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Sassnitzer laden Seeleute in Mukran an den Billardtisch

Mukran Sassnitzer laden Seeleute in Mukran an den Billardtisch

Seemannsmission im Passagierterminal des Fährhafens eröffnet / Bürgermeister übernimmt Schirmherrschaft / Hafenstädter betreuen Fahrensleute im Ehrenamt

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Fährhafen-Geschäftsführer Harm Sievers (r.) und Peter Leukroth, Vorsitzender des Vereins der Sassnitzer Seemannsmission, starten die erste Billardpartie im neueröffneten Seemannsclub im Passagierterminal in Mukran.

Quelle: Udo Burwitz

Mukran. „Für uns als Vereinsmitglieder ist das eine unglaubliche Geschichte“, sagt Ronald Damp, Hafenkapitän der Stadt Sassnitz. Diese unglaubliche Geschichte hat jetzt ihren krönenden Abschluss gefunden. Auf Rügen haben Seefahrer wieder ein „Wohnzimmer“. Das finden sie in der dritten Etage des Passagierterminals im Fährhafen Mukran. Dort wurde zum Wochenende eine Seemannsmission neueröffnet. Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht übernahm die Schirmherrschaft.

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Seemannsmission im Passagierterminal des Fährhafens eröffnet / Bürgermeister übernimmt Schirmherrschaft / Hafenstädter betreuen Fahrensleute im Ehrenamt

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Anlaufstellen fern der Heimat

28 Sassnitzer und Jasmunder engagieren sich als Mitglieder im Verein der Seemannsmission. Sie betreuen ehrenamtlich die Seeleute der Schiffe, die im Fährhafen Mukran fest machen.

130 Jahre reicht die Tradition der Deutschen Seemannsmission, einer christlichen Sozialeinrichtung, zurück. Mukran ist die 17. Station in der Republik.

Unglaublich: Im Passagierterminal des Fährhafens werden jetzt nicht nur Reisende nach Skandinavien abgefertigt. Hinter der gläsernen Front des Gebäudes wird ab sofort auch Billard oder Dart gespielt und auch Karaoke gesungen. All das können Fahrensleute, die mit ihren Schiffen in Mukran anlegen in ihrem neuen „Wohnzimmer“, einem Seemannsclub, den engagierte Sassnitzer eingerichtet haben. „Alle arbeiten ehrenamtlich“, lobt Peter Leukroth.

Er steht selbst an der Spitze dieser Ehrenamtler, ist Vorsitzender des Vereins, der die Seemannsmission betreibt. Die Mitglieder kümmern sich um die Seeleute, betreuen sie auch im Seemannsclub. „Wir sind die Anlaufstelle für die Fahrensleute, wollen schon beim Einlaufen der Schiffe an Bord gehen und nach dem Rechten schauen“, so Leukroth. Die Ehrenamtler der Mission, in der die Seeleute mit ihren oft Tausende Kilometer entfernten Angehörigen skypen und neben internationalen Telefonkarten alles kaufen können, was sie an Bord brauchen, übernehmen auch Transporte. „Wenn ein Seemann zum Beispiel zum Arzt muss“, nennt der Vereinsvorsitzende ein Beispiel.

„Die deutsche Seemannsmission gibt es schon seit 130 Jahren“, erinnerte Matthias Ristau an die lange Tradition dieser christlichen Sozialeinrichtung. „Für mich wird Mukran der östlichste Außenposten“, so der Geistliche aus Hamburg, der als Seemannspastor der evangelischen Nordkirche acht Vereine von solchen Missionen von Hamburg über Kiel und Rostock jetzt bis Mukran berät und betreut. „Sie haben mit Kraft, Liebe und Besonnenheit den Kurs geändert“, zollte er – mit Blick auf die Missionsvergangenheit auf Rügen – den Vereinsmitgliedern Respekt.

Neu ist die Seemannsmission in Rügens Hafenstadt nämlich nicht. Peter Leukroth kennt die Geschichte genau. Das „Schiff“, wie er die Seemannsmission bezeichnete, sei am 21. August 1994 von der damaligen Sassnitzer Pastorin Thurid Pörksen getauft worden, erinnerte er. „17 Jahre ist es durch flaches Wasser gefahren und musste in die Werft“, erinnerte er an finanzielle Probleme des aus Spenden finanzierten Missionsbetriebes, der deshalb eingestellt werden musste.

„Dann kam Harm Sievers“, nahm Ronald Damp den Faden auf. „Kein Mann der großen Worte. Ein Macher.“ Sievers unterstützte als Geschäftsführer des Fährhafens die Idee, wieder eine Seemannsmission zu eröffnen, sofort. Dafür stellte er dem Verein im Frühjahr drei Räume im Erdgeschoss des Passagierterminals zur Verfügung. Die Mission nahm den Betrieb auf (die OZ berichtete). Der Zulauf war enorm.

200 Seeleute in einer Woche, so Damp. „Wir stießen schnell nicht nur an personelle, sondern vor allem räumliche Grenzen.“ Die wiederum mit der Hilfe von Harm Sievers überwunden wurden. Er bot dem Verein die weitaus größere Etage 3 im Passagierterminal als Missionsdomizil an. „So können wir uns heute an einem Ort treffen, den keiner von uns auf dem Radarschirm hatte“, markierte Ronald Damp den krönenden Abschluss einer für ihn „unglaublichen Geschichte“.

Udo Burwitz

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