Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Rohrwerk startet Versuchsproduktion

Mukran Rohrwerk startet Versuchsproduktion

Etabliertes Unternehmen will Mukran auch zum Standort für Forschung und Entwicklung machen

Voriger Artikel
Rohrproduzent beginnt dieses Jahr mit Versuchsproduktion
Nächster Artikel
Windkraft: Bürgerentscheid nach solider Information

Mukrans Hafen-Chef Harm Sievers und Turhan Ilter, Geschäftsführer der Deutsche Bogenn GmbH, zeigen eine kleine Auswahl der Produkte, die das Unternehmen herstellt. Künftig will es auch in Mukran produzieren und hier Forschung und Entwicklung betreiben.

Quelle: Foto: Maik Trettin

Mukran. Nach dem großen Tusch herrschte lange Zeit Stille. Vor rund einem Jahr kam die Bundeskanzlerin in den Hafen Mukran zum Richtfest für die Produktionsstätte der Deutsche Bogenn GmbH. Seitdem scheint auf den ersten Blick nicht viel passiert zu sein. „Man sieht es nur nicht“, sagt Turhan Ilter mit einem verschmitzten Lächeln. Hinter den Kulissen sei eine ganze Menge geschehen, versichert der Geschäftsführer.

Die erste Produktionslinie mit Maschinen zur Herstellung von Abwasserrohren sei bereits im Mukraner Werk installiert. Die übrigen werden in den kommenden Wochen folgen. „Wir werden noch 2017 die Versuchsproduktion aufnehmen“, kündigte Turhan Ilter in einem Gespräch mit der OZ an. Zukünftig werde das Unternehmen am Standort Mukran auch einen Teil der Forschung und Entwicklung etablieren.

Das ist nicht nur in den Ohren des Hafen-Geschäftsführers Harm Sievers Musik. Im Zuge der Ansiedlung hat er sich mit der Branche eingehend befasst. Der Unternehmensverbund mit der MIR Holding und der weltweit agierenden Dizayn Group mit Sitz in Istanbul und deren 30-jähriger Erfahrung auf diesem Gebiet will die Produkte der Deutschen Bogenn zum Erfolg führen. Die MIR ist Inhaber von über 100 Patenten, darunter einem für eine Verbindung von Kunststoff und Metall, wie man sie an Heizkörperventilen in nahezu jedem Haushalt findet. Sechs Prozent des jährlichen Gewinns investiere die Firma in die Forschung und Entwicklung neuer und besserer Produkte. Dennoch bekämen sie zu verschiedenen Märkten nur schwer Zugang. Auch vor diesem Hintergrund habe der Konzern- Vorstand 2013 entschieden:

„Wir gehen nach Deutschland.“

Für Turhan Ilter und seine Kollegen war das der Beginn einer langen Reise. „Ich kenne mittlerweile sehr viele Bundesländer und Landeshauptstädte“, sagt er schmunzelnd. An vielen Ecken Deutschlands habe man sich nach einem Standort umgesehen. Umworben wurden die Türken dabei von verschiedenen Seiten. Für Mecklenburg-Vorpommern sprachen die Häfen und das Engagement des zuständigen Ministeriums.

Dass innerhalb des Landes die Entscheidung für den Hafen Mukran fiel, sei dessen Geschäftsführer und Mitarbeitern, aber auch der großen Unterstützung durch die hiesigen Behörden und die Kommune zu verdanken. Bei den Vorabsprachen über die Bedingungen habe er sich manchmal gewundert, wie genau die Mukraner über die notwendigen Voraussetzungen Bescheid wussten. „Wir dachten schon, die müssen hier noch ein anderes Werk haben, das Rohre produziert, sonst könnten die das gar nicht wissen“, sagt der Deutsche- Bogenn- Geschäftsführer lachend und gleichzeitig anerkennend. Wichtigstes Argument für die Ansiedlung in Mukran war aber die Lage am Wasser. Die Deutsche Bogenn wird unter anderem Leerrohre für Breitbandkabel, große Wasser- und Abwasserrohre, aber auch kleine Teile für den Hochbau, etwa für Heizungs- und Sanitäranlagen, herstellen. „Die Logistik ist bei unserer Produktion der größte Kostentreiber“, sagt Ilter. Die langen, sperrigen Rohre mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern und einer Länge von bis zu 1,5 Kilometern lassen sich am besten und kostengünstigsten direkt an der Kaikante produzieren. Insgesamt sei davon auszugehen, dass die Logistik per Seeschiff der wichtigste Verkehrsträger werde. Wie die langen Rohre einmal vom landeinwärts gelegenen Werk dahin kommen, steht noch nicht fest. Der als Lösung ins Gespräch gebrachte Kanal zwischen der Produktionsstätte und der Kaikante sei nur eine mögliche Lösung. „Da gibt es noch andere Varianten, die diskutiert werden, wenn es soweit ist“, sagt Hafen-Geschäftsführer Harm Sievers.

Nach der Versuchsproduktion in diesem Jahr sollen ab 2018 in Mukran Rohre in größerem Durchmesser hergestellt werden. „Dann wollen wir mit den hier hergestellten Produkten langsam in den Markt eintreten“, kündigt Turhan Ilter an. Läuft alles nach Plan, soll 2018 eine weitere Produktionslinie mit Maschinen zur Herstellung von bis zu 1,5 Kilometer langen Kunststoffrohren installiert werden.

Dass die Produktion die Umwelt belastet, schließt Turhan Ilter aus: „Die Technologie ist einfach und sauber.“ Als Energiequelle diene Strom, es werde kein Erdgas oder anderer fossiler Energieträger verbrannt. Bei dem Verfahren zur Herstellung der Rohre würden keine Abgase entstehen und praktisch keine Kunststoffrückstände übrigbleiben. Abfall- und Ausschussstücken schmelze man wieder ein.

Inzwischen hat die Deutsche Bogenn begonnen, Mitarbeiter zu werben. Zu Beginn werden erfahrene Kollegen aus den türkischen Werken den Versuchsbetrieb begleiten. „Dauerhaft werden wir hier keine Angestellten aus der Türkei beschäftigen“, stellt Turhan Ilter klar. Man suche nach deutschen Kollegen, nach Chemikern, Maschinenbauern, Elektroingenieuren, Schlossern, Elektrikern sowie Mitarbeitern für Einkauf und Vertrieb. Die neuen Kollegen sollen in den kommenden Wochen qualifiziert werden. Ilter spricht von 15 Mitarbeitern, die noch in diesem Jahr die Arbeit aufnehmen würden. 2018 sollen noch einmal 50 dazukommen.

Weltweit engagiert

Die türkische Dizayn- Grup wurde im Jahre 1987 gegründet. Sie ist in mehr als 80 Ländern aktiv und hat Infrastrukturprojekte unter anderem in Dubai, Polen und auf Island verwirklicht.

Die Produktionspalette reicht von der Großstadtkanalisation bis hin zur Ausrüstung kleinerer Kraftwerke.

Patentiert ist unter anderem ein Bauteil eines Heizkörperventils, bei dem Plaste und Metall untrennbar verbunden sind. Aber auch der „leise Toilettenabfluss“ ist ein Produkt des türkischen Unternehmens: Durch den speziellen Winkel und einen besoderen dreilagigen Kunststoff rauscht das Abwasser beim Spülen nicht so stark.

Weitere Informationen zum Unternehmen und zu freien Stellen unter www.bogenn.de

Maik Trettin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Schmarl/Seehafen
Ich habe schon vor vier Jahren beim Land die Erhöhungen abgelehnt, und es hat nichts gebracht. Holger Matthäus (Grüne) Bausenator

Protest der Stadt gegen Erhöhung geht ins Leere / Land überprüft nur Rechtmäßigkeit des Tarifs

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.