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Sellin Mehr Geld für bessere Insel-Werbung

Fremdenverkehrsabgabe soll in Sellin schrittweise erhöht werden um rund 60 Prozent

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Wir haben keine andere Wahl.“Kurdirektorin Adriana Zawisza

Sellin. Nutznießer des Tourismus im Ostseebad Sellin müssen künftig mehr zahlen. Die Fremdenverkehrsabgabe soll um knapp 60 Prozent erhöht werden. Zahlen beispielsweise Kleinvermieter jetzt 4,80 pro Bett und Jahr und ab neun Betten 7,20 Euro, sollen es künftig 8,34 Euro beziehungsweise 12,54 Euro sein. Um das Thema entbrannte in der jüngsten Sitzung des Kurausschusses eine heiße Debatte.

„Das ist für jeden Einzelnenen eine starke Erhöhung, die wir nicht vermitteln können“, monierte Ausschussvorsitzender Achim Kreß. Etliche Ausschussmitglieder sahen das ähnlich. Den gleichen Aufschrei hatte es schon vor eineinhalb Jahren gegeben, als eine Erhöhung ab 2016 beschlossen werden sollte. Seinerzeit galt als Gegenargument, dass gerade die Kurtaxe angehoben wurde.

Doch das Thema war nur aufgeschoben. Denn Hintergrund für die Anhebung der Tourismusabgabe ist der Erwerb von Gesellschafteranteilen am Inselvermarkter Tourismuszentrale Rügen (TZR), den die Gemeindevertretung schon im Jahre 2013 beschlossen hat. Seit 2015 ist die TZR eine kommunale Gesellschaft. Die Gesellschafter sollen mit einer jährlich zu zahlenden Umlage die Finanzierung für ein schlagkräftigeres Inselmarketing absichern. Bisher sind die Anteile wie folgt verteilt: Sellin 7 Prozent, Binz 14 Prozent, Putbus 4 Prozent, Göhren 5 Prozent, Baabe 3 Prozent. Die übrigen Anteile hält die TZR selbst, sie werden für weitere Gemeinden vorgehalten. Im Gespräch ist eine Beteiligung von Bergen und Sassnitz.

„Die jährliche Umlage für Sellin liegt bei 72000 Euro“, verdeutlichte Kurdirektorin Adriana Zawisza. Rund 95000 Euro im Jahr nimmt der kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung derzeit von den Nutznießern des Tourismus in Sellin ein. Die Ausgaben hingegen belaufen sich aber mittlerweile auf rund 147000 Euro. Denn im letzten Jahr kamen zu den üblichen Kosten schließlich der Kauf der TZR-Anteile (14000 Euro) dazu sowie die anteilige TZR-Marketingumlage für acht Monate (47800 Euro). Das ergibt ein Minus von rund 50000 Euro.

Mit dem Geld aus der Fremdenverkehrsabgabe werden zudem gemeinschaftliche Werbeaktionen wie Wanderfrühling und -herbst (5000 Euro) finanziert sowie Messen (10000 Euro), Anzeigen (14000 Euro), die Internetpflege (12000 Euro), der Ortsführer (7700 Euro), Personalkosten (15000 Euro), Plakatwerbung/Ortsschilder (13000 Euro), der Entwurf (14700 Euro), die Herstellung (19700 Euro) und das Porto (8000 Euro) für den Gastgeberkatalog (Erlöse Katalog: minus 38410 Euro).

„Dann muss man sich die Kosten anschauen, wo diese gesenkt werden könnten“, sah Ausschussmitglied Thomas Dorissen eine Möglichkeit. Auch hinterfragte der Hotelier, warum die benötigten Mittel nicht aus den Kurtaxeinnahmen genommen werden können.

„Wir haben keine andere Wahl“, unterstrich Kurdirektorin Adriana Zawisza. Es sei in der Kommunalverfassung festgeschrieben, dass Marketingmaßnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe bestritten werden müssen. Die Kurtaxe darf ausschließlich für touristische Infrastruktur für den Gast verwendet werden.

Der Ausschussvorsitzende Achim Kreß schlug vor, eine schrittweise Erhöhung zu prüfen. „Vielleicht jeweils 5 bis 10 Prozent in den nächsten Jahren, was nicht so weh tut“, so der Hotelier. Der Ausschuss stimmte dafür, dass die Beschlussvorlage bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt wird.

Die Kurdirektorin unterstrich, dass die letzte Änderung der Fremdenverkehrsabgabe weit zurückliege. „Das war 2001 bei die Umstellung auf den Euro“, so Adriana Zawisza und verwies auf andere Kurorte.

Sellin stehe im Verhältnis dazu am unteren Limit. So zahlen beispielsweise Kleinvermieter in Göhren 9,50 Euro, in Binz 10,80 Euro und in Zingst 12 Euro. Ein Arzt in Sellin bezahlt 100 Euro, in Baabe 182 Euro, in Binz 151 Euro, in Göhren 141 Euro, in Zingst sogar 345 Euro. Selliner Gastronomen zahlen 2 Euro pro Quadratmeter (innen), in Baabe sind es 4,50 Euro pro Sitzplatz, in Binz 3,78 Euro.

In Göhren werden 112 Euro bis zu 30 Sitzplätzen, in Zingst 230 Euro im Jahr fällig. „Wir müssten laut Kalkulation auf 3,31 Euro pro Quadratmeter gehen, so Zawisza.

In Middelhagen wurde die Satzung 2014 geändert, wodurch die Einnahmen inzwischen verdoppelt wurden auf rund 30000 Euro. Die Stadt Sassnitz plant gerade eine Erhöhung der Fremdenverkehrsabgabe um rund 65 Prozent (die OZ berichtete).

Zwei verschiedene Töpfe

Im Kommunalabgabengesetz Mecklenburg-Vorpommern ist verankert, dass Gemeinden und Gemeindeteile, die als Kur- oder Erholungsorte anerkannt sind, eine Kurabgabe erheben können für die Herstellung, Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Erneuerung, Verwaltung und Unterhaltung der zu Kur- und Erholungszwecken bereitgestellten öffentlichen Einrichtungen.

Für Zwecke der Fremdenverkehrswerbung können diese Gemeinden von Personen und Personenvereinigungen, denen durch den Fremdenverkehr Vorteile geboten werden, eine Fremdenverkehrsabgabe erheben.

Gerit Herold

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