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Schnelles Internet: Rügen buddelt

Neddesitz Schnelles Internet: Rügen buddelt

Insel startet als erste Region in MV das Umsetzen des Bundesprogramms zum Breitbandausbau

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Wird ab jetzt in elf Gemeinden auf Rügen bis zum Keller verlegt – das Glasfaserkabel für das Turbointernet.

Quelle: Foto: Peter Kneffel

Neddesitz. Rügen geht landesweit voran: Auf der Insel beginnt der Breitbandausbau. „So weit wie Rügen ist landesweit noch keine andere Region. Auf der Insel wird als erstes innerhalb des Bundesprogramms zum Breitbandausbau gebuddelt“, sagte Christian Pegel gestern in Neddesitz. Dort nahm der Minister für Energie und Infrastruktur von MV mit den Verbandsspitzen des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR) den symbolischen Spatenstich für den Netzausbau vor.

OZ-Bild

Insel startet als erste Region in MV das Umsetzen des Bundesprogramms zum Breitbandausbau

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40 Millionen Euro

2800 Kilometer Glasfaserkabel sollen innerhalb des Bundesprogramms zum Breitbandausbau auf Rügen verlegt werden.

30 Gemeinden oder deren Ortsteile werden insgesamt davon profitieren. Damit das schnelle Internet aufs Dorf kommt, sind vom Zweckverband Investitionen von insgeamt rund 40 Millionen Euro geplant.

„Jetzt geht es los“, freute sich der Selliner Bürgermeister und Zweckverbandsvorsteher Reinhard Liedtke. „Wenn heutzutage die Gäste auf Rügen ankommen, fragen sie nicht: Wie sieht das Zimmer aus? Sie wollen mit als erstes den Zugangscode zum Internet haben.“ Mit dem Baubeginn werde zum einen die Lebensqualität für die Inselbewohner verbessert, aber auch erreicht, dass Gäste nicht auf den von zu Hause in Großstädten gewohnten Kommunikationskomfort verzichten müssen. „Schnelles Internet gehört mehr und mehr zu den Standards im Qualitätstourismus“, betonte er.

Der Internet-Turbo für ländliche Regionen wird innerhalb des Bundesprogramms als erstes allerdings nicht auf Rügen, sondern auf Ummanz gezündet. „Wir beginnen auf der kleinen Schwesterninsel mit dem Netzausbau“, kündigte Rolf Hoffmann, Geschäftsführer der Kabel- und Satelliten Kommunikationstechnik Bergen GmbH an. Das Unternehmen hat zusammen mit der Baufirma Estra die europaweite Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt gewonnen. Die Bietergemeinschaft von der Insel setzte sich dabei sogar gegen die Telekom durch. Der Arbeitsaufwand ist immens. „Auf einer Länge von 123 Kilometern müssen Tiefbauarbeiten durchgeführt werden. 439 Kilometer Glasfaser sind zu verlegen“, beschrieb ZWAR-Geschäftsführer Axel Rödiger das vergebene Auftragsvolumen. Der erste Bauabschnitt erstreckt sich dabei vom topografischen „Tellerrand“ im Inselsüden am Strelasund bis nach Jasmund. In elf Gemeinden – von Altefähr über Ummanz und Sagard bis nach Glowe – wird gebuddelt.

Das schieben die Insulaner nicht auf die lange Bank. „Bereits in der kommenden Woche wird es losgehen“, kündigte Rolf Hoffmann an. Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten Silvester 2018. In den ersten Bauabschnitt investiert der ZWAR 5,6 Millionen Euro. Dafür gab es gestern noch Geld vom Bund. Kurz vor dem symbolischen Spatenstich überreichte Dr. Tobias Miethaner, Abteilungsleiter des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur, den endgültigen Förderbescheid über knapp 2,8 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt. Dafür haben die Insulaner auch schon finanzielle Unterstützung vom Land erhalten. Das steuert knapp 1,4 Millionen Euro Fördergeld bei und entlastet die Kommunen bei den Eigenmitteln durch weitere 463000 Euro aus dem Kommunalen Aufbaufonds.

Letztgenannter Betrag stellt einen langfristigen und zinslosen Kredit dar, der zurückgezahlt werden muss.

„Sie sind Pioniere“, lobte Christian Pegel das Rügener Modell für den Breitbandausbau und übergab ebenfalls einen weiteren Förderbescheid. Der Minister attestierte den Insulanern: „Sie haben mit unglaublicher Voraussicht gehandelt.“ Das Rügener Modell stellt einen Sonderfall in MV dar, denn auf der Insel hat der Zweckverband den Hut für das schnelle Internet auf. Noch vor dem Start des Bundeprogramms beauftragten die Inselkommunen, die alle Verbandsmitglieder sind, den ZWAR mit dem Breitbandausbau. Diese Sparte wurde 2015 als zusätzliches Geschäftsfeld des Verbandes beschlossen.

Der bleibt damit auch Eigentümer des aufgebauten Netzes und verpachtet es. Den Zuschlag für das Glasfasernetz im ersten Bauabschnitt hat Kabel-Sat für eine Laufzeit von 20 Jahren bekommen.

Der ZWAR hat bereits an vier Ausschreibungsrunden des Bundes erfolgreich teilgenommen. „Für den Breitbandausbau auf Rügen sind schon fast 19,5 Millionen Euro Fördergeld vom Bund gebunden“, brachte Christian Pegel das Ergebnis auf den Punkt.

Udo Burwitz

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