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Selliner Hafenausbau: Fahrrinne fertig

Sellin Selliner Hafenausbau: Fahrrinne fertig

Bauleute fanden bei Ausbaggerarbeiten alten Stockanker, der jetzt vor dem Museum „Seefahrerhaus“ liegt

Sellin. Bei den Baggerarbeiten auf dem Selliner See ist die Ziellinie in Sicht. „Die Fahrrinne ist bereits ertüchtigt und eine Teilabnahme erfolgt. Sie ist aber noch nicht freigegeben, weil die Betonnung noch fehlt“, informierte gestern Bauleiter Christian Plantholz vom Wasserbauunternehmen Boskalis Hirdes. Die Firma hat bei den Ausbaggerarbeiten am See den Hut auf und arbeitet mit zwei Subunternehmen zusammen: der Reederei Ed Line und der C.S.K. Schlichtmann Kulturbau GmbH.

Die Ausbaggerungen hatten Ende Mai begonnen. Inzwischen sind die Wasserbauer auch mit der Baggerung im Hafenbecken dem Ende nahe. „75 Prozent sind schon durch. Ende September sind wir fertig“, schätzt Plantholz ein.

Ist für die neue, 3380 Meter lange und 20 Meter breite Fahrrinne eine Tiefe von 2 bis 2,40 Metern notwendig, so geht es im Hafenbecken noch weiter runter auf 2,40 bis 2,80 Meter. Insgesamt 61

000 Kubikmeter sogenanntes Nassbaggergut werden aus dem See geholt. Das wichtigste Gerät dabei: Der 30 mal 8 Meter große Arbeitsponton HH47, auf dem ununterbrochen der Bagger rotiert. Beladen mit 500 Kubikmeter Nassbaggergut verlässt jeweils eine Schute den Selliner Hafen mit Kurs nach Peenemünde. Dort wird die Ladung gelöscht und anschließend auf eine Deponie transportiert. Wegen des geringen Tiefganges werden Binnenschiffe genutzt, die sehr lang sind. Da diese sehr windanfällig seien, konnten sie immer mal wieder witterungsbedingt nicht fahren. „Wir hatten bisher 20 Tage Windausfall, sind also mit dem Zeitplan ein bisschen hinterher“, so Plantholz. Seine Kollegen sind hart im Nehmen, arbeiten teilweise auch am Sonnabend und sind sieben Tage nonstop auf dem See – inklusive Übernachtung in einer „Kajüte“. Dann wechselt die Zwei-Mann-Besatzung für die nächsten sieben Tage. „Wir könnten auch sonntags und nachts arbeiten, 365 Tage im Jahr rund um die Uhr, aber das geht ja hier nicht in einem Ostseebad“, weiß Plantholz. Damit seine Leute genau wissen, wo und wie viel gebaggert werden muss, hilft die moderne Computertechnik. „Dafür haben wir eine selbst entwickelte Software an Bord“, so der 34-jährige Bauleiter.

Auf Schätze sind die Bauleute bei den Baggerarbeiten zwar nicht gestoßen, aber auch nicht auf Müll in Größenordnungen. Und neben etlichen großen Steinen, wurde auch ein alter Anker aus den Wasser gehievt. Dieser liegt nun als neues Ausstellungsstück vor dem Museum „Seefahrerhaus“ nur ein paar Meter weiter – und hat dessen Leiter zu Recherchen in alten Unterlagen bewogen. „Das ist ein Stockanker“, erklärte Gerhard Parchow gestern beim OZ-Besuch. Der Ortschronist vermutet, dass er von der Tjalk „Erni“ (Baujahr 1903) stammt. Das Schiff hatte der Selliner Schiffer und Kohlehändler Rudolf Blankenburg in den 30er bis 50er Jahren als Kohlekahn auf dem See im Einsatz. „Der Anker hat genau so einen Knick im Stock, wie auf dem Bild“, verweist Gerhard Parchow auf historische Aufnahmen aus dem Archiv. Das Museum beherbergt unter anderem auch eine umfangreiche Dokumentation über alles, was sich einst auf dem Selliner See bewegt hat. Das Bollwerk war vor knapp 100 Jahren entstanden.

Und soll bis zur Saison 2018 zum Schmuckstück ausgebaut werden. Im Februar erfolgte der erste Spatenstich für das rund 5,1 Millionen Euro Großprojekt, für das das Wirtschaftsministerium des Landes rund 4,6 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ beisteuert. Rund die Hälfte der Baukosten sind allein in die Ertüchtigung der Fahrrinne geflossen. An dem historischen Bollwerk, das komplett saniert wird, entsteht eine moderne Marina mit 80 Gast-Liegeplätzen für Segelboote und zwei für Fahrgastschiffe, einem öffentlichen Sanitärgebäude, einem Hafenmeisterbüro und einem neuen Ausflugslokal. Bauherr und Betreiber des Hafens ist der kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung Sellin. Um die Zuwegung von der Bundesstraße B196 zum neuen Wasserwanderrastplatz am Selliner See zu gewährleisten, wird zudem eine Zufahrt über die Straße „Am Bollwerk“ gebaut.

Gerit Herold

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