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Lärm auf der B 96n: Polizei stellte seit Januar 717 Raser fest

Rambin Lärm auf der B 96n: Polizei stellte seit Januar 717 Raser fest

Die Rambiner Bürgerinitiative gegen den nervigen Verkehrskrach wird vertröstet / Erst im Mai soll es Antworten auf eine Petition geben / Bürger wollen sich an Minister wenden

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Sah fortschrittlich aus, ging schnell und war billiger. Der Bau der Betonfahrbahn im Bereich von Rambin der B 96n im Sommer 2015.

Quelle: Frank Levermann

Rambin. Sofortmaßnahmen dauern etwas länger — jedenfalls im Fall des Lärmschutzes für die Anwohner der neuen Bundesstraße 96 in Rambin. Seit letztem Dezember mehren sich die Klagen über laute Fahrgeräusche auf der Waschbetonoberfläche der Straße (die OZ berichtete). Diese Bauausführung ist nach Auffassung der Rambiner Ursache des hohen Schallpegels.

OZ-Bild

Die Rambiner Bürgerinitiative gegen den nervigen Verkehrskrach wird vertröstet / Erst im Mai soll es Antworten auf eine Petition geben / Bürger wollen sich an Minister wenden

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Betroffene Einwohner hatten sich im Februar und März zu einer Bürgerinitiative zusammengetan, am Montag traf man sich zur jüngsten Sitzung. „Mir geht es inzwischen an die Substanz“, sagt Kathrin Stavenhagen, die mit Ehemann Jörg rund 70 Meter neben der dreispurigen Rügenautobahn wohnt, „Kollegen haben schon geraten, ich solle mich krankschreiben lassen.“

Gemeindevertretung und Bürgerinitiative fordern seit Anfang des Jahres Nachbesserungen — doch die Mühlen mahlen langsam. Fünf Wochen sind nach ihrer Eingabe mit Forderungen nach Abhilfe gegen den dauerhaften Schallpegel verstrichen. Und nun halten sie lediglich einen Zwischenbescheid der Landesbehörde in der Hand, in dem um Fristverlängerung bis Mitte Mai für die Beantwortung gebeten wird.

Damit wäre ja noch nichts in der Sache selbst passiert, heißt es von der Bürgerinitiative. Und auch bei den im Planfeststellungsbeschluss festgelegten „passiven Schallschutzmaßnahmen“ bewege sich nichts, zum Beispiel mit Einbau von Schallschutzfenstern.

Dabei sah Anfang März noch alles hoffnungsvoll aus. Bei einer Einwohnerversammlung hatten die Vertreter der verantwortlichen staatlichen Straßenbaufirma Deges Abstimmungsergebnisse mit dem Ministerium innerhalb von vier Wochen angekündigt. Drei denkbare Maßnahmen wurden genannt: Bau einer Lärmschutzwand, Änderung des Fahrbahnbelages und die vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung, bis die anderen Maßnahmen greifen. Dann, so die Vertreter der Deges, könne man in den nächsten zwei, drei Monaten in einer neuen Einwohnerversammlung Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

Mindestens bei der übergangsweise einzuführenden Geschwindigkeitsbegrenzung hätte etwas geschehen können, meint man jetzt in der Bürgerinitiative. Tatsächlich werde auf der neuen „Rügenautobahn“ die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Kilometern pro Stunde häufig nicht eingehalten, berichtet Jörg Stavenhagen. „Ich komme mir vor wie ein Verkehrsblockierer, wenn ich mich auf den einspurigen Abschnitten an die Geschwindigkeitsbegrenzung halte.“ Es würden manche Autofahrer die letzten Meter vor der Fahrbahnverengung auf eine Spur ausreizen, um noch an Vorausfahrern vorbeizukommen. Dabei kämen sie schon mal mit den Reifen über das Profil der Fahrbahnmarkierung. „Wenn da einer mit hundert und mehr Sachen drüberbrettert, hörst Du den Kammerton A in 120 Dezibel“, lautet ein geflügeltes Wort unter Anwohnern.

Tatsächlich hat die Polizei seit Jahresanfang bereits 717 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen, wie Polizeisprecherin Antje Unger mitteilt.

Jetzt habe man bei der Bürgerinitiative das Gefühl, die Behörden wollten das Problem aussitzen. Passives Hinnehmen der Zustände sei aber nicht ihre Sache. Man werde sich jetzt direkt an Minister Christian Pegel (SPD) wenden und mit Nachdruck schnelle Lösungen fordern.

Druck kommt auch vom Rambiner Bürgermeister Christian Thiede (FDP): „Am Montag habe ich vom Ministerium einen Sachstandsbericht abgefragt, die wollten sich sofort mit der Deges in Verbindung setzen.“

Auf Anfrage der OSTSEE- ZEITUNG sagt Deges-Manager Rascher: „Wir waren alles andere als untätig.“ Es sei ein umfangreicher Fragenkatalog aus der Petition der Bürgerinitiative abzuarbeiten.

Schließlich sei auch das Bundesverkehrsministerium involviert — insgesamt ein komplexer Sachverhalt, die Klärung brauche Zeit. Morgen gehe es bei der Deges in Berlin wieder um Fragen von Nachbesserungsvarianten, und um deren Kosten und Unterhaltsaufwand.

Das sieht man auch im Ministerium von Christian Pegel so, sagt sein Sprecher Steffen Wehner der OZ: „Wir versuchen derzeit, eines der wenigen Schall-Messfahrzeuge aufzutreiben. Dann würde man sich nicht allein auf Schallberechnungen stützen müssen, sondern kann direkt an der B 96 an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten die Schallbelastung ermitteln.“ Der Bau einer Lärmschutzwand werde ebenfalls derzeit analysiert. Allerdings müsse dabei auch die parallel verlaufende Bahnlinie berücksichtigt werden. Würde die Wand direkt neben der Straße errichtet, käme es zu Schallreflektionen der durchfahrenden Züge in den Ort hinein. Deshalb werde überprüft, ob man mit der Bahn zu einer gemeinsamen Lösung kommen könne. Letztlich müsse der Bund als Kostenträger einverstanden sein, und das gehe nicht ohne schlüssige Begründung.

Die B 96n - Verzögerungen und Beschwerden

Am 8. Dezember vorigen Jahres wurde die B 96n durch Kanzlerin Merkel für den Verkehr freigegeben Schon vor Weihnachten kamen die ersten Beschwerden: Der Waschbetonbelag mit der freien Schallschneise reiche jetzt über den gesamten Ort. Am Rande der Straße sei es unerträglich.

Anfang März hat Deges-Manager Joachim Rascher Abklärung denkbarer Lösungsmöglichkeiten binnen vier Wochen angekündigt:

– Bau einer Lärmschutzwand – Änderung des Fahrbahnbelags – Geschwindigkeitsbegrenzung bis die Maßnahmen greifen 717 Geschwindigkeitsübertretungen hat die Polizei seit Jahresanfang gemessen, davon 590 im Verwarngeldbereich (bis zu 20 km/h zu schnell) und 127 im Bußgeldbereich (ab 21 km/h zu schnell). 100 km/h sind erlaubt auf der „Rügenautobahn“.

Von Frank Levermann

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