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Rohr frei: Trinkwassernetz in Bergen wird gespült

Bergen Rohr frei: Trinkwassernetz in Bergen wird gespült

Arbeiten im oberen Stadtkern sollen nächste Woche beginnen /Anwohner vorübergehend von der Versorgung abgeschnitten

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Bergen. Der Zweckverband wird in den kommenden Wochen vielen Bergener Haushalten im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abdrehen. Für mindestens einen Tag ist Ebbe an den jeweiligen Wasserhähnen, Waschmaschinen, Toiletten und Geschirrspülern. Das Leitungssystem rund um den Stadtkern hat sich im Laufe der Jahrzehnte zugesetzt und muss in verschiedenen Abschnitten aufwändig gespült werden. Während der Spülung wird die Wasserversorgung in dem jeweiligen Bereich unterbrochen.

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Arbeiten im oberen Stadtkern sollen nächste Woche beginnen /Anwohner vorübergehend von der Versorgung abgeschnitten

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„Damit wir sie langfristig in sehr guter Qualität sichern können“, sagt Reinhard Litty, Sprecher des Zweckverbandes Wasserversorgung/Abwasserbehandlung Rügen (Zwar). Denn es gab in den zurückliegenden Monaten Probleme. Eisen und Mangan, die sich an den Rohrinnenwänden ablagern, sind gesundheitlich unbedenklich. Doch verschiedene Messwerte deuteten auf eine zunehmende Keimbelastung hin. „Möglicherweise bietet die durch die Ablagerungen vergrößerte Oberfläche einen besseren Nährboden für Bakterien“, mutmaßt Martin Ewert, Abteilungsleiter beim Zwar, schulterzuckend. Seit Ende vergangenen Jahres wird das Trinkwasser in diesem Bereich der Stadt jedenfalls leicht gechlort. „Nach der erfolgreichen Spülung der Leitungen können wir das voraussichtlich wieder einstellen“, sagt Litty.

Begonnen wird am 2. Mai. Ein dreiköpfiger Trupp um Zweckverbandsmitarbeiter Mathias Maschke wird sich bis Ende Juni jeden Tag einen Abschnitt des Trinkwassernetzes in der so genannten oberen Druckzone von Bergen vornehmen. Die umfasst weite Teile der Altstadt. Sie alle bekommen ihr Trinkwasser aus einem unterirdischen Hoch-Behälter am Burgwall, in den das Nass vom Wasserwerk an der Putbusser Chaussee gepumpt wird. Das Leitungsnetz selbst lässt sich mit Schiebern in Abschnitte unterteilen. Die sind zum Teil ebenso alt wie die Rohre und mussten in Vorbereitung der Maßnahme teilweise ausgetauscht werden. „Wir haben aber auch zusätzliche neue Schieber eingebaut, um das Netz für die Spülung in weitere, kleinere Bereiche einteilen zu können“, ergänzt Martin Ewert. Seit August vergangenen Jahres laufen die Vorbereitungen.

Die eigentliche Spülung ist vom Prinzip her denkbar einfach. In den jeweiligen Abschnitt wird sauberes Trinkwasser gegeben und mit kräftigen Druckluftstößen durch die Rohre gejagt. „Wir erhöhen nicht den Druck auf die Leitungen“, betont der für Technologie zuständige Abteilungsleiter, „sondern lediglich die Fließgeschwindigkeit des Wassers, das wir in die Rohe geben.“ Um keine Keime einzuschleppen, wird die vom Kompressor angesaugte Luft zuvor mehrfach durch verschiedene Filter gereinigt.

Die Alternative — eine chemische Reinigung des Netzes — fand beim Zweckverband kaum Anhänger. Die Entsorgung der Chemikalien sei aufwändig und teuer, nennt Martin Ewert nur einen Grund. Den bei dem jetzt gewählten Verfahren eingesetzten Spülanhänger haben die Mitarbeiter des Zweckverbands selbst entwickelt. Mit ihm werden sie im Mai und Juni an verschiedenen Stellen in der Bergener Altstadt unterwegs sein. Wann welche Straßenzüge oder Haushalte an der Reihe sind, erfahren die Betroffenen rechtzeitig vorher durch eine Postwurfsendung. Mit einigen werde man schon im Vorfeld das Gespräch suchen, um einen Termin abzustimmen, so Litty. Denn auch große Einrichtungen, wie das Gymnasium, das Rathaus, das Kervita-Pflegeheim, Restaurants, der Kindergarten am Stedarer Weg oder Zahnärzte werden wenigstens einen Tag lang keinen Tropfen Wasser aus dem Hahn bekommen.

Leitungsspülungen wird es von Montag bis Mittwoch jeweils in der Zeit zwischen 8 und 16 Uhr geben. Der Donnerstag dient der Vorbereitung für die folgenden Arbeiten. Freitags wird pausiert, weil viele Bewohner an diesem Tag schon ab Mittag zu Hause sind. Dass die Arbeiten nicht nachts erledigt werden, begründet Martin Ewert unter anderem mit der Lärmbelästigung. Außerdem könne sich tagsüber jeder im Notfall mit Wasser aus Flaschen versorgen, weil die Märkte geöffnet seien. Auch der Bautrupp kann dann schneller reagieren und spontan benötigtes Material besorgen, das er nachts nicht bekommen würde. Wer tagsüber zu Hause ist, während die Leitung gespült wird, sollte sich unbedingt mit Wasser bevorraten, rät der Zweckverband in einem Schreiben, das in den nächsten Tagen an die betroffenen Bergener Haushalte verteilt wird.

Betroffene sollten sich Wasservorrat anlegen

7600 Meter Trinkwasserleitung werden in der „oberen Druckzone“ von Bergen ab dem 2. Mai gespült. Der Bereich umfasst weite Teile der Altstadt (siehe Karte). Die Aktion wird den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen mehrere zehntausend Euro kosten.

Die Spülung wird abschnittsweise vorgenommen. Um das Netz in möglichst kleine Bereiche unterteilen zu können, hat der Zwar im Vorfeld bereit mehrere neue Schieber eingebaut.

In der Regel wird die Wasserversorgung in jedem Haushalt nur an einem Tag unterbrochen sein, und zwar in der Zeit von 8 bis 16 Uhr. Boiler, Waschmaschinen und Geschirrspüler sollten ausgeschaltet werden, rät der Zweckverband. Am sichersten ist es, den Absperrhahn vor der Wasseruhr zuzudrehen. Das verhindert, das feine Ablagerungen, die bei der Spülung freigesetzt werden, ins Hausleitungsnetz gelangen.

Die Toilette kann weiter benutzt werden, wenn man sich mit ausreichend Spülwasser eingedeckt hat. Der Zweckverband rät, für den betreffenden Tag einen kleinen Wasservorrat anzulegen. Im gesamten Zeitraum kann es wegen der Arbeiten an anderen Teilsträngen zu Druckschwankungen bei der Wasserversorgung kommen.

Von Maik Trettin

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