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Neue B 96: Rambiner haben den Lärm satt und drohen mit Klage

Rambin Neue B 96: Rambiner haben den Lärm satt und drohen mit Klage

Noch setzt die Gemeinde aber auf eine Einigung und stellt Forderungen auf / Zu denen gehören beispielsweise das Aufbringen von Asphalt und ein Tempolimit

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Die Straßenbauer verlegen Brüllbeton. Dass es nicht Flüsterasphalt war, treibt die Rambiner nunmehr gehörig auf die Palme.

Quelle: Frank Levermann

Rambin. „So kann der Zustand nicht bleiben,“ fasst Rambins Bürgermeister Christian Thiede (FDP) zusammen und lässt die Katze aus dem Sack: „Wir streben eine vernünftige Einigung an, ansonsten wird die Klage geprüft.“ Um die Lärmbelastung durch die neue Bundesstraße 96 ging es in der Bauausschusssitzung. Und die bot Gelegenheit für Anwohner aus dem Dorf Rambin und den Ortsteilen Rothenkirchen und Götemitz, ihren Unmut zur Sprache zu bringen.

Mit dieser Kritik wird sich die Deges, das für den Bau der neuen Schnellstraße verantwortliche Staatsunternehmen, am kommenden Donnerstag bei einer Einwohnerversammlung in Rambin konfrontiert sehen.

Vor allem aber mit konkreten Vorschlägen und Forderungen für Nachbesserungen: Da geht es um das Aufbringen von Lärm minderndem „Splitmatrixasphalt“, wie es rechtsverbindlich im Planfeststellungsbeschluss beschrieben wurde. Zudem solle die Geschwindigkeit auf 70 km/h reduziert werden, wie es im Planfeststellungsverfahren erörtert wurde. Außerdem solle eine Schallschutzmauer auf der Strecke zwischen den Brücken nach Kasselvitz und Drammendorf eingebaut werden. Das war ebenfalls Thema im Planfeststellungsverfahren. Peter Dietrich aus Rothenkirchen und Bernhard Hauschild aus Götemitz sprechen sich zudem dafür aus, den Schallschutz weiter auszulegen, damit schließlich auch ihre Ortsteile vor Lärm geschützt werden.

Die ohnehin in der Planfeststellung beschlossenen grünordnerischen Maßnahmen sollten schnellstmöglich realisiert werden — von der großzügig vorgesehenen Bepflanzung erhofft sich Christian Thiede erste Verbesserungen. „Bringt nicht viel“, gibt Gemeindevertreter Hendrik van Reemen (CDU) zu bedenken: „Die Betonfahrbahn weist Wellen auf, das ist das Problem.“ Man fahre darauf wie auf einem Waschbrett. Das sieht auch Thiede so: „Wo Vibration ist, entsteht auch Schall.“ Die Betonarbeiten seien schlecht ausgeführt worden. Besonders laut werde es, sagt ein Anwohner, wenn ein Auto über das Profil der Warnmarkierung fahre.

Ob die Forderungen aus Rambin Erfolg versprechend sind? Das jedenfalls sieht Andreas Klug (CDU), stellvertretender Bürgermeister, so: „Der Planfeststellungsbeschluss ist quasi eine Baugenehmigung.“

Darin stehe, was der Bauherr bauen darf und wie es auszuführen ist. Im Planfeststellungsbeschluss sei festgelegt, dass der Fahrbahnbelag in Asphalt ausgeführt werden muss. Wie es von jedem privaten oder gewerblichen Bauherrn erwartet werde, hätte sich die Deges daran halten müssen.

Hat sie aber nicht, wie Recherchen der OSTSEE-ZEITUNG ergaben. Entgegen allen Spekulationen sei für den Fahrbahnbelag zwar Asphalt und nicht Beton ausgeschrieben worden, versichert ein Insider gegenüber der OZ. Die Krux liege allerdings darin, dass bei der Ausschreibung so genannte Nebenangebote zugelassen worden sind. Das besage, ein Bieter könnte auch einen anderen Fahrbahnbelag als Asphalt anbieten. Dass es auf diese Weise zur Ausführung in Beton gekommen ist, hat Deges-Manager Joachim Rascher der OZ gegenüber bereits eingeräumt. Wörtlich hieß es: „Im Ausschreibungsverfahren gab es ein Nebenangebot zur Bauausführung in Beton, das wirtschaftlich günstiger ausgefallen war.“

In solch einem Fall bliebe der Bauverwaltung keine andere Wahl, als dem günstigeren Angebot den Zuschlag zu erteilen. „Genau das ist der Punkt“, so jetzt ein Planungsexperte gegenüber der OZ. Er hatte Einsicht in die Ausschreibungsunterlagen nehmen können und weiß: „Wie im Planfeststellungsbeschluss festgeschrieben, hätte ,Splitmatrixasphalt‘ ohne die Möglichkeiten von Nebenangeboten ausgeschrieben werden müssen.“ Im Falle der Brücken sei so verfahren worden, bei der Fahrbahn bei Rambin aber nicht. Das wird die Deges bei der Einwohnerversammlung am Donnerstag erklären müssen.

Brüllbeton statt Flüsterasphalt: Einwohner haken nach

Eine Einwohnerversammlung zur neuen B 96 beginnt am Donnerstag, dem 3. März, um 19.30 Uhr im Sportlerheim des SV Rambin zum Thema „Schallentwicklung durch die neue B 96“.

Auf dem Podium: Bürgermeister Christian Thiede (Moderation), Joachim Rascher (Deges), Kathrin Stavenhagen (vertritt die Einwohner).

Teilnahmezusagen liegen vor von Rainer Schultz, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes West Rügen, der Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner (Linke) und ein noch nicht namentlich benannter Vertreter der Grünen.

Eingeladen sind unter anderem auch Vertreter der anderen politischen Parteien, das verantwortliche Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sowie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr.



Frank Levermann

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Der Brüllbeton wird der neuen B 96 aufgebracht.

Noch setzt die Gemeinde aber auf eine Einigung und stellt Forderungen auf, die bei einer Einwohnerversammlung diskutiert werden sollen. Zu denen gehören beispielsweise das Aufbringen von Asphalt und ein Tempolimit.

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