Behrenbruch beobachtet.

Wie sich das im einzelnen abspielt, weiß Beatrix Wilke nicht. Doch das Ergebnis kennt sie: „Die Mitarbeiter unseres Stadtbauhofs können nichts anderes tun, als die losen Gehwegplatten von den Fahrbahnrändern und der Straße einzusammeln.“ Eigentlich hatte die Kommune Geld eingeplant, um die Straßenborde an der Dorfstraße in diesem Jahr zu erneuern. Aber ein Planungsbüro hatte den Putbusern davon abgeraten. „Nur ein grundhafter Ausbau würde in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht Erfolg versprechen“, fasst die Bürgermeisterin das Ergebnis zusammen.

Im Auftrag der Stadtvertretung hatte sich die Verwaltungsspitze im Frühjahr an das Straßenbauamt gewandt und nochmals auf den Zustand der Ortsdurchfahrt und die dringend notwendige Sanierung hingewiesen sowie um einen Vor-Ort-Termin gebeten. Den gab es am 21. September. „Dabei wurde uns noch einmal deutlich gemacht, dass ein getrennter Ausbau von Gehweg und Fahrbahn nicht möglich ist.“

Grund seien unter anderem die Lage von Leitungen, die zahlreichen Grundstückszufahrten und die unterschiedlichen Höhen, zählt die Bürgermeisterin einige Argumente auf. Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes in Stralsund, unterstreicht das. „Der Straßen- und Wegebau in Kasnevitz wird kein einfaches Unterfangen. Mal liegen die Häuser und Grundstücke höher als die Fahrbahn und der Gehweg, mal liegen sie tiefer.“ Das werde eine anspruchsvolle Baustelle – für die es derzeit aber noch keine Pläne gibt. Geld für Kasnevitz habe man erst für das Jahr 2022 eingeplant. Vorher sollte die nicht weniger miserable Ortsdurchfahrt in Vilmnitz ausgebaut werden. „Dafür gibt es zumindest eine Planung“, so Sendrowski. Und es gebe einen ungefähren Termin. Etwa in zwei Jahren könnte dort mit der Sanierung begonnen werden.

Oder später. Darüber sollen die Putbuser Stadtvertreter entscheiden. Wenn diese sagen, dass der Ausbau von Landstraße und Gehweg in Kasnevitz dringlicher als der in Vilmnitz ist, will das Straßenbauamt das technisch einfachere Vilmnitz-Projekt vorerst ruhen lassen und stattdessen mit Planungen für den Ausbau in Kasnevitz beginnen. Beides gleichzeitig sei nicht zu schaffen, so Sendrowski. Auf einen möglichen Baubeginn in Kasnevitz will er sich nicht festlegen: „Wir brauchen allein für die Planung im günstigsten Fall mindestens zwei Jahre.“

Und bis dahin? Bleibt alles so wie es ist. Man habe zur Sicherung des Gehweges und der Straße vor Ort in Kasnevitz mit dem Straßenbauamt verschiedene Möglichkeiten erörtert, „aber leider keine zufriedenstellende Lösung gefunden“, teilt Beatrix Wilke mit. Stabilisierungen in Form von Asphaltkeilen zwischen Fahrbahn und Bordstein oder das Aufstellen von T-Elementen würden die ohnehin schon geringe Fahrbahn- und Gehwegbreite weiter einschränken und auch den Winterdienst auf der Straße behindern. „Weitergehende Sicherungsmaßnahmen am Gehweg sind auf Grund der fehlenden Borde nicht möglich“, sagt sie.

Maik Trettin

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