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Nicht gezahlt: Der Verkauf des Pädagogiums ist gescheitert

Putbus Nicht gezahlt: Der Verkauf des Pädagogiums ist gescheitert

Kaufvertrag wird rückabgewickelt / Laut Auktionshaus soll nun ein unterlegener Bieter zum Zug kommen / Der will die Immobilie für 2,3 Millionen Euro übernehmen

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Das Pädagogium in Putbus, einst Sitz des IT-College, steht seit mittlerweile zwei Jahren leer.

Quelle: Chris-Marco Herold

Putbus. Die Putbuser Bürgermeisterin Beatrix Wilke wagte noch im April nicht an den „schlimmsten Fall“ zu glauben – doch der ist nun eingetreten: Der Verkauf des Pädagogiums am Circus muss rückabgewickelt werden. Dies bestätigt Kai Rocholl. „Der ursprünglich geschlossene Vertrag konnte letztlich nicht durchgeführt werden“, sagt der Vorstand und Auktionator der Norddeutsche Grundstücksauktionen AG.

Die hatte das Pädagogium, ehemals Sitz des IT-College, Anfang Dezember 2015 für 1,79 Millionen Euro aufgerufen und schließlich für 2,3 Millionen Euro den Zuschlag erteilt. Doch der Vertrag sei vom Erwerber nicht erfüllt worden. Er hat nicht gezahlt. Auch eine letzte, für diesen Monat gesetzte Frist habe er verstreichen lassen.

Das kam für Rocholl überraschend: „Von den Objekten, die wir auf unseren Auktionen anbieten, finden rund 90 Prozent einen Käufer. Die geschlossenen Verträge werden zu 99 Prozent von den Beteiligten erfüllt.“ Zudem hatte er nach der Auktion im Dezember gesagt: „Bei dem Erwerber handelt es sich um einen Kaufmann, mit dem wir schon mehrmals gut zusammengearbeitet haben. Er gilt als absolut seriös und solvent.“

Den Zuschlag fürs Pädagogium hatte seinerzeit die Mondopia GmbH mit Sitz in Berlin erhalten. Johannes Kirchner als deren Geschäftsführer hatte kürzlich frank und frei gegenüber der OZ bekannt, dass er einerseits in der Regel kein Konzept habe, wenn er eine Immobilie entwickeln wolle – und bis eines vorliege für ein Haus wie dem Pädagogium mit mehr als 9000 Quadratmetern Bruttogeschäftsfläche, benötige er ein halbes Jahr. Andererseits hatte er über „ungewohnt hohe Anforderungen“ der Bankpartner geklagt. Die hätten exakte Umbaupläne und langfristige Verträge mit Mietern von bester Bonität sehen wollen. Hat er die nicht vorlegen können? Ist deshalb der Kauf gescheitert? „Dazu will ich nichts sagen. Was sollte ich davon haben“, gab sich Kirchner gestern auf OZ-Nachfrage verschlossen.

Ganz anders dagegen Kai Rocholl, denn er sieht trotz des Scheiterns des Kaufvertrages Licht am Ende des Tunnels: „In diesem konkreten Fall ist es gelungen, dass ein in der Auktion unterlegener Bieter das Objekt für den gleichen Preis, also 2,3 Millionen Euro erwirbt“, ließ der Auktionator wissen. Und auch: „Der Notarvertrag wird derzeit vorbereitet und wir rechnen in wenigen Tagen mit der Beurkundung.“

Nach OZ-Informationen soll es sich um einen Unternehmer aus Münster handeln, dem nicht nur mehrere große Immobilien auf dem deutschen Festland, sondern auch auf Rügen, und zwar in Lauterbach gehören sollen.

Kommt der Vertrag mit dem neuen Käufer zustande, dann macht der für 2,3 Millionen Euro quasi ein Schnäppchen. Denn etwa zehn Millionen Euro sind seinerzeit in das ab 2002 als IT-College genutzte Pädagogium investiert worden. 2012 schlitterte die höhere Berufsfachschule in die Insolvenz. Im März 2014 war der Sanierungsplan gescheitert, der Schulbetrieb wurde aufgegeben.

Die 2,3 Millionen Euro werden an mehrere Körperschaften verteilt. Die Stadt Putbus will mindestens 500000 Euro einstreichen. Dann hat sie ihre Bürgschaften raus. Der Rest der Summe geht an andere Gläubiger – wie beispielsweise Sparkasse, Land und Bund.

Hohe Betriebskosten

176 Jahre Bildungstradition sind mit dem Pädagogium verbunden. Das hatte Fürst Malte zu Putbus 1833 erbauen lassen, um Bildung und Erziehung zu fördern.

300 Schülerinnen und Schüler sind zu Spitzenzeiten im IT-College unterrichtet worden. Deren Zahl ging mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens drastisch zurück.

Insolvenzverwalter Uwe Degen-Gellenbeck hatte vergeblich nach einem Investor gesucht. Ein großes Problem ist, dass die Unterhaltung des Pädagogiums teuer ist. Die Stadt gibt die jährlichen Betriebskosten mit 84000 Euro an.

Chris-Marco Herold

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