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Noch mehr Sonnenstrom vom Flughafen Stralsund-Barth

Stralsund/Barth Noch mehr Sonnenstrom vom Flughafen Stralsund-Barth

Die dritte Photovoltaik-Anlage wird gebaut / Im Februar geht sie ans Netz

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Bieciuu Andrzes montiert Module. Aneinandergereiht würden die Solarmodule der dritten Photovoltaik-Anlage eine Länge von 12,6 Kilometern ergeben. 9900000 Kilowattstunden Strom sollen sie jährlich erwirtschaften. FOTO: DETLEF LÜBCKE

Stralsund/Barth. In Barth wird zwar nicht Stroh zu Gold gesponnen, aber Strom aus Sonnenenergie gewonnen. Sehr viel Strom. Mit zurzeit 51 Hektar Fläche zählt der Solarpark am Ostseeflughafen Stralsund-Barth zu den größten in Mecklenburg-Vorpommern. Er wird nun noch größer. Die Münchener Firma BayWa renewable energy baut dort die dritte Photovoltaik-Anlage.

Rund 23000 Euro Gewinn erwirtschaftet

„Beim Solarstrom gehört Barth

zu den Städten

mit der höchsten Megawattzahl

je Einwohner. Stefan Kerth (SPD),

Bürgermeister von Barth

Der Solarpark wächst damit um weitere zwölf Hektar. 37784 Module werden montiert. Mit dieser neuen Photovoltaik-Anlage soll ein jährlicher Ertrag von 9900000 Kilowattstunden Strom erwirtschaftet werden. „Das entspricht einer Stromversorgung von etwa 3000 Haushalten“, veranschaulicht Marketingkoordinatorin Christine Vadas aus München. „Würden wir die Module alle in einer Reihe montieren, kämen wir auf eine Länge von 12,6 Kilometer“, macht Bauleiter Lasse Nieswitz deutlich. Entwickelt hat das Projekt die SunEnergy Europe GmbH aus Hamburg.

Morgen soll die Abnahme nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erfolgen. Sie ist Voraussetzung, damit der Betreiber die Einspeisevergütung bekommt. Ans Netz geht die Photovolaik-Anlage im Februar 2017. Bis dahin muss noch das Erdkabel zum Umspannwerk im benachbarten Kenz-Küstrow verlegt werden.

Bevor der Bau der dritten Photovoltaik-Anlage begann, ist die Fläche auf Munition durchsiebt worden. Größere Funde seien ausgeblieben. Der Munitionsbergungsdienst hätte es lediglich mit kleineren Funden zu tun gehabt, so Lasse Nieswitz. Barth war während des Zweiten Weltkrieges bevorzugtes Ziel für Bombenangriffe. Der heutige Ostseeflughafen Stralsund-Barth war damals Militärflugplatz.

Strom aus Sonnenkraft wird am Ostseeflughafen seit vier Jahren gewonnen. Im ersten Abschnitt des Solarparks sind 40 Hektar mit Modulen bestückt worden, im zweiten elf Hektar. Der erste Abschnitt ist im Dezember 2012 in Betrieb genommen worden, der zweite elf Monate später.

Die ersten beiden Photovolaikanlagen haben die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Ostseeflughafens bereits verbessert. „Das wird mit der dritten Anlage noch besser werden“, ist der Barther Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) überzeugt. Die Stadt Barth profitiert nicht nur durch die Gewerbesteuer vom Ostseeflughafen. Sie hält 25 Prozent der Gesellschafteranteile. Weitere Gesellschafter sind die Hansestadt Stralsund und der Landkreis Vorpommern-Rügen mit jeweils 37,5 Prozent.

Mit den Solaranlagen wird etwa drei Viertel des Geldes auf dem Flughafengelände verdient. 2014 hat der Ostseeflughafen dadurch erstmals seit Jahren ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielt.

Die Boddenstadt gilt bereits jetzt als einer der Solarspitzenstandorte in Deutschland. „Beim Solarstrom gehört Barth zu den Städten mit der höchsten Megawattzahl je Einwohner“, sagt Bürgermeister Stefan Kerth. Das brachte ihm mittlerweile bei anderen Verwaltungschefs in Mecklenburg- Vorpommern die Bezeichnung „Solarbürgermeister Deutschlands“ ein.

Nach der dritten Photovoltaik-Anlage können auf dem großen Flughafengelände noch weitere Abschnitte bebaut werden. Der aktuelle Bebauungsplan lässt Solarzellen auf noch 73 Hektar zu.

BayWar renewable energy entwickelt, realisiert, berät und betreut die Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Da das Erneuerbare-Energien-Gesetz sehr genau definiert, welche Flächen in Deutschland mit Photovoltaik bebaut werden dürfen, hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ein Pilotprojekt gestartet. „Dabei werden sich Landwirtschaft und Photovoltaik zusammen auf einem Feld gegenseitig ergänzen“, berichtet Christine Vadas. „Die Module sind auf einer Höhe von sechs bis acht Metern installiert, damit landwirtschaftliche Maschinen darunter das Feld wie gehabt bestellen können.“ Ziel sei es, die Flächenkonkurrenz zu minimieren und Vorteile für beide Seiten zu schaffen. „E-Traktoren und Bewässerungsanlagen könnten den Strom der Anlage nutzen, während die Anlage gleichzeitig als Hagelschutz dient und Schattengewächsen gleichmäßige Lichtverhältnisse bietet“, erläutert Vadas weitere Vorteile. In Barth ist das herkömmliche Prinzip angewandt worden.

Der Ostseeflughafen Stralsund Barth hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von über 23000 Euro erwirtschaftet. Einnahmen in Höhe von 393300 Euro standen Aufwendungen in Höhe von 370

751,69 Euro gegenüber.

Die Erlöse aus dem Flugbetrieb betrugen 63899 Euro.

Am meisten Geld spülte mit 314456,00 Euro die Pacht im Zusammenhang mit den Solaranlagen ein.

An Schäfer wurden ebenfalls Flächen verpachtet. Die Einnahmen betrugen 14645,00 Euro.

Detlef Lübcke

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