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Rügen Proraer Hafen soll Binzer Strände sichern
Vorpommern Rügen Proraer Hafen soll Binzer Strände sichern
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00:00 18.08.2014
Blick auf den sanierten Teil des Blockes II in Prora. Hier gibt es mittlerweile Wohnungen, Cafés und ein Büro. Fotos (3): Maik Trettin

Prora — Die ersten Mieter und Eigentümer haben die Wohnungen, Geschäfte und Büros in dem sanierten Teil des Blocks II in Prora bezogen. Wie es mit der Entwicklung des Kolosses und des Ortsteils weitergeht, darüber sprachen wir mit Karsten Schneider, dem Bürgermeister des Ostseebades Binz.

OSTSEE-ZEITUNG: Herr Schneider, wann waren Sie zuletzt in Prora?

Karsten Schneider: Ach, das ist vielleicht gerade mal drei, vier Tage her. Ich habe dort mit Journalisten einer deutschlandweit erscheinenden Illustrierten gesprochen.

OZ: Das Interesse der Medien an der Entwicklung der einst geplanten KdF-Blöcke scheint auch überregional sehr groß . . .

Schneider: Nicht nur das der Medien. Dass sich nach 22 Jahren Stillstand dort endlich etwas tut, freut viele Menschen, mich eingeschlossen. Nach vielen Ideen und Plänen sehen wir nun endlich Taten. Und es ist ein riesiges Vorhaben: Wir entwickeln in dem Ortsteil etwas, das noch einmal so groß wie Binz selbst ist.

OZ: Gibt es schon für sämtliche Blöcke Baurecht?

Schneider: Die Bebauungspläne für die Blöcke I und II sowie V sind bekanntermaßen rechtskräftig; für den Block IV gilt das nur teilweise. Für den Block III, die einstige Museumsmeile, ist ein Bebauungsplan im Entstehen. Wichtig ist: Alle diese Pläne wurden und werden aus der so genannten S.T.E.R.N.-Studie heraus entwickelt.

OZ: Warum ist das wichtig?

Schneider: Weil darin auch die Obergrenzen der Bettenkapazität für das Beherbergungsgewerbe formuliert sind, die bei insgesamt 3000 liegt.

OZ: Und daran halten sich die Investoren und Projektentwickler?

Schneider: Die bisherigen jedenfalls. Keiner derer, die bislang begonnen haben, in die Blöcke zu investieren, hat die mögliche Obergrenzen ausgereizt. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen. Man scheint mittlerweile wirklich mehr auf Qualität als auf Quantität zu setzen.

OZ: Meinen Sie damit auch die Gestaltung der Blöcke?

Schneider: Ja, zum Beispiel. Da sind die Investoren mit der Denkmalpflege in ständigem Kontakt. Auch wir als Gemeinde haben dazu noch einmal Stellung bezogen und uns auf der konstituierenden Gemeindevertretersitzung mit Ausnahmen von den Festsetzungen des Bebauungsplans für den Block II befasst.

OZ: Worum geht es da konkret?

Schneider: Wir arbeiten das, was im Zuge der Bauarbeiten mit der Denkmalpflege abgestimmt ist, in den Bebauungsplan ein.

OZ: Sind denn die Vorgaben überall gleich?

Schneider: Die Herangehensweise war — zumindest bislang — teils unterschiedlich. Das sieht man bei der Sanierung der Blöcke I und II. Der eine hat zum Beispiel eine Wärmedämmung aufgebracht, der andere nur einen Wärmeputz. Die Farbgebung ist ebenso verschieden wie die Fensteraufteilung. Hingegen haben beide Blöcke wieder gläserne Balkone, wodurch der Gesamteindruck der Fassaden besser zur Geltung kommt. Wichtig ist der Denkmalschutzbehörde und auch uns, dass zumindest jeder Block ein einheitliches Gesicht bekommt und nicht jeder Aufgang sein eigenes.

OZ: Die ersten Wohnungen sind bezogen. Macht sich das schon in der Einwohnerstatistik von Prora bemerkbar?

Schneider: Noch nicht in Größenordnungen. Aber im Vergleich zu 2009, als dort 746 Einwohner gemeldet waren, sind es mittlerweile 768. Ich hoffe, dass Prora auch ein attraktiver Gewerbestandort wird. Eine Hausverwaltung hat dort schon ihr Büro eröffnet. Andere könnten folgen. Das bringt der Gemeinde Gewerbesteuern, den Menschen Arbeitsplätze und vor allem verhindert es das Entstehen dieser Rollladensiedlungen, die ich schrecklich finde.

OZ: Und die im Erdgeschoss geplanten Versorgungseinrichtungen?

Schneider: Eine Bäckerei und ein Café haben eröffnet. Ich bin sicher, dass wir dort auch bald weitere Infrastruktur anbieten können, eine Arztpraxis zum Beispiel. Ziel ist, dort einen richtigen, funktionierenden Ortsteil entstehen zu lassen.

OZ: Entsteht dort eine Konkurrenz zu Binz?

Schneider: Das denke ich nicht. Es wird eher eine Ergänzung sein und Binz kann davon profitieren.

OZ: Wodurch?

Schneider: Was uns in Binz fehlt, ist der maritime Tourismus. Der findet hier praktisch nicht statt. Kein Hafen, keine Segler. Dabei würde diese Klientel sehr gut hierher passen. Für eine Marina oder etwas ähnliches wäre Prora meiner Meinung nach ein geeigneter Standort.

OZ: Ist es denn so etwas an den ohnehin schon übervollen Stränden sinnvoll?

Schneider: Binz als maritimen Standort zu entwickeln bedeutet, den Menschen mehr Lebensqualität zu bieten: zum Beispiel durch die Möglichkeit des Segelns, Surfens, Angelns und ähnlichen Wassersportarten. Andere Seebäder machen es uns vor und sind in diesem Punkt wesentlich weiter entwickelt. Die Fachleute mögen das gern belächeln. Aber ich denke, dass wir damit auch unsere Strände sichern. Als ich 1986 nach Rügen kam, endete der Steinstrand hinter Mukran. Heute reicht er weit bis nach Prora hinein. Mit einem Hafen ließen sich die Strömungsverhältnisse vielleicht so ändern, dass sich der Sand wieder an den Stränden der Binzer Bucht ablagert und nicht an ihr vorbei transportiert wird.

OZ: Wer als Gast die Binzer touristische Infrastruktur nutzt, muss Kurtaxe zahlen. Wie wird das künftig in Prora aussehen?

Schneider: Sicherlich auch nicht anders. Früher oder später werden wir die Kurtaxsatzung auf Prora ausweiten und auch den dortigen Strand besser bewirtschaften.



Maik Trettin

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