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Rügen Mit dem Hafen wird Werder wieder zur Insel
Vorpommern Rügen Mit dem Hafen wird Werder wieder zur Insel
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00:00 02.09.2013
Die Halbinsel Werder nördlich von Moritzdorf ist Kinderstube für viele Vogelarten. Quelle: Gerit Herold
Sellin

Das im Dämmerschlaf liegende historische Bollwerk am Selliner See soll ein touristischer Anziehungspunkt werden. Seit nunmehr zehn Jahren plant die Gemeinde die Sanierung und Neugestaltung des Kleinods. Sieben dicke Aktenordner füllen mittlerweile die Unterlagen für das 4,5 bis 5 Millionen teure Vorhaben. 80 Liegeplätze für Segelboote und zwei für Fahrgastschiffe sollen entstehen. Dazu muss die Fahrrinne ausgebaggert werden.

Was mit dem Nassbaggergut geschehen soll, war bisher ein großes Fragezeichen. Die rund 90 000 Kubikmeter Erde aus dem See sollten ursprünglich auf naheliegende Agrarflächen gekippt werden. Doch dafür gab es von den Grundstückseigentümern kein Okay. Jetzt scheint die perfekte Lösung in Sicht, mit der mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Die Sedimente sollen vor die jetzige Halbinsel Werder nördlich von Moritzdorf aufgebracht werden. Durch diese Strandaufspülung wird der 7,5 Hektar große Werder in seiner Fläche fast verdoppelt. Und: „Aus der Halbinsel soll wieder eine Insel werden“, erklärt Wolf Schwarz, der mit den Plänen für den Tief- und Wasserbau beauftragt ist. Der Bauer, der das Gebiet mit Kühen beweidet, habe seine Zustimmung signalisiert, so Schwarz. Wegen der Nutzung als Weidefläche sei die Wasserrinne zwischen Insel und Festland zu DDR-Zeiten zugeschüttet worden.

Einen sechs Meter breiten Zugang, der durch Elektrozäune gesichert werden soll, wird es dennoch geben, damit das Vieh und für eine Mahd notwendige Landtechnik auf das Eiland gebracht werden können, so Schwarz. Mit dieser Idee sei man auch beim Biosphärenreservat Südost-Rügen auf offene Ohren gestoßen. Schließlich ist das Salzwiesenbiotop Kinderstube vieler Vogelarten, die nicht von Räubern wie Fuchs und Marder gestört werden sollen. Die Gemeinde ist damit nicht nur das Nassbaggergut los, sondern erfüllt parallel dazu die geforderten Ausgleichsmaßnahmen.

Für die Pläne zur Realisierung der Marina, die Till Jaich, Geschäftsführer der „im-jaich yachthäfen und wasserferienwelt“ in Lauterbach, betreiben wird, arbeiten die Selliner unter Hochdruck. Denn die Zeit drängt: Die Förderung für derartige Projekte läuft 2013 aus. „Wir haben uns den 20. September als Frist gesetzt“, verkündet Bürgermeister Reinhard Liedtke. Dann müssen alle Hausaufgaben erledigt sein.

Neben einem neuen Sanitärgebäude mit Hafenmeisterbüro und Sitzstufen zum Verweilen soll auch ein Ausflugslokal mehr Flair am Bollwerk bieten. Dazu wird die jetzige gastronomische Einrichtung auf dem 1635 Quadratmeter großen gemeindlichen Grundstück verschwinden. „Das Grundstück wird verkauft. Wir haben zwei interessierte Investoren“, so Liedtke.

Fahrrinne notwendig
80 Liegeplatze für Segelboote und zwei für Fahrgastschiffe sollen in dem Wasserwanderrastplatz am Selliner See entstehen. Dazu muss die Fahrrinne ausgebaggert werden. Die geschätzten Kosten zur Realisierung der Hafenpläne liegen bei 4,5 bis 5 Millionen Euro. Das entsprechende B-Planverfahren läuft. Die Förderung für derartige Projekte läuft aber 2013 aus.

Gerit Herold

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