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Rückbau statt Ausbau: Sassnitzer schmettern Tierpark-Konzept ab

Sassnitz Rückbau statt Ausbau: Sassnitzer schmettern Tierpark-Konzept ab

Die Schließung des defizitären Heimattiergartens soll allerdings vom Tisch sein / Für „Schrumpfversionen“ gibt es vom Land jedoch kein Fördergeld

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Sassnitz. Rügen droht eine weitere Attraktion zu verlieren: Den Sassnitzer Heimattiergarten — es ist der einzige Tierpark auf der Insel. Die Mehrheit der Stadtvertreter hat jedenfalls ein als zukunftsfähig beschriebenes Betreiberkonzept, das eine enge Einbindung des Tierparks in das touristische Gesamtkonzept der Stadt und des Nationalparkes Jasmund berücksichtigt, abgelehnt. Der Grund: Das vorgestellte Investitionsvorhaben ist ihnen zu teuer. Immerhin: Eine komplette Schließung ist vom Tisch. Man hat sich für einen moderaten Rückbau ausgesprochen — dafür gibt es vom Land aber kein Fördergeld.

Besonders die SPD-Fraktion um Norbert Benedict lehnte das vorgelegte Konzept ab — und kippte die mögliche Lösung. Über einen Antrag brachte seine Partei eine eigene, „kleine Variante“ ins Spiel, die eine kontrollierte Umgestaltung und eine noch stärkere Kostensenkung vorsieht. Dieser Alternativvorschlag ersetzt die Tierparkschließung — und soll als neues Konzept demnächst entwickelt werden. Das Ziel: Ein moderater Rückbau zu einem verkleinerten Heimattiergarten mit einheimischen Tieren, die wenig Pflegeaufwand machen, einem Streichelgehege, kleinen Veranstaltungsräumen und Gastronomie.

Doch diese „Schrumpfversion“ könnte für Sassnitz richtig teuer werden. „Ein aus Landesmitteln finanzierter Rückbau ist nicht möglich“, teilte Eva Klaußner-Ziebarth, Pressesprecherin des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt MV der OZ gestern mit. Ziel sei es jedoch, den Zoo mit verfügbaren Fördermitteln zukunftsfähig zu machen und zu einer Attraktion vor Ort zu entwickeln. „Eine weitere Möglichkeit, den Erhalt des einzigen Tierparks auf Rügen zu sichern, wäre umliegende Gemeinden als Partner zu gewinnen“, so Klaußner-Ziebarth.

Für den abgelehnten Entwurf hatte das Wirtschaftsministerium bereits eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Darüber hatte Bürgermeister Frank Kracht (parteilos) die Stadtvertretung vor der Abstimmung informiert. „Minister Till Backhaus hat sich selbst ein Bild von unserem Tierpark gemacht“, sagt Kracht. „Danach hat er uns eine 90-prozentige Zusage gegeben.“ Die Kosten für die Erneuerung des Tierparks wurden mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt, die Stadt Sassnitz hätte nur einen Eigenanteil von 200000 Euro aufbringen müssen. Für diese Variante will sich der Bürgermeister weiter stark machen.

Unterstützung kommt dabei von der Linken-Fraktion. „Ich will mir diesen Tierpark für die Sassnitzer leisten, so wie diese Vorlage ist“, sprach sich Stadtvertreterin Svea Lehmann (Linke) noch aus. „Es ist schade, dass das Sozialgebäude nicht dabei ist.“ Die Mitarbeiter des Parks hätten ihr jedoch gesagt, dass sie mit dem Gebäude so leben könnten, wenn der Tierpark nur umgebaut wird. „Wir werden ihn nicht wieder kriegen, wenn er erst weg ist“, sagt Lehmann.

Peter Kordes (FDP) kritisiert neben einer langfristigen, finanziellen Belastung für den Haushalt der Stadt besonders mangelhafte Beteiligungsmöglichkeiten. „Als Bürger können wir auf diesen Tierpark nicht stolz sein“, sagt er. „Dort ist zu wenig gemacht worden — und das vorgeschlagene Konzept ist eine langjährige Förderfalle.“ Er sei für eine Lösung, aber nur wenn diese professionell ist — und es einen aktiven Beteiligungsprozess gibt. „Uns wurde das fertige Konzept am 8. März vorgelegt“, sagt Kordes. „Über die unterschiedlichen Fraktionen hinweg wünschen wir uns jedoch, dass bei wir bei der Konzeption einbezogen werden.“ Die kleine Variante sollte dann auch berücksichtigen, dass man den Tierpark 2030 trotzdem schließen kann, sollten sich die Zahlen nicht signifikant verbessern.

Entwurf: Das steht drin

142 776 Euro Verlust würde der Sassnitzer Tierpark nach dem Umbau im Jahr 2020 noch machen, 2015 waren es 212514 Euro.

32 099 Besucher zählte der Tierpark 2015, im Jahr 2009 kamen nur 22 102. Nach dem Umbau wird im Jahr 2020 mit 44235 Besucher kalkuliert. Diese und weitere Zahlen sowie den abgelehnten Entwurf „Tierpark Konzept Sassnitz 2016“ finden Sie im Internet unter:

• www.ostsee-zeitung.de/Ruegen

Von Kay Steinke

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