Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Mehr Infrastruktur: Von Promenade bis Marina

Binz Mehr Infrastruktur: Von Promenade bis Marina

Kurdirektor Kai Gardeja: Binz investiert in den nächsten Jahren 100 Millionen Euro – und vor allem in den Ortsteil Prora

Voriger Artikel
An B 96 auf Rügen fallen die letzten Alleebäume
Nächster Artikel
Steilküstenlift muss zur Reparatur

Die Aufwendungen für die touristische Erholungsinfrastruk- tur belaufen sich in Binz pro Jahr auf rund acht Millionen Euro. Kurdirektor Kai Gardeja

Binz. Das größte Ostseebad der Insel Rügen wird in den nächsten Jahren in Größenordnungen investieren: „Das Investitionsvolumen wird sich auf rund 100 Millionen Euro belaufen“, kündigt Kurdirektor Kai Gardeja an. Er richtet seinen Blick dabei vor allem auf den sich rasant entwickelnden Ortsteil Prora und den notwendigen Aufbau von Bewirtschaftungs- und Informationsstrukturen.

OZ-Bild

Kurdirektor Kai Gardeja: Binz investiert in den nächsten Jahren 100 Millionen Euro – und vor allem in den Ortsteil Prora

Zur Bildergalerie

So ist der Weiterbau von rund sechs Kilometer neuer Promenade bis zu Block 6 sowie ein Haus des Gastes geplant. Weiterhin werden die Strandabgänge und die gesamten öffentlichen WC-Anlagen erneuert.

Daneben werden vier Multifunktionsgebäude mit WC-Anlagen und Rettungstürmen errichtet und die Alt-Promenaden in Binz von der Seebrücke bis zum Fischerstrand sowie vom Strandhotel Arkona bis zum Campingplatz saniert. Große Zukunftsprojekte sind die Entwicklung des EWE-Geländes, wo eine Multifunktionshalle, Vereinsgebäude, Sport- und Freizeitanlagen und Rettungsschwimmerunterkünfte entstehen sollen sowie der Bau einer Marina, der Anschluss Prora–Mukran, die Erschließung des Schmachter Sees mit einem Rundweg und die touristische Beschilderung unter anderem für Rad- und Wanderwege.

Pläne, die viel Geld verschlingen. Um mehr Einnahmen zu generieren, strebt Binz auch die Prädikatisierung von Prora als „Seebad“ noch in diesem Jahr an. Was wiederum Geld kostet, um die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Dafür muss Binz schon jetzt an der Kurtaxschraube drehen. Ab Mai sollen die Gäste das ganze Jahr über 2,60 Euro Kurtaxe zahlen, es gibt keine Unterteilung in Haupt- und Nebensaison mehr. Zudem werden die beiden bisherigen Erhebungsgebiete aufgehoben, es gibt nur noch eine Zone. Und: Gäste zahlen künftig für den An- und Abreisetag jeweils die volle Abgabe statt wie bisher nur die Hälfte. Doch die geplante Änderung der Kurabgabe, der der Betriebsausschuss Kurverwaltung bereits zugestimmt hat und über die nun noch die Gemeindevertretung entscheiden muss, stößt laut Fremdenverkehrsverein vielen Gastgebern im Ort – vom Kleinvermieter bis zum großen Hotel – mächtig auf. Ihr Gegenvorschlag: Alles bleibt beim Alten in punkto An- und Abreisemodus sowie Haupt- und Nebensaison. Dafür könnte die Kurtaxe in der Hauptsaison auf 2,90 Euro erhöht werden, die zudem um eine Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr erweitert wird (die OZ berichtete).

Doch so einfach ist das alles nicht, erklärt Kurdirektor Kai Gardeja. „Eine Kalkulation, die auf Wünschen und Gefühlen beruhen würde, führt zu einer sofortigen Unwirksamkeit der gesamten Satzung.“

Berechnungsgrundlage seien Kostenstrukturen, Investitionen und sonstige Aufwendungen. Für eine rechtssichere Kalkulation sei eine sachgerechte Grundlagenermittlung notwendig. Gardeja: „Die Kurtaxe würde bei der rechtlich nicht korrekten anteiligen Erhebung von An- und Abreisetag zu je einem halben Tag nicht bei 2,90 Euro liegen, sondern bei 3,10 Euro.“

Rechtlich nicht korrekte Erhebung? „Tages- und Übernachtungsgäste unterliegen dem Grundsatz der Gleichbehandlung, ganz gleich zu welcher Tageszeit angereist wird. Es geht um die zur Verfügung gestellte Infrastruktur. Es kommt nicht auf die tatsächliche Benutzung der maßgeblichen Einrichtungen und Anlagen an, sondern auf die Möglichkeit einer Benutzung“, bezieht sich Gardeja auf das Kommunalabgabengesetz MV. In Krankenhäusern, Kureinrichtungen, Kliniken und Reha- Einrichtungen sei das Tagegeld unabhängig von der Aufenthaltsdauer ebenso ganztägig fällig. Da es dem Gast freistehe, wann er in Binz sein möchte, solle niemand bevorzugt oder benachteiligt werden. „Andere Rechenmethoden würden ohnehin dazu führen, dass die Kurabgaben in der Nebensaison und die in der Hauptsaison sehr dicht beieinanderliegen würden.“ Wie kein anderer Ort auf Rügen sei Binz ein 365-Tage-Reiseziel. „Heißt: 365 Tage werden Infrastruktur und Services auf einem ausgezeichneten Niveau bewirtschaftet und zur Verfügung gestellt. Unsere Kostenstrukturen sind linear gleichbleibend – egal wie viele Gäste im Ort sind und zu welcher Zeit gereist wird. Infrastruktur, Angebote, Service und Personal stehen grundsätzlich immer und ganzjährig bereit“, betont Gardeja.

Von dem Vorschlag, die Abgabe für Hunde um 50 Cent auf einen Euro zu erhöhen, hält der Kurdirektor gar nichts. „Bei rund 45000 Hundeübernachtungen, die wiederum über 2,5 Millionen Gästeübernachtungen gegenüberstehen, würde eine angenommene Erhöhung von 50 Cent pro Hundeübernachtung 22500 Euro Einnahmen bringen. Eine vollkommen abwegige Forderung, Hunde gegen An- und Abreisetag oder Haupt- und Nebensaison gegenrechnen zu wollen.“

Aber um welche Infrastruktur für Gäste geht es genau, was kostet sie und wo bleiben die Millionen? „Die Aufwendungen für touristische Erholungsinfrastruktur pro Jahr kosten in Binz rund acht Millionen Euro“, weiß der Kur-Chef. Das Geld wird unter anderem ausgegeben für die Strandbewirtschaftung, Veranstaltungen, den Wachdienst der Rettungsschwimmer, die Pflege von Grünanlagen und natürlich auch für Personalkosten für das Team der Kurverwaltung (siehe auch Info-Kasten). Zu den Leistungen gehöre zudem, dass Kinder bis 18 Jahre – ob mit Familie oder alleinreisend – keine Kurabgabe zahlen müssen, so Gardeja.

Darüber hinaus kann der Gast Zusatzleistungen der Kurkarte nutzen wie kostenfreie Ortsführungen, Vortragsreihen, Nutzung aller öffentlichen touristischen Einrichtungen sowie Ermäßigung bei 21 Konzerten in der evangelischen Kirche, im Naturerbe Zentrum sowie die kostenfreie Bäderbahn. „Ab 2018 auf einer Streckenlänge von über 13 Kilometern mit Anbindung von Binz, Prora, Naturerbe Zentrum und Jagdschloss“, so Gardeja. Weiterhin steht kostenfreies W-Lan im Haus des Gastes, im Kleinbahnhof, am Kurplatz und an der Seebrücke samt Vorplatz zur Verfügung – ab dem nächsten Jahr auch an Strand und Promenade.

Touristische Infrastruktur

14 Kilometer Strand bewirtschaftet der Kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung Binz. Hinzu kommen 66 Strandabgänge, die teilweise barrierefrei sind.

Zudem trägt die Kurverwaltung für acht Rettungstürme Sorge. Drei weitere sollen 2017/18 dazu kommen sowie zwei zusätzliche mobile Rettungstürme. Mehr als 3000 Meter ist die Strandpromenade lang. Nicht nur um deren Sauberkeit hat sich der Eigenbetrieb zu kümmern, sondern auch um die Pflege der mehr als 760 Bäume entlang der Trasse.

Zuständig ist die Kurverwaltung auch für mehr als 490 Bänke sowie über 400 Abfallbehälter, von denen 100 zwei Mal täglich geleert werden. Hinzu kommen mehr als 50 Hundetoiletten.

3 Informations- und Auskunftsstellen, 13 öffentliche WC- und Toilettenanlagen sowie die Seebrücke unterhält die Kurverwaltung, für die mehr als 50 Personen arbeiten.

Gerit Herold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Baabe

In den nächsten Wochen wird im Baaber Haus des Gastes umgebaut. Die Arbeiten betreffen den Infobereich und das Foyer. Beides soll neugestaltet werden, informierte Tourismusdirektorin Uta Donner.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.