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Rüganer sind über Fällarbeiten in der Urlaubssaison stinksauer

Rüganer sind über Fällarbeiten in der Urlaubssaison stinksauer

Die Verkehrsgesellschaft bleibt mit ihren Bussen stecken / Insulaner kommen zu spät zur Arbeit und verpassen Termine / Nachtarbeit wird empfohlen

Sellin Die Baumpfleger an der Bundesstraße 196 (die OZ berichtete) zwingen dort nicht nur den Verkehr zum Stillstand – sie bringen damit zwangsläufig auch die Fahrpläne der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) durcheinander. „Wir sind von der halbseitigen Straßensperrung zwischen Sellin und Lancken-Granitz massiv betroffen“, sagt VVR-Sprecher Michael Lang. Seinen Worten zufolge haben die Busse bis zu zwei Stunden Verspätung, fahren dem Fahrplan hoffnungslos hinterher.

Lang weiß von einer Frau zu berichten, die von Sellin nach Bergen zum Bahnhof wollte. „Sie ist rechtzeitig losgefahren, aber als sie an ihrem Ziel angekommen war, war der Zug längst weg.“ Das sorgt für Frust unter den Fahrgästen der VVR, die mit dem Start des Sommerfahrplans ihren Takt zwischen Bergen und der Bäderküste drastisch erhöht. Die Gesellschaft schickt immer mehr Busse auf die Strecke und demzufolge stehen auch immer mehr Busse im Stau. „Wir können den ja nicht umfahren“, zuckt Lang mit den Schultern.

Umfahren könnten den Stau aber die Touristen, hat er einen Tipp parat. „Wenn denen vermittelt werden könnte, dass sie aus Richtung Göhren mit dem Rasenden Roland den Stau umfahren könnten, wäre schon viel erreicht“, sagt Lang. Am Kleinbahnhaltepunkt Serams könnte dann aus- und in den Nahverkehrsbus zur Weiterfahrt eingestiegen werden.

Aber Makulatur sind die Angebote, die die VVR für ihre Fahrgäste im Angebot hat. In den „Alleenbus nach Stralsund“ muss man nicht einsteigen, weil man vielleicht irgendwann dort an- , aber wegen des Staus nicht wieder rechtzeitig zurückkommt. Über das Lösen eines „Hiddensee-Tickets“ muss kein Tourist aus dem Rügener Südosten vor Ende der Baumpflegearbeiten (frühestens Ende dieser Woche) nachdenken, weil er nie und nimmer die Fähre in Schaprode zum richtigen Zeitpunkt erreicht. „Die Aktion auf der Bundesstraße bringt unser ganzes Tagesgeschäft durcheinander. Und dass die in der Saison durchgezogen wird, ist eine Katastrophe“, fasst Lang die aktuelle Lage zusammen.

Die Baumfällarbeiten und deren Auswirkungen werden derzeit auch intensiv auf der Facebook-Seite der Rügener OSTSEE-ZEITUNG diskutiert. „Man kann bei dieser Veranstaltung nur einen Eindruck bekommen – da sitzt ein Verursacher irgendwo an einem Schreibtisch und hat einen Hass auf Autofahrer“, schreibt der Selliner Kai Ohl . „Sage und schreibe staut sich der Verkehr in eine Richtung Göhren/Sellin auf circa zehn Kilometer und in die andere Richtung stehen gerade mal fünf Autos vor der Ampel. Das ist bewusste Verkehrsblockade.“ Anreisende Gäste hätten für die Strecke von Bergen nach Sellin von einer Fahrtzeit von fast drei Stunden gesprochen.

Manuela Geißler aus Bergen berichtet, sie habe nach Feierabend von Göhren bis Sellin eine Stunde mit dem Auto gebraucht. „Da kommt Freude auf“, kommentiert sie sarkastisch.

Andrea Triebke vom Amt Mönchgut-Granitz schreibt: „Wir haben dazu bereits 2015 Gespräche mit der Straßenmeisterei geführt. Unser Vorschlag war ganz früh, also um 4 Uhr anzufangen und das gleiche auch für die Abendstunden. 2015 jedoch ohne Erfolg. Jetzt haben wir wieder, also im April, Gespräche geführt. Leider auch wieder ohne Erfolg. Es ist eine Maßnahme des Straßenbauamtes.

Auch Beschwerdeschreiben helfen nicht.“ Unbegreiflich findet die Aktion Holger Mootz aus Mittenwalde in Brandenburg. „Die Insel lebt vom       Tourismus und es soll Leute geben die auf der Insel leben und pünktlich zur Arbeit kommen müssen“, schreibt er auf Facebook. „ Die Herrschaften, die die Entscheidung treffen, den ganzen Verkehr auf Mönchgut lahmzulegen, stehen um 16 Uhr von ihrem Schreibtisch auf und machen pünktlich Feierabend. Als ich noch auf Mönchgut gewohnt habe, bin ich wegen solcher Maßnahmen öfter mal zu spät zur Arbeit gekommen.“ Er meint, das Straßenbauamt solle nachts arbeiten, andere Berufsgruppen täten das auch.

„Keine Nachtzuschläge zahlen wollen aber die Urlauber verärgern – das können sie“, schimpft Sven Baumgarth aus Sassnitz. Und Reiko Genz aus Garz meint an die Adresse des Straßenbauamtes gerichtet: „Top Planung. Bäume werden im Frühjahr oder Herbst beschnitten. Überall Baustellen auf Rügen. Schämt ihr euch nicht?“

Benedikt Liesegang aus Hamm (NRW) vermutet eine Taktik. „Schon wieder? Ist das Absicht? Warum nicht in einer Jahreszeit, oder zu Uhrzeiten, wo nicht viel los ist ?“, fragt er. „Oder soll das dazu führen, dass demnächst irgend jemand eine schöne neue vierspurige Bundesstraße rechtfertigen will?“

Daniela Olthoff weiß zu berichten, dass Urlauber an der Binzer Kreuzung aus dem Bus stiegen und zu Fuß nach Sellin liefen.

Und Ingrid Walpusky aus dem Ostseebad Baabe gibt schließlich einen Tipp: „Da hilft nur eins: sich beschweren beim Straßenbauamt Stralsund: ☎ 03831/2741

00.“

Chris-Marco Herold und Jens-Uwe Berndt

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