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Kinder zahlen jetzt auch Kurabgabe

Göhren Kinder zahlen jetzt auch Kurabgabe

Neue Satzung in Göhren: Jahreskurkarte steigt auf das Doppelte, Hauptsaison wird billiger

Göhren. Ab dem 1. Januar gilt im Ostseebad Göhren eine neue Kurabgabesatzung. Und neu ist in diesem Regelwerk viel: Nach jahrelanger Debatte wird die Tageskurkarte eingeführt, Kinder ab sieben Jahre müssen jetzt auch eine Abgabe leisten, die Hauptsaison wird billiger, aber länger und die Nebensaison und die Jahreskurkarte werden teurer. Und: Gäste zahlen jetzt für den An- und Abreisetag voll, was vorher als nur ein Zahltag galt.

Nach zwei Anläufen im Jahre 2015 und im August dieses Jahres haben die Gemeindevertreter die neue Kurabgabesatzung in ihrer Sitzung im Oktober beschlossen und die Kalkulationsgrundlage für den Zeitraum von 2017 bis 2019 gebilligt. Vier der anwesenden sechs Volksvertreter stimmten dafür, einer dagegen, einer enthielt sich.

In der Hauptsaison, die jetzt wie in Binz, Sellin und Middelhagen vom 1. Mai bis 31. Oktober gilt, also einen Monat länger, sind künftig statt 2,80 Euro nun 2,45 Euro fällig. Für Kinder müssen 1,20 Euro gezahlt werden. In der Nebensaison (1. Januar bis 30. April sowie 1. November bis 31. Dezember) zahlen erwachsene Gäste jetzt 2 Euro statt 1,50 Euro, Kinder 1 Euro. Für einen Hund müssen das ganz Jahr über pro Tag 60 Cent bezahlt werden, also zehn Cent mehr als bisher.

Heftig steigt die Jahreskurkarte, sie wird mehr als doppelt so teuer: Zahlten Erwachsene bisher 50 Euro, so sind es ab dem nächsten Jahr 123 Euro. Für Kinder ab 7 Jahre sind es 61,50 Euro – vorher zahlten sie nichts bis zum 18. Geburtstag.

Für Peter Clajus aus Alsbach (Hessen) ein Unding: „Meine Frau, ich und unsere zwei Kinder mit ihren Familien mit insgesamt sechs Enkeln halten uns häufig und gern in Göhren auf. Jetzt haben wir erfahren, dass die Göhrener Gemeindevertretung eine neue Kurabgabesatzung beschlossen hat, die insbesondere Familien mit Kindern und die Inhaber von Jahreskurkarten drastisch benachteiligt.“ In einem der OZ vorliegenden Schreiben an die Gemeinde beklagt Clajus: „Für meine Frau und mich erhöht sich die Kurabgabe 2017 um 105 Prozent. Teilen Sie uns bitte mit, welche zusätzlichen Leistungen der Kurverwaltung eine derartige Erhöhung rechtfertigen.“ Der Göhrener Dauergast versteht zudem nicht, warum die Jahreskurkarteninhaber und Familien einen höheren Beitrag zur Finanzierung der Kosten der Kurverwaltung übernehmen als die Urlauber mit begrenzter Aufenthaltszeit in der Hauptsaison, die nun eine reduzierte Kurabgabe entrichten – obwohl diese nicht wie die Jahreskurkarteninhaber zur Grundsteuer, Abwassergebühr, Abfallentsorgung und Bettenabgabe herangezogen würden.

Die Kalkulation sei zusammen mit einem externen Institut erarbeitet worden, das zu diesem Ergebnis gekommen sei hinsichtlich der Gesamtkosten verteilt über das ganze Jahr, erklärt Kurdirektor Jörn Fenske. „Das ist das Ergebnis von Bürokratiedeutschland.“ Der Kurchef rechnet damit, dass in nächster Zeit weitere Briefe von Gästen eintreffen werden. „Mit der Abgabe machen wir keinen Gewinn, sondern sie deckt die Kosten“, betont Fenske. Hintergrund der neuen Satzung war der Antrag auf Einführung einer Tageskurkarte von Gesche Krohn (Wählergruppe Gemeinsam für Göhren) und die Klage eines Gastes im letzten Jahr. Dieser hatte sich gegen die Rechtmäßigkeit der – noch aktuellen – Kurabgabesatzung gewehrt, weil nur Übernachtungsgäste belangt würden und damit das Gleichbehandlungsprinzip verletzt sei. Das Verwaltungsgericht Greifswald sollte darüber entscheiden. Doch vor der Verhandlung bekam der Urlauber einen Bescheid von der Kurverwaltung, dass ihm die Kurabgabe zurückerstattet -werde (die OZ berichtete).

Um das Thema Ermäßigung war in den letzten Monaten immer wieder ein Streit entbrannt. Wenn diese gegen das Gleichbehandlungsprinzip in der Satzung verankert wird, muss die Gemeinde beziehungsweise der Kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung selbst für die Mindereinnahmen aufkommen. Der Eigenanteil der Gemeinde Göhren für die von der Kurabgabe befreiten Einwohner beträgt fünf Prozent, für Kinder bis sieben Jahre, Behinderte und Patienten der Reha-Klinik sind es sechs Prozent. „Mehr können wir uns nicht leisten“, so Fenske.

Gerit Herold

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