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Chefs achten mehr auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter/ Kleine Betriebe können sich beraten lassen

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Das Volleyball-Training der Sana- Sportgemeinschaft bei Hartmut Jenßen ist beliebt. Rund hundert Mitglieder hat die Abteilung Volleyball.

Quelle: Foto: Uwe Driest

Bergen. Das Telefon klingelt ständig, schnell müssen noch ein paar Kisten in das Fahrzeug geladen werden, nach dem Auftrag wartet das Buchhaltungssystem auf einem häufig viel zu kleinen Monitor. Der Arbeitsalltag in vielen Betrieben der Region ist nicht nur anstrengend, sondern kann auf Dauer auch zu Lasten der Gesundheit gehen.

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Chefs achten mehr auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter/ Kleine Betriebe können sich beraten lassen

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„Gedanken an die Verbesserung der Gesundheit treten im Alltag leicht in den Hintergrund“, weiß Peter Kendziora. Er ist Mitarbeiter im Projekt „Ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement“

(GaBeGe) und berät im Auftrag von IKK und Handwerkerschaft kleine Betriebe der Region vor Ort. „Oft fehlen den Handwerksbetrieben Zeit, Wissen, Personal und finanzielle Mittel, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kontinuierlich zu fördern“, so Kendziora. „Allmählich erkennen die Firmeninhaber aber, dass sie ihre Fachkräfte pflegen müssen.“

Von dem mit EU-Mitteln geförderten und für Betriebe kostenfreien Angebot der Beratung machte auf Rügen beispielsweise Heiko Behrenwolt Gebrauch. Für die elf Mitarbeiter seines Autohauses ließ er durch Kendziora mittels Fragebögen eine Analyse zur gesundheitlichen Situation erstellen. „Einige Maßnahmen konnten wir sofort umsetzen“, sagt Behrenwolt. Oft seien es schon kleine Dinge, die eine positive Veränderung bringen würden. So habe er die Beleuchtung am Arbeitsplatz optimiert, für eine ergonomisch günstige Sitzposition gesorgt oder über die Stellung des Computer-Bildschirms aufgeklärt, „die so sein sollte, dass der Hals nicht abgeknickt wird“.

Andere Resultate der bedarfsanalyse, wie beispielsweise eine Rückenschule, also regelmäßige Übungen zur Stärkung des Rückens und zur richtigen Haltung, wären hingegen für kleine Betriebe schwer umsetzbar. „Für uns ist es kaum machbar, die Belegschaft geschlossen in einem Raum zu betreuen oder zur selben Zeit an einen externen Ort zu befördern“, meint Behrenwolt. Peter Kendziora hat daher gemeinsam mit der IKK einen Workshop zu den Themen „Rückenschule“ und „Gesunde Ernährung“ in Planung, den sie für das Autohaus organisieren möchten.

Weil der Chef stets Vorbild sein sollte, machte auch Uwe Ambrosat, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund- Nordvorpommern, von dem Angebot des Projekts zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement Gebrauch. „Wir wenden uns an die Chefs und verteilen an die Mitarbeiter Fragebögen zu Gesundheitszustand, Schlafverhalten oder Betriebsklima“, sagt Ambrosat, der das auch für die eigenen Mitarbeiter umsetzt und die Belegschaft einmal in der Woche zur Rückenschule nach Stralsund lädt. „Das Wohlbefinden der Mitarbeiter ist uns wichtig und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des Betriebsklimas“, so Ambrosat.

Dem Gedanken folgt auch die Kreisverwaltung. Die stellt ihren Mitarbeitern Räume für physiotherapeutische Behandlungen zur Verfügung, führt wegen der Bildschirmtätigkeit regelmäßige Augenuntersuchungen durch und eine Arbeitsgruppe „Gesundheitsförderung“ begutachtet die Arbeitsplätze auf ergonomische Gesundheitskiller.

Spitzenreiter in der betrieblichen Gesundheitsförderung ist auf Rügen naturgemäß das Krankenhaus der Inselhauptstadt, das seinen Mitarbeitern nicht nur günstige Konditionen im hauseigenen Geräteraum, sondern gleich einen eigenen Sportverein bietet. Stolz sind in der Eingangshalle die Trophäen der Sana-Sportgemeinschaft in einer Vitrine ausgestellt. Darunter sind Ehrenurkunden des Kreissportbundes, ein Wanderpokal der regionalen Krankenhäuser, den das Rügener Volleyball-Team auf die Insel holten oder Zertifikate von Erfolgen beim großen Radrennen um den schwedischen Vätternsee.

„Der Verein steht jedermann offen“, sagt Vorstand Ronny Voigtsberger. So kommen längst nicht alle der 350 Mitglieder aus der Belegschaft des Krankenhauses. Allein fast hundert Kinder umfasst die Reiter-Abteilung, die auf Hof Viervitz ihren Sitz hat. „Wir sind ein Breitensportverein und schaffen es seit Jahren, den Mitgliedsbeitrag bei fünf Euro im Monat zu halten.“ Für die Reiter kostet die Stunde zwar extra, aber zum vergünstigten Satz. Etwa hundert Mitglieder spielen Volleyball, andere Basketball (gut 30 Sportler), Hallen-Hockey (10) oder sie rudern am Stützpunkt in Zittvitz (30), betreiben Fun & Fitness (40) oder treten in Fahrradpedale ( 20).

Auch der Gerätepark der Physiotherapie des Krankenhauses steht externen Nutzern zur Verfügung. „Den können Mitarbeiter des Krankenhauses und Mitglieder der Sportgemeinschaft ebenfalls vergünstigt nutzen“, sagt Frank Peter, Leiter der Physiotherapie am Bergener Sana-Krankenhaus. Zudem würden manche Krankenkassen die Prävention mit bis zu hundert Prozent fördern. „Ein rundes Dutzend Krankenschwestern besorgte sich Dauerkarten und nutzt die Geräte regelmäßig“, erzählt Peter, der in dem kleinen Becken des Krankenhauses auch Aquafitness für Gruppen anbietet.

Auch Veranstaltungen stehen für die Sportler auf dem Programm: Ende Juni (30. Juni/1. Juli) lädt die Sana-Sportgemeinschaft zum traditionellen Drachenbootrennen am Ruderstützpunkt Zittvitz und zum großen Breitensport-Reitturnier auf Hof Viervitz. Ein Wochenende später (7. bis 9. Juli) richtet die Ruderabteilung das Landes-Wanderruder-Treffen ebenfalls auf dem Kleinen Jasmunder Bodden aus. „Dort bietet eine Rudertour 42 Kilometer Ruderstrecke, wenn man jede Bucht ausfährt“, hat Ruderwartin Simone Köster ausgemessen.

„GabeGe Handwerk MV“

Gesundheitsprävention gewinnt gerade in Zeiten älter werdender Belegschaften immer mehr an Bedeutung. In dem Projekt „GabeGe Handwerk MV“ (Ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement im Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern) werden Kleinst- und Kleinbetriebe bei der Einführung von Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützt.

Ziel ist es , die Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stärken und zu erhalten sowie Rahmenbedingungen für gesunde, zufriedenere, loyale und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu schaffen.

Uwe Driest

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