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Rügen Noch mehr Ostsee-Windparks fallen weg
Vorpommern Rügen Noch mehr Ostsee-Windparks fallen weg
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11:39 15.04.2015
Der Offshore-Windpark „Baltic 2“ vor Rügen soll im Sommer ans Netz gehen. Planungen für andere Parks wurden abgesagt. Quelle: Stefan Sauer
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Schwerin

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die laufenden Genehmigungsverfahren für fünf Offshore-Windparks bis auf weiteres eingestellt. Betroffen ist der spanische Konzern Iberdrola und die Firma Seawind Management aus Hamburg. Beide  Unternehmen wollten rund 30 Kilometer vor der Insel Rügen auf einer Fläche von 191 Quadratkilometern mehr als 300 Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 1,8 Gigawatt errichten.

Grund für die Absage sind laut BSH fehlende Möglichkeiten bei der Netzanbindung neuer Windparks auf See. Die vorgesehene und vorhandene Kapazität werde bereits von den schon genehmigen Windparks ausgefüllt, heißt es. Iberdrola und Seawind wollten sich nicht zur der Absage äußern. Iberdrola hält aber an seinen Plänen fest, 2017 den bereits genehmigten Windpark „Wikinger“, ebenfalls rund 30 Kilometer vor Rügen, in Betrieb zu nehmen.

Andree Iffländer vom Verband Wind-Energy-Network bezeichnet die BSH-Entscheidung als weiteren Rückschlag für die Branche. Für die kommt es gerade ziemlich dicke: Gestern bestätigte Schwerins Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) einen Bericht der OSTSEE-ZEITUNG, das die geplanten Eignungsgebiete für Windkraft in Küstennahe ebenfalls drastisch eingedampft werden.

Statt 580 Quadratkilometer Fläche sind nun noch 197 Quadratkilometer für die Stromerzeugung auf dem Wasser vorgesehen. Während die Tourismuswirtschaft die Entscheidung begrüßt, hagelt es massive Kritik aus der Windkraft-Industrie. Die Landesregierung sei aus „Wahltaktik“ vor einer „Hetzkampagne“ der Windkraft-Gegner eingeknickt, sagt Iffländer. Anstatt die maritime Wirtschaft zu entwickeln, werde diese empfindlich geschwächt. 2016 finden in Schwerin Landtagswahlen statt.



Gerald Kleine Wördemann

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