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Sellin: Mehr Kurabgabe in der Vor- und Nachsaison

Sellin Sellin: Mehr Kurabgabe in der Vor- und Nachsaison

Tourismusausschuss plädiert für eine Steigerung ab 2016 von 1,40 Euro auf 1,80 Euro. Das Geld soll in die Infrastruktur und kostenlose Busangebote investiert werden.

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Seit Jahren bietet Sellin Winterspaß auf der Eisbahn. Den genießen auch Vivien (l) und Luisa.

Quelle: Stefan Pocha

Sellin. In Sellin soll nicht nur die Hauptsaison künftig länger, sondern auch die Nebensaison für Gäste teurer werden. Nachdem sich die Mitglieder des Tourismusausschusses der Gemeindevertretung auf ihrer Sitzung im November letzten Jahres bereits dafür ausgesprochen hatten, die Hauptsaison um einen Monat bis Ende Oktober zu verlängern (OZ berichtete), diskutierten sie auf ihrer Sitzung am Dienstagabend über eine Erhöhung der Kurtaxe in der Vor- und Nachsaison. In der müssen Gäste des Ostseebades bisher 1,40 Euro zahlen. Nun stand eine Erhöhung auf 1,50 Euro zu Debatte.

„Es ist ungeschickt, jedes Jahr ein bisschen zu erhöhen. Besser wäre ein Mal richtig und dann bleibt es so für Jahre“, befand Ausschussmitglied Alexander Schulz und erntete im Gremium Zuspruch. Erst im letzten Jahr hatten die Gemeindeväter an der Kurtaxeschraube gedreht. Seit Januar 2014 zahlen die Gäste statt bisher 2,30 Euro nun 2,80 Euro pro Tag in der Hauptsaison, in der Nebensaison sind statt 1,20 Euro nun 1,40 Euro fällig. Im letzten Jahr hatte der Tourismusausschuss auch die Einführung einer Abgabe für Hunde beschlossen. Demnach sollen Besitzer für ihren „Bello“ ganzjährig 50 Cent pro Tag zahlen. Dieser Regelung sowie der Verlängerung der Hauptsaison müssen die Gemeindevertreter aber noch zustimmen, so dass die Änderungen frühestens zum Oktober dieses Jahres in Kraft treten.

Eine Erhöhung der Kurtaxe in der Vor- und Nachsaison sei nun notwendig, um die Investitionen in die Infrastruktur stemmen zu können, so die Begründung. Zwar würden die Maßnahmen an sich gefördert, aber die Folgekosten nicht, betonte Ausschussvorsitzender Achim Kreß. So seien die Unterhaltungs- und Servicekosten in den letzten Jahren enorm gestiegen, die Kurabgabe sei hingegen seit 1997 konstant geblieben. Neben den neuen Kuranlagen halte das Ostseebad unter anderem das Museum Seefahrerhaus, die Altensiener Mühle, das neue, ganzjährig geöffnete Gäste-Infozentrum im Seepark vor.

Zudem können Kurkarteninhaber den kostenlosen Bus, der die Ortsteile Altensien, Moritzdorf, Neuensien und Seedorf an den Hauptort anbindet, nutzen und die beiden Bäderbahnen, die in Sellin auf verschiedenen Routen ihre Runden drehen. Eine fährt seit knapp zwei Jahren sogar weiter bis nach Baabe. Weiterhin können die Gäste mit Kurkarte die Busse des Öffentlichen Nahverkehrs zwischen Sellin, Baabe und Göhren kostenlos nutzen. „Wir haben auch bei den Veranstaltungen im Winter zugelegt“, betonte Ausschussmitglied Matthias Scheibe. So auch auf der Seebrücke, die die Kurverwaltung seit April letzten Jahres selbst betreibt, erklärt Kurdirektorin Adriana Zawisza.

Der kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung hat in den vergangenen Jahren Millionen in die touristische Infrastruktur investiert und will dies mit dem Neubau eines Wasserwanderrastplatzes am Selliner Bollwerk mit 80 Bootsliegeplätzen und zwei Liegeplätzen für Fahrgastschiffe fortsetzen, der mit rund sechs Millionen Euro vorfinanziert werden muss. Außerdem soll auch der fahrpreislose öffentliche Nahverkehr für die Gäste bis nach Klein Zicker erweitert und möglichst ganzjährig angeboten werden.

Der Ausschuss plädierte für eine Erhöhung der Kurabgabe in der Vor- und Nachsaison auf 1,80 Euro ab dem nächsten Jahr. Rund 100000 Euro mehr würden dadurch in die Kurkasse fließen. Das letzte Wort haben aber auch hier die Gemeindevertreter. Sie sollen in diesem Zusammenhang nicht über eine weitere Änderung der Kurabgabesatzung entscheiden, sondern über eine komplett neue Satzung, die jetzt erarbeitet werden soll.

Spitzenreiter mit Göhren

2,2Millionen Euro ungefähr hat das Ostseebad Sellin im letzten Jahr an Kurabgabe eingenommen. Mit
2,80 Euro in der Hauptsaison ist Sellin
zusammen mit Göhren Spitzenreiter.

 



Gerit Herold

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Die Selliner Seebrücke - das Wahrzeichen des Ostseebades. Das will seine Gäste ab 2016 in der Nebensaison stärker zu Kasse bitten.

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