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Nach Sperrung am Königsstuhl: Treppen- Neubau völlig offen

Sassnitz Nach Sperrung am Königsstuhl: Treppen- Neubau völlig offen

Abstieg zum Strand an Rügens markantem Kreidefelsen wohl auch 2017 tabu / Ministerium prüft, ob überhaupt Machbarkeitsstudie für neue Treppe beauftragt wird

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Kein Abstieg möglich: Seit Mai stehen Besucher am Königsstuhl schon vor diesem Absperrzaun an der Treppe, die am Königsstuhl zum Strand hinab führt. Das Bauwerk wurde bei einem Hangrutsch teilweise zerstört und deshalb gesperrt.

Quelle: Udo Burwitz

Sassnitz. Ob Rügen-Besucher am Königsstuhl jemals wieder an dem markanten und 118 Meter hohen Kreidefelsen zum Strand hinabsteigen können, ist zurzeit völlig offen.

OZ-Bild

Abstieg zum Strand an Rügens markantem Kreidefelsen wohl auch 2017 tabu / Ministerium prüft, ob überhaupt Machbarkeitsstudie für neue Treppe beauftragt wird

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Dafür müsste für die bei einem Hangrutsch im Mai teilweise zerstörte und deshalb gesperrte Treppe am Abstieg eine neue gebaut werden. Ein Millionen-Projekt (die OZ berichtete). Ob das überhaupt in Angriff genommen wird, ist zurzeit unklar. Bis heute hat das Umweltministerium MV noch nicht einmal den Auftrag für eine notwendige Machbarkeitsstudie ausgelöst, die aufzeigen soll, an welcher Stelle überhaupt ein Neubau in welcher Form errichtet werden kann und was er kosten wird. Das bestätigt Ministeriums-Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth gegenüber der OZ. „Derzeit wird im Haus ergebnisoffen geprüft, inwieweit eine Machbarkeitsstudie unter Berücksichtigung verschiedenster Gesichtspunkte gerechtfertigt ist.“

Der für den Nationalpark Jasmund zuständige Dezernent, Dr. Ingolf Stodian, schlussfolgert: „Mit Sicherheit wird ein Abstieg zum Strand am Königsstuhl auch 2017 für Rügen-Gäste nicht möglich sein.“

Das liege nicht daran, dass die Mitarbeiter der Verwaltung des Großschutzgebietes nicht dazu in der Lage seien, Ersatz zu schaffen. „Wir dürfen es nicht“, betont Stodian.

Durch den Hangrutsch im Mai, bei dem ein mächtiger Baum auf die Treppe stürzte und der untere Teil des Abstiegs zerstört wurde, habe das Bauwerk sein Tüv-Zertifikat verloren. Bereits Ende Juni hatte Florian Tessenow aus dem Umweltministerium auf OZ-Nachfrage mitgeteilt, dass kein Ersatz für den zerstörten Teil des Abstiegs geschaffen werde. Den bezeichnete er als ein Provisorium, das etwa 31

000 Euro kosten würde. Der Knackpunkt für den Verzicht: Für so ein Provisorium würde kein Unternehmen die Gewährleistungen geben, weil eine erneute Zerstörung auf dem schwierigen Grund unmittelbar an der Kliffkante zur Ostsee nicht ausgeschlossen werden kann. Schon im Sommer favorisierte das Ministerium deshalb einen Neubau. „Für den gelten neue Normen. Er muss DIN-gerecht errichtet werden“, erläutert Ingolf Stodian. Aus diesem Grund seien den Nationalpark-Mitarbeitern auch die Hände gebunden. Sie dürfen an die Treppe nicht mehr ran.

Dass eine Garantieübernahme für ein neues Bauwerk äußerst heikel sei, kann der Nationalpark-Dezernent nachvollziehen. „Beim ersten Herbststurm dieses Jahres schlugen die Wellen mit aller Macht und meterhoch an das Kreidekliff. Am Abstieg am Kieler Bach bis zur Plattform hoch. Runterkommen war unmöglich.“ Diesen Naturgewalten wäre auch eine neue Treppe am Königsstuhl, wo der Herbststurm zudem meterhoch Feuersteinwälle aufgeschüttet hatte, ausgesetzt, erläutert Stodian. „Solche Stürme mit Hochwasser haben wir in der Regel drei bis vier Mal. Das muss bei dem Projekt berücksichtigt werden.“

Zudem sei das Gelände am Königsstuhl naturräumlich als auch geologisch ein äußerst schwieriges. „Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass es im Bereich der Abbruchstelle an der Treppe über Winter weitere Hangrutschungen geben wird“, sagt er. „Deshalb sind für das Vorhaben umfangreiche Untersuchungen notwendig.“

Das Nationalparkamt hat dafür seine „Schularbeiten“ erledigt und in Vorbereitung für die Machbarkeitsstudie ein Leistungsbild erarbeitet. „Ein mehrstufiges Verfahren“, kündigt der Dezernent an und spricht von drei Stufen. „Zunächst muss untersucht werden, ob ein Treppen-Neubau sicherheitstechnisch überhaupt möglich ist. Wenn ja, kann es weitergehen mit der Suche nach der Trassenführung. Und nicht zuletzt müssen die Kosten ermittelt werden“, erläutert Stodian. Eine Schätzung liegt zwar vor. Danach werden zwei Millionen Euro für einen neuen Abstieg kalkuliert. „Doch diese Kostenschätzung wurde schon vor Jahren erstellt“, so Stodian, der zweifelt, dass es heute bei dieser Investitionshöhe bleiben wird. Für die Planung werden üblicherweise 10 Prozent der Gesamtkosten angesetzt, rechnet er vor. „Selbst bei nur fünf Prozent wären es schon 100000 Euro.“

Genau deshalb verlange die mit einer Machbarkeitsstudie verbundene Investition auch ein gründliches Abwägen aller Vor- und Nachteile, betont Eva Klaußner-Ziebarth. „Dieser Prozess wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt die Sprecherin des Umweltministeriums. „Mit einer abschließenden Entscheidung ist nicht vor Jahresende zu rechnen.“

Weißes Wahrzeichen

118 Meter hoch ist der Königsstuhl. Er stellt zwar das weiße Wahrzeichen Rügens dar, ist aber nicht die höchste Erhebung der Insel. Diesen

Titel hat sich mit 161 Metern über

dem Meeresspiegel der Piekberg – ebenfalls auf Jasmund – gesichert.

400 Meter lang ist etwa der aktuell gesperrte Abstieg, der am Königsstuhl zum Strand hinunter führt. Die hölzerne Treppenkonstruktion wurde von 1993 bis 1996 gebaut.

Udo Burwitz

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