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Stralsund Löwensches Palais ist verkauft

Ein Privatinvestor erwarb die Immobilie von der Schweizer Großbank Credit Suisse und plant einen Umbau

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Die Einkaufspassage Löwensches Palais in Stralsund hat einen neuen Besitzer und soll saniert werden.

Quelle: Stefan Sauer

Stralsund. Die seit fünf Jahren größtenteils leer stehende Einkaufspassage Löwensches Palais in Stralsunds Altstadt hat einen neuen Besitzer. Ein Privatinvestor kaufte das Objekt in der Ossenreyerstraße 16/ Ecke Heilgeiststraße von einem Immobilenfonds der Schweizer Großbank Credit Suisse mit Sitz in Zürich.

OZ-Bild

Ein Privatinvestor erwarb die Immobilie von der Schweizer Großbank Credit Suisse und plant einen Umbau

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Darüber informierte Björn Gottschling, Geschäftsführer der Immobilienfirma Comfort. Das Makler- und Beratungsunternehmen für Einzelhandelsimmobilien mit Hauptsitz in Düsseldorf hat nach eigenen Angaben den Vertrag vermittelt. Und der sei nun unter Dach und Fach.

Allerdings wurde sowohl über den Kaufpreis als auch weitere Einzelheiten zum Investor Stillschweigen vereinbart. Es handele sich um einen in Norddeutschland aktiven Unternehmer, sagte Frank Hinz, Leiter der Unternehmenskommunikation der Comfort-Gruppe, gestern auf OZ-Nachfrage. Der Investor plane „in Kürze“ einen Umbau des Einkaufszentrums. Die Einzelhandelsvermietung befinde sich „bereits in einem weit fortgeschrittenen Stadium, so dass die prominente Ecklage kurzfristig mit neuen Ladenkonzepten belebt wird“. Mehr war zum zeitlichen Rahmen nicht zu erfahren. „Der Investor wartet auf die Baugenehmigung. Und dann kann es losgehen. Möglicherweise noch in diesem Jahr“, so Frank Hinz weiter.

Damit kann eine lange Leidensgeschichte dieses viel gescholtenen Objektes zu Ende gehen. Von den Experten des Stralsunder Gestaltungsbeirat wurde das 1995 für 35 Millionen Mark neu erbaute Wohn- und Geschäftshaus als „städtebaulicher Missstand“ bezeichnet. Der Komplex entspreche nicht der Gestaltungssatzung der Hansestadt, hieß es.

In den letzten Jahren gab es mehrfache Versuche und Ankündigungen, die Immobilie aufzumöbeln. Die sind bislang allerdings alle gescheitert. Bereits im März 2010 war dem Gestaltungsbeirat ein geplanter Umbau vorgestellt worden. Im April 2011 hatte die Stadt dafür sogar schon eine Baugenehmigung erteilt. Die Pläne sahen eine grundlegende Sanierung und eine Aufwertung der Fassade vor.

Für die vorgesehene Erneuerung mussten reihenweise Geschäfte wie der Lila-Bäcker, Bijou Brigitte, Jump in oder die Spielzeugschachtel ausziehen, die inzwischen in den umliegenden Straßen neue Räume gefunden haben. Auch der letzte standhafte Mieter, Horstmanns Grill, strich schließlich die Segel. Doch das Palais fristet seitdem ein trauriges Dasein. Der Slogan „Bummeln, schauen, Leute treffen“, der über dem Eingang prangt, klingt eher wie ein Hohn,denn der Zugang zum Inneren samt Rolltreppen bleibt versperrt. Nach einem kurzen Zwischenspiel eines Feinkostladens befinden sich derzeit noch zwei Läden in dem Haus: „H & H Moden“ und ein Thai-Imbiss. Laut Frank Hinz handelt es sich bei dem Löwenschen Palais um eine Gesamtnutzfläche von 5500 Quadratmetern und eine Tiefgarage mit 50 Parkplätzen, die nun für das neue Projekt zur Verfügung steht. Gottschling spricht von einer „1a-Lage“ und verweist auf die gegenüberliegenden Geschäfte wie die Modehäuser P & C, H

& M oder C & A und das Quartier 17, die „für zusätzliche Passantenfrequenz“ sorgen würden. Dort habe die Comfort-Gruppe übrigens bereits auch den Einzug von Woolworth und dem Schuhhaus Höppner vermittelt.

Schwedische Wurzeln

1734 hat Bürgermeister David Ike den Bau auf der Fläche, auf der sich heute das Löwensche Palais befindet, in Auftrag gegeben. Später erwarb der Generalgouverneur Schwedens, Axel Graf von Löwen, das Haus. Daher auch der Name Schwedisches Palais.

Am 6. Oktober 1944 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff auf Stralsund zerstört. Auf der Freifläche entstanden ein Parkplatz und in den 1950er-Jahren ein Obst- und Gemüsemarkt.

1995 erfolgte auf dem Grundstück Ossenreyerstraße 16 der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses, in dem sich Anfangs auch ein Café und ein Reisebüro befand. Der Neubau kostete 35 Millionen Mark. Seit 2011 stehen die Gewerbeflächen überwiegend leer.

Marlies Walther

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